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Für ein erfolgreiches Pokerspiel muss man einige "angeborene" Verhaltensweisen umstellen bzw.unterdrücken. Reaktionen/Tells sind nicht erwünscht. Man freut sich also nur nach Innen bzw. maximal kurz öffentlich. Neugierde muss man teuer bezahlen und versucht deshalb, diese nicht zu befriedigen. Man feilt also an seinem Spiel um eine möglichst hohe Gewinnerwartung zu haben. Die Spielanalyse hilft regelmäßig eventuelle Schwachstellen zu finden und auszumerzen. Das eigene Spiel die Blattauswahl, Setzmuster, Aggression bzw. Passivität können wir selbst beeinflussen. Auf unser Image am Tisch haben wir weniger Einfluss. Dennoch ist es für optimales Pokerspiel wichtig. Wie geht man mit dieser Zwickmühle um? Ich versuche im Folgenden ein paar Anregungen für eine bessere Selbstkontrolle und Spielanpassung zu geben. Wir versuchen unser Spiel Tight-Aggressiv aufzubauen. Langfristig wird dies unser Image sein. Datensammler (Pokeroffice/Pokertracker) werden dieses Bild von uns erhalten und sich darauf einstellen. Das sind im Regelfall allerdings auch die Tight-Aggressiven Gegner die wir zwar in Kauf nehmen, aber nicht suchen. Der „Otto-Normal-Spieler“ macht sich ein oberflächliches Bild von den Spielern am Tisch. Und hier ist es wie im richtigen Leben: Der erste Eindruck ist entscheidend. Wenn ein Spieler an den Tisch kommt und setzt/reraised und anschließend 65o aufzeigt wird sich das Bild eines Loose-Aggro-Zockers einprägen. Ein Spieler der 4 Orbits keine Hände spielt ist in der Schublade „Rock“ abgelegt usw. Hey, das ist also die Chance! Sobald ich mich an einen Tisch setze, kreiere ich mein Image. Ich werde mit den ersten 2-3 Händen ein looses Image aufbauen und anschließend mit meinen Premium- Händen glänzend ausgezahlt. Super/logisch/einfach und leider auch schwer möglich. Es macht wenig Sinn mit irgendwelchen Karten Harakiri-Moves zu machen. Entweder man verliert diverse BB (denen man dann stundenlang hinterhecheln darf), oder man gewinnt 1-2 Hände aber ohne Showdown verpufft die gewünschte Wirkung (die Gegner können AA, AK, KK o.ä. unterstellen). Man kann also nicht planmäßig ein Image kreieren - und der krampfhafte Versuch ist „-EV“. Selbst wenn man Glück hat und mit den ersten Starthänden ein „Wunsch-Image“ erhält, währt dieses Glück nicht ewig. Das Image wird nach einigen Orbits (in denen man 80% der Hände muckte) wieder auf einen tighten Spieler hinweisen. Da die Spielweise von einem selbst- vorbestimmt ist (man entscheidet sich für eine Starthand und die anschließende Setzweise), ist das Image also nicht starr sondern Kartenabhängig. Die wichtige Aufgabe: Wir müssen darauf achten was für ein Image wir momentan am Tisch haben!!! Wenn wir an einem Tisch starten, müssen wir auf die ersten Hände ein besonderes Augenmerk richten. Im Hinblick auf den ersten Eindruck werden wir den „Image-Stempel“ sicherlich bis zu einer entscheidenden Hand tragen. Nach den ersten 2 Orbits ziehen wir ein Fazit:
- Was haben die Gegner für einen Eindruck gewonnen?
- Wie stufen die uns ein?
Wir ziehen ebenfalls ein erstes Fazit bezüglich unserer Gegner: Welche Gegner kennen wir und welche Spieler sind als solide einzustufen? Solide Spieler werden kein kurzfristiges Image von uns haben sondern mit einer Datenbank ein Profil von uns nutzen. Für dieses Spielerklientel ist das kurzfristige Image sekundär, bei den restlichen (gewünschten) Spielern ist es relevant. Das ist übrigens auch der Moment, an dem wir die Spieltaktik für den Tisch bestimmen. Mit welchen Spielern wollen wir um Pötte spielen? Welchen Gegnern wollen wir ausweichen? Spielen wir wenige (und möglichst fette) Hände oder viele kleine Nadelstiche? Welchen Spieler wollen wir isolieren? Gibt es eine Callingstation die uns auszahlen wird? Aber zurück zum eigentlichen Thema - Was habe ich von einem Image am Tisch? Ganz einfach: Ich kann die "Vorurteile" der Spieler ausnutzen. Habe ich bspw. ein tightes Image ist es viel einfacher die Blinds zu stehlen. Ein Raise wird akzeptiert, ein Reraise gefürchtet. Habe ich ein looses Image fällt es mir schwer die Blinds zu stehlen. Aber ich kann die Monsterhände „straight“ setzen und werde trotzdem ausgezahlt. Bei einem tighten Image spiele ich AA in früher Position auch einmal „slow“ (limpe). Ich hoffe auf ein Reraise oder weitere Limper und kann vermutlich das Feld nach dem Flop, Dank meines Images, noch ausdünnen. Bei einem loosen Image werde ich sicherlich keine guten Chancen auf erfolgreiches Bluffen haben. Es gibt also viele Möglichkeiten „mit seinem Image zu spielen“. „Spiele immer entgegengesetzt zu deinem Image“ ist eine beliebte Faustregel und hilft sicherlich das Spiel anständig zu variieren. Mir fällt die konstante Imagekontrolle beim Multitable nicht leicht. Deshalb arbeite ich mit einem kleinen Hilfsmittel … nämlich Stift und Papier. Das aktuelle Geschehen an den Tischen vermerke ich auf einem Zettel mit entsprechenden Kürzeln:  Diese Tabelle lässt sich natürlich noch beliebig erweitern. Auf einem „geviertelten“ Zettelchen lassen sich 4 Tische bequem mitschreiben … und man bleibt auf das Spiel und wesentliche Ereignisse fokussiert. Wenn ich mit diesen Zettelchen arbeite, bleibe ich tatsächlich konzentrierter und spiele Poker (sonst überwiegt oftmals das Chatten oder Surfen ^^). Aber der Spickzettel kann lässt sich auch zur „Move-Kontrolle“ gebrauchen: Durch die Reaktion auf das eigene Tableimage ändert sich die eigene Spielweise, durch verschiedene „Moves“ (bspw. Squeezes, Bluffs, Checkraise, Push…) möchte man noch weiteres Geld verdienen und/oder noch weniger lesbar werden. Oftmals setzt man diese Moves zu häufig ein. Man freut sich welche zu kennen hält sich für einen Experten und legt los – meistens im falschen Augenblick! Checkraise in No-Limit sollte bspw. nicht Standard sein. Bluffen ist zwar ein Bestandteil darf aber auch nur in Maßen eingesetzt werden. Um ein Gespür für die Häufigkeit zu entwickeln, kann man die Standardmoves auf dem Spickzettel vermerken und nach Einsatz wird dieser Move von der „Liste“ gestrichen. Hierdurch stellt man frühzeitig fest, ob man zum „Fancyplay“ (zu viele Moves in kurzer Zeit) neigt und kann gegensteuern. Schreibe ich mir beispielsweise 2 Bluffs auf den Zettel uns streiche diese bereits nach 10 Minuten Spielzeit, kann das nicht gut gehen!
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