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Warum wir Aces nicht slowplayen

dieser Artikel wurde geschrieben von: Dweg85

Abkürzungsverzeichnis

BB = Bigblind
Betsize = Wettgröße
callen = bezahlen
Continuationbet = Man betted als Preflopraiser nach dem Flop ~2/3 des Pots
Draw = Aussicht auf eine starke Hand
Fold = Wegschmeißen der eigenen Hand
Foldingequity= Die Möglichkeit, dass der Gegner folded, und man den Pot sofort gewinnt
Implied Pot Odds = Implizierte Pot Odds
Limp = Bezahlen des Bigblinds
Preflop = Bevor die Gemeinschaftskarten ausgegeben werden
Postflop = Nachdem die Gemeinschaftskarten ausgegeben wurden
Potcommitted = Der Pot ist im Verhältnis zum Reststack so groß, dass wir nicht mehr folden können
Raise = Erhöhung
Range = Alle möglichen Hände die der Gegner haben kann
River = 5. Gemeinschaftskarte
Pocketpair = zwei gleichwertige Starthände
Set = Ein Pocketpair trifft eine dritte gleichwertige Gemeinschaftskarte
Tell = Anhaltspunkt auf Grund eines bestimmten Verhaltens
Tighte Villains = Leute die nur gute Hände spielen
Turn = 4. Gemeinschaftskarte
Villain = Gegenspieler
3Bet = Reraise eines Preflop Raises
4Bet = Reraise einer 3Bet
5Bet = Reraise einer 4Bet
Squeeze = 3Bet eines Raisers und Callers

 

Warum wir Aces nicht slowplayen!?!

- Fische gewinnen mit Aces einen kleinen Pot, oder verlieren einen großen! -

 

Jeder kennt die Situation. Man spielt einen Abend lang Poker, es läuft eher durchwachsen, und plötzlich findet man zwei Asse. Natürlich will man mit dieser Hand möglichst viel Geld gewinnen, und deswegen erscheint es häufig sehr verlockend diese Hand „tricky“ zu spielen.....man will ja schließlich seine Kunden nicht vertreiben! Doch genau das ist der größte Fehler, den man machen kann. Viele Strategieartikel werden dir sagen, dass du Asse erhöhen musst, weil du einen möglichst großen Pot spielen willst, und du deswegen soviel Geld wie möglich so schnell wie möglich in den Pot bringen musst. Obwohl dieses Argument richtig ist, trifft es doch nicht den wichtigsten Punkt, und hat mich deswegen als Anfänger oft verwirrt. Ein weiterer Aspekt der oft angeführt wird ist, dass man Aces nur gegen einen Gegner spielen will, da sonst die Chancen den Pot zu gewinnen dramatisch sinken. Es ist zwar korrekt, dass die Chancen dramatisch sinken, den Pot zu gewinnen, wenn wir gegen zwei oder mehr Leute unsere Aces spielen, allerdings ist dieses Argument trotzdem falsch. Im Idealfall wollen wir die Aces gegen jeden am Tisch spielen, allerdings unter der Bedingung, dass wir gegen jeden am Tisch preflop Allin kommen! Zwar werden wir den Pot dann selten gewinnen, aber diese Situation hätte den größt möglichen Erwartungswert, und ist damit der Spielzug, den wir als strategischer Pokerspieler theoretisch vornehmen wollen. Dies ist nur ein hypothetischer Punkt, da man selbst an den krassesten Spielgeldtischen wohl niemals alle Leute zu einem Preflop Allin bewegen kann, muss allerdings erwähnt werden, da man nur ein guter Pokerspieler werden kann, wenn man versteht warum man etwas macht. Aber es gilt prinzipiell: Wir wollen gegen so viele Spieler wie möglich preflop Allin.

Der für mich entscheidende Punkt ist: Man muss die Implied Pot Odds für die Villains zerstören!

 

Preflopplay

 

Die Folgenden Ausführungen lassen sich auf alle Cashgamearten anwenden, beziehen sich aber im Speziellen auf 6max Spiele 100BB+ deep. Der Einfachheit halber spreche ich immer nur von Aces, obwohl sich die Konzepte genauso auf Kings anwenden lassen, die man nahezu immer wie Aces behandeln sollte. Oder zumindest, bis ein Ass am Flop kommt! ;) Das generelle Ziel mit Aces ist immer, noch vor dem Flop Allin zu kommen.

 

1 Du erhöhst als Erster

Ich persönlich raise Aces im Cashgame 99% der Zeit, wenn ich an der Reihe bin. Standardmässig erhöhe ich auf 3,5BBs aus jeder Position wann immer ich den Pot eröffne, und somit mache ich genau das auch mit meinen Pocket Rockets. Wenn bereits Leute aus früherer Position gelimped haben, dann addiere ich einen BB pro Limper. Bei zwei Limpern vor mir macht das also 3,5BB + 2BB = 5,5BB. No need to get tricky: Du machst das mit allen Händen so, und willst vermeiden, dass dein Gegnern Tells auf Grund deiner Betsizes erhält. Einzige Ausnahme ist, wenn du an einem Tisch sitzt, an dem die Leute höhere Preflopraises callen: Dann raise soviel, wie noch gecalled wird. Dies widerspricht dem Konzept des keine Tells geben nicht, da wir an solchen Tischen prinzipiell weniger Starthände raisen, diese aber dafür stärker. Wichtig ist also nur, dass wir unsere Aces genauso raisen, wie wir es auch mit zwei Zehnern machen würden.

Der bekannte Spielzug, dass man Aces aus früher Position nur limped, um dann Raises aus später Position zu 3betten ist so was von durchschaubar, dass wir ihn nicht anwenden sollten. Damit schreist du: Ich habe Aces!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Wir wollen generell nicht limpen im 6max wenn wir einen Pot als Erstes betreten, und somit sollten wir dies auf gar keinen Fall mit Aces machen. Aber selbst falls du glaubst, dass man kleine Pocketpairs aus early Position openlimpen sollte, dann mach diesen openlimp Reraise Spielzug trotzdem nicht mit Aces. Du kannst es als Bluff hin und wieder mit einem kleinen Pocketpair machen, oder als Valuespielzug mit AK! Also einer Hand, die zwar stark ist, bei der es uns aber nicht stört, den Pot gleich mitzunehmen.

2 Es gab bereits ein Raise vor dir

An dem Punkt solltest du dich freuen, aber unbedingt den beliebtesten Fehler mit den Aces vermeiden: Das Raise einfach nur callen! Hier gibt es zwei kleine Ausnahme, die allerdings wirklich als solche behandelt werden müssen. Falls, und zwar wirklich nur falls:

 

-          Leute nach dir kommen, die sehr oft Squeezen kann man die Aces nur callen, in der Hoffnung, dass die Leute nach dir squeezen, um dann den Squeeze zu 4betten. Allerdings würde ich diesen Spielzug wieder lieber mit AK, Queens, ,Jacks oder als Bluff machen, da es sehr wahrscheinlich ist, dass wir den Pot gleich gewinnen, und wir deswegen nicht die stärkst möglich Hand dafür nehmen wollen. Versteh diesen Punkt nicht falsch: Es ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn wir mit Aces eine Erhöhung, einen Squeeze und die Blinds mitnehmen. Das ist wahrscheinlich ein höherer Gewinn, als du im Schnitt mit Aces machen wirst. Es ist nur so, dass Queens absolut stark genug sind diesen Spielzug vorzunehmen, und wir deswegen nicht mit Aces riskieren müssen, in einen einfach geraisten Multiwaypot zu kommen.

 

-          Der erhöhende Spieler ist ein absoluter Maniac, und damit meine ich absoluter Maniac, der nahezu immer jede Street Potsize betted, so dass dir am River für 100BB immer eine Allinentscheidung abverlangt wird, dann sind die Aces stark genug, um sie alle vier Streets nur zu callen. Du musst dann allerdings auch widerstehen potsflop zu raisen, ausser das Board wird wirklich drawy. Denn viele Maniacs bluffen nur solange bis Widerstand kommt. Des Weiteren darfst du auch nicht verängstigt sein, da Maniacs gefährlich Boards sehr gerne anspielen. Du nimmst dir am Anfang vor ihn downzucallen, und dann musst du auch die Eier respektive Titten haben das zu machen. Es gibt noch zwei weitere Kriterien die du hier beachten musst: Zum einen hast du es mit einem halbwegs denkenden Villain zu tun, der vorsichtig wird, wenn Widerstand kommt. Wenn es einer der Kategorie ist, der nahezu jeden Reraise noch mal rereraised, dann kannst du deine Aces einfach 3Betten und erwarten, dass du preflop Allin kommst. Und es dürfen nicht zu viele loose passive Spieler nach dir kommen, die das Raise wahrscheinlich ebenfalls callen. Denn das ist das schlechtest möglich Szenario mit Aces: Ein kleiner Multiwaypot mit viel Geld behind. Sollte es doch zu diesem Szenario kommen, kannst du den Maniac immer noch downcallen. Sollten die Leute nach dir allerdings Action bringen, kannst du deine Aces meist ohne groß nachzudenken wegschmeißen. Wichtig dabei ist auch noch, dass du nicht tiltest, falls der Maniac dann doch die bessere Hand zeigt. Du musst Maniacs einfach hin und wieder downcallen, wenn  du wahrscheinlich die beste Hand hast. Wenn der Maniac dann doch die bessere Hand zeigt ist das halt Pech.

 

An der Stelle sei noch mal darauf hingewiesen, dass dies absolute Ausnahmen sind, die in der Praxis in ungefähr 1% der Fälle vorkommen. In 99% der Fälle solltest du deine Aces einfach immer reraisen. Als Faustregel kann man folgende 3Betgrößen nehmen:

 

-          gegen ein 3BB Open auf ~11BB

-          gegen ein 3,5BB Open auf ~12BB

-          gegen ein 4BB Open auf ~13BB

-          Bei einem 3,5BB Open + Caller auf 15BB

-          Bei noch mehr Callern noch 1,5BB pro Caller addieren, wobei du 100BB deep nie mehr als 19-20BB machen solltet, ausser der Gameflow veranlasst einen gleich Allin zu pushen. Aber es gilt: Entweder bis 20BB oder gleich Allin.

 

Was ich an dieser Stelle noch kurz anmerken will ist, dass du natürlich nicht nur Premiumhände wie Aces 3betten sollst, weil du sonst zu durchschaubar wirst. Du solltest 6max mindestens AQs+ sowie QQ+ dreibetten. Und dazu zwischendurch noch Hände wie suited Connectors. Ein sehr guter Spielzug ist diese Hände zu 3betten, und dann auf nahezu jedem Flop gegen die meisten Gegner ungefähr 2/3 betten. Wenn du eine starke Hand hast, wie beispielsweiße ein Overpair Queens machst du weiter bis du Allin bist, ansonsten gibst du auf. Diese Regeln sind nicht in Stein gemeißelt, aber müssen an dieser Stelle reichen, da man über 3Bets seitenweiße schreiben könnte, ich hier ja aber über Aces sprechen will. Beispielsweiße sollte man gegen extrem tighte Villains nur KK+ 3betten, da diese Leute normal nur die Hände erhöhen, mit denen du dreibettest, und es somit keinen Sinn ergibt AQ zu 3betten, da du nur von besseren Hände Action kriegst. Aber wie gesagt: Komplexes Thema, das den Rahmen sprengt!

 

3 Es gab bereits eine 3Bet vor dir

Egal was du macht, du schreist: Ich habe Aces!!!!!!!!!! Somit kannst du auch einfach gleich 4betten, denn dann riskierst du nicht, dass die Leute postflop nur weiter machen, wenn sie deine Aces geschlagen haben. Und ein Raise + 3Bet + Blinds mitnehmen ist ja auch ein gutes Ergebnis, mit dem du zufrieden sein solltest. Einen Coldcall der 3Bet würde ich nur vornehmen, falls ich davon ausgehe, dass einer der beiden Leute die bereits im Pot sind dann reraisen werden. Eine 4Bet sollte immer ungefähr das 2,5fache der 3Bet betragen, allerdings 100BB deep nicht mehr als 31,5BB. (Also 31,5% der effektiven Reststacks) Die Gründe sind, dass wir manchmal Hände 4betten, die wir wegschmeißen, falls unser Gegner noch mal erhöht, und wir somit unsere 4Bets möglichst günstig machen wollen. Allerdings dürfen wir auch nicht mehr als 31,5BB raisen, da wir sonst mit nahezu jeder Hand potcomitted sind. Überdies wollen wir dem Gegner ja auch vermitteln, dass die Chance besteht, dass wir folden, falls er Allin erhöht.

 

4 Du wurdest ge4betted

Herzlichen Glückwunsch: Du hast die Nutz, und dein Gegner signalisiert, dass er Allin gehen will. Paar Sekunden Hollywood (aber nicht übertreiben......wenn mein Gegner bis zur letzten Sekunde wartet, die er Zeit hat, um dann Allin zu pushen bin ich mehr als suspekt. Besonders schlimm ist, bis kurz in die Timebank warten.) und dann Allin reraisen. Es macht absolut keinen Sinn 100BB deep eine 5Bet vorzunehmen, die nicht Allin ist. Das wirkt umso stärker, da dein Gegner davon ausgehen muss, dass du ohnehin nicht mehr folden wirst. Solche Scherze kannst du machen, wenn deine 5Bet nicht mehr als 31,5% des effektiven Stacks beträgt. Sprich also dein Gegner sich noch Foldingequity geben kann. Aber in 99% der Fällen reraised du einfach Allin. Umgedreht gilt auch, dass wenn du es mit einem fischigen Gegner zu tun hast, der bis eine Sekunde vor Schluss wartet, um dann eine Min5Bet zu machen, du Kings schon fast aufgedeckt falten kannst!

Auf höheren Limits kann es sinnvoll sein, einen Snappush vorzunehmen, oder bis eine Sekunde in die Timebank zu warten, da deine Villains das so interpretieren könnten, dass du möglichst stark wirken willst, weil du schwach bist. Aber wer auf den Limits spielt wird kaum meinen Artikel über Aces lesen!

Anzumerken an dieser Stelle ist, dass wir, wenn wir viel 3betten, zwischendurch auch 5Betbluffs respektive eine 5Betrange aus mindestens QQ+ und AK habe sollten. Dies gilt zumindest ab NL50. Darunter werden die Gegner eurem Spiel kaum genug Beachtung schenken, dass sich Bluff5bets lohnen. Und auch mit AK oder QQ sollte man gegen viele Gegner auf NL25 nicht standardmässig preflop broke gehen. Ab NL100+ wird das aber dann durchaus wichtig.

 

Postflopplay

1 Einfach geraister Pot

Kann man Aces folden? Ja man kann! Klar, wenn du es mit einem Fisch zu tun hast, der nahezu jeden Hand spielt, dann kommst du von deinen Aces nicht weg. Allerdings wirst du im Laufe deiner Pokerkarriere feststellen, dass wenn du von halbwegs kompetenten und tighten Spielern am Flop oder am Turn gereraised wirst, deine Aces gegen die Range der Gegner selten gut sind. Und das gilt bereits ab NL25 spätestens aber ab NL50. Auch über Postflopplay und Boardtexturen könnte man Bücher schreiben. Wichtig an dieser Stelle ist nur, dass du dir merkst, dass wen dich ein tighter und kompetenter Spieler am Flop oder Turn reraised deine Aces öfters als nicht hinten sind, und du sie standardmässig eher folden solltest. Wenn dein Gegner oft reraised, dann kommst du natürlich nicht weg. Aber sei nicht überrascht, wenn du gegen einen tighten Spieler am Flop mit Aces reinstellt, und dann in ein Set schaust.

Und damit sind wir auch bei den Implied Pot Odds. Pot Odds sind das Verhältnis dessen, was man in den Pot einzahlen muss, dazu was im Pot ist. Also beispielsweiße wenn du 2$ zahlen musst, um einen 4$ Pot zu gewinnen, dann sind deine Pot Odds 1 zu 2. Implied Pot Odds sind das, was man zahlen muss, im Verhältnis zu dem was man gewinnen kann. Also beispielsweiße wenn dein Gegner 100BB deep ist, und du 2BB zahlen musst dann sind deine Implied Pot Odds 1 zu 50, da du 2 BB zahlen musst um eventuell 100BB zu gewinnen. Und genau das ist der Grund, warum wir Aces preflop raisen müssen, und warum wir Aces auch mal wegschmeißen müssen. Wenn wir in einfach geraisten Pots mit Aces broke gehen, und unser Gegner weiß, dass wir Aces haben, dann kann er jede Hand, auch 72o gegen uns profitbale spielen. Weil er genau weiß, was er bekommen muss, um unseren kompletten Stack zu gewinnen. Andererseits gewinnen wir entweder den kleinen Pot, oder verlieren einen großen wenn wir hinten sind. Deswegen hat der große T.J. Cloutier auch gesagt, dass man „mit Aces entweder einen kleinen Pot gewinnt, oder einen großen verliert!“

2 Wie wir Aces postflop profitabel spielen

Also sind Aces die schlechteste Hand, wenn wie entweder einen kleinen Pot gewinnen oder einen großen verlieren? Nein sind sie nicht! Aces sind die mit Abstand beste Starthand, wir müssen sie nur richtig spielen! Der Einfachheit halber gehe ich hier von kleinen Pocketpairs aus, die entweder ein Set treffen, oder folden. (Dies ist der Standardfall.) Gegen diesen Spielzug sind wir in einem einfach geraisten Pot, in dem wir mit Aces broke gehen, ganz klar im Nachsehen. Wir werden auf Dauer mit Aces Geld gegen diesen Spielzug verlieren! Der Gegner hat Chancen von ~ 1 zu 8 sein Set am Flop zu treffen. Wenn er nicht trifft, dann gewinnen wir die Blinds und seinen Einsatz von 3,5 oder 4,5BBs. Wenn er dagegen trifft, verlieren wir unseren gesamten Stack, ausser wir treffen auch unser Set oder eine andere überlegene Hand. Man kann also ungefähr sagen, dass der Gegner 1 zu 10 Implied Pot Odds braucht, um gegen unsere Aces kleine Pocketpairs profitabel zu spielen, wenn wir immer broke gehen. Wir bieten ihm aber fast 1 zu 30. Es ist also offensichtlich, dass wir uns dagegen schützen müssen.

Der erste Schutzmechanismus war, dass wir Aces postflop auch mal wegschmeißen können. Ein Spieler wird also nur dann unseren gesamten Stack mit einem Set bekommen, wenn er öfters mit schlechteren Händen als unseren Assen um seinen gesamten Stack in einfach geraisten Pötten spielt. Somit sind wir mit den Assen gegen seine Range vorne, und er wird auf Dauer Geld verlieren.

Der zweite Schutzmechanismus ist ein versteckter. Unser Gegner kann ja nicht wissen, dass wir Aces haben. Wir könnten genauso gut AQ, ein eigenes kleines Pockerpair oder suited Connectors haben, und vor oder nach unserer Continuationbet aufgeben, falls wir nicht treffen. Er called also oft preflop, und selbst wenn er sein Set trifft kriegt er keine Action von uns, weil wir keine Hand haben. Wenn er dagegen auch ohne Set called, kann er auf zwei Outs drawen. Er kann aber nicht wissen, was der Fall ist.

Der dritte Schutzmechanismus ist unser aggressives Preflopspiel. Wenn wir preflop 100BB deep eine Dreibet auf 12BB spielen, und er uns mit seinem kleinen Pocketpair called, dann investiert er preflop bereits mehr als 1/10 seines Stackes, und bekommt somit ohnehin kaum die richtigen Pot Odds, da wir ja manchmal auch sein Set schlagen. Dieses Szenario wird noch verbessert, da er ja nicht mal wissen kann, dass wir Aces haben wenn wir 3betten, da wir ja auch Hände wie AQ, Ak oder suited Connectors 3betten und eventuell nicht treffen. Somit kann es sein, dass er nichts ausser unserer CB kriegt, falls er hitted. Wenn er unsere CB dagegen called falls er nicht hitted, dann investiert er super viel Geld, falls wir ihn doch geschlagen haben. Unser Villain kann gegen unsere 3Bets kleine Pocketpairs also nicht profitabel spielen, falls wir eine sinnvolle 3Betrange haben.

Und nun wird’s Zeit Geld zu drucken! Oder auch das Prinzip der Combinatorics. Wenn wir Aces 100BB deep auf 12BB dreibetten, können wir einfach auf jedem Flop Allin stellen, und wir gewinnen Geld, egal wie unser Gegner reagiert. Somit kann es kein Fehler sein, in einem gedreibetteten Pot im Laufe der Streets mit Aces sein Geld in die Mitte zu stellen. Vielmehr ist es nur ein überlegener Spielzug gegenüber dem direkten Allin stellen, da wir zusätzliche Ziele erreichen: Es ist gut möglich, dass unser Gegner unsere Continuationbet called, aber dann später aufgeben muss. Des Weiteren ermöglicht uns die Continuationbet mit Aces auch unsere schwachen Hände zu continuationbetten, da unser Villain nicht wissen kann, was wir denn nun haben. Je nachdem wie viele 3Bets unser Villain called, trifft das Prinzip der Combinatorics auch auf schlechtere Hände als Aces zu, auf Aces aber auf jeden Fall. Dies ist auch der Grund, warum wir Aces in einem gedreibetteten Pot so gut wie nie folden sollten. Also gegen normale Gegner ist ein Board mit drei Karten einer Farbe absolut kein Grund seine Aces wegzuschmeißen. Don´t overprotect against Flushes in 3Betpots!

Ein weiterer Punkt warum du Aces preflop erhöhen solltest ist, dass du alternativ darauf hoffst, dass dein Gegner zwar etwas mit dem Flop anfangen kann, aber nicht soviel, dass er dich schlägt. Ein Szenario das selten vorkommt. Wenn dein Gegner beispielsweiße AK hat, dann wäre er womöglich bereit preflop sein gesamtes Geld in die Mitte zu stellen. Wenn er aber am Flop nicht trifft, was wahrscheinlicher ist als doch, dann wird er meistens folden. Wir hoffen in diesem Fall also mehr oder minder, dass er einen, und zwar nur einen King trifft. Alternativ kann der Gegner Queens haben, und am Flop kommt ein König usw.. Und ja es gibt auch den umgekehrten Fall, dass er KJ hat und auf unsere 3Bet folded, aber alternativ einen Pot mit uns spielen würde. Aber wenn er bereits ein Pair gemacht hat am Flop, dann hat er mit KJ selbst mit Turn und River noch ~20% unsere Hand zu schlagen. Alternativ können wir bereits hinten sein.

Wenn du deine Aces so wie hier beschrieben spielst und zusätzlich eine sinnvolle 3,4 und 5Betrange hast, werden sie über kurz oder lang deine größte Einnahmequelle sein. Du gewinnst viele kleine Pötte preflop ohne Risiko, oder spielst um große Pötte mit der best möglichen Starthand. Und aus kleinen Prefloppötten machst du Postflop nur dann große Pötte, wenn dein Gegner aggressiv oder loose ist, und du gegen seine Range vorne bist. Ansonsten kannst du sie ruhigen Gewissens auch mal in den Muck werfen. Aces gewinnen halt doch nicht immer!

 

Gutes Blatt

Dweg85

 

 

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