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Table Image

table-imageEin guter Pokerspieler besitzt neben guten mathematischen Fertigkeiten vor allem eine feine Menschenkenntnis um seine Gegner einschätzen zu können. An einem Tisch mit mehreren guten Spielern hat jeder dieser Spieler schnell ein Bild von seinen Gegner. Er macht stellt sich darauf ein, ob ein Gegner eher tight oder loose spielt, also schwache Hände eher foldet oder versucht, sie durch einen Bluff oder spätes Glück auf dem Turn oder River durchzudrücken. Viele Spieler haben bestimmte Grundspielweisen, denen sie immer treu bleiben. Dieses Bild, welches von einem Spieler am Tisch entsteht bezeichnet man als "Table Image".

Sobald einige Hände gespielt sind entsteht ein erstes Bild vom Gegner. Dies kann bereits durchaus als Table Image bezeichnet werden. Bleibt dieser Spieler während des gesamten Spiels seiner Spielweise, also seinem Image, treu, so ist es keine große Schwierigkeit, sich auf ihn einzustellen und die eigene Spielweise so an den Gegner anzupassen, dass ein Sieg bei geschicktem Spiel nahezu vorprogrammiert ist. Erstrebenswert ist es also, sein Table Image entweder gar nicht richtig entstehen zu lassen, oder es geschickt zum eigenen Vorteil zu wechseln. Im Profipoker werden die Spielweisen der Gegner bereits lange im Voraus vor einem Match analysiert. Dies geschieht mit Hilfe von vergangenen Spielen, die genauestens beobachtet werden. Der Gegner hat in diesem Fall also schon ein Image, bevor man gegen ihn gespielt hat.

Besonders Pokerneulinge sind häufig nicht allzu einfache Gegner. Das liegt an der Tatsache, dass sie zum Einen noch nicht bekannt sind und ihre Spielweise daher noch nicht analysiert werden konnte. Zum Anderen spielen sie oft sehr unkontrolliert und sind daher nicht klar einzuordnen. Es entsteht also nur das Table Image von einem chaotischen Spieler, der daher sehr schwer einzuschätzen ist. Letztendlich siegt aber meistens doch die höhere Erfahrung, gegen das Chaosspiel eines Neulings.
Für erfahrenere Spieler ist daher ein geschickter Wechsel des Table Images unumgänglich. Einem Spieler, der sich lange Zeit als ein sehr tighter und zurückhaltender Spieler gezeigt hat, wird es sehr viel besser gelingen, einen Bluff zu spielen als einem Spieler, der ohnehin schon als aggressiv bekannt ist. Bei einem aggressiven Spieler, der schon einige Bluffs gebracht hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit einer mittelmäßigen Hand ein hohes Raise mitgeht sehr viel höher als bei einem als tight bekannten Spieler. Die Chance hier wieder auf einen Bluff zu treffen, und mit einer mäßigen Hand einen hohen Gewinn zu machen ist recht hoch.

Auch wird einem loosen Spieler, der im Normalfall schon gerne hoch raised, ein Check zunächst als Schwäche ausgelegt. Bei einem tighten Spieler rechnet man viel eher mit einer slow gespielten, starken Hand, die dann durch einen Check-Raise ausgebaut wird.
Eine Faustregel besagt: "Spiele immer entgegengesetzt zu deinem Image". Dieser Satz ist sowohl wahr als auch sehr schwer umzusetzen. Hier ist die Fähigkeit, die eigene Wirkung auf andere einschätzen zu können, sehr gefragt. Die Kunst ist es, genau so zu spielen, wie es die anderen Spieler am Tisch gerade auf Grund deines Images nicht von dir erwarten. Das ist leicht gesagt, aber entsprechend schwierig umzusetzen. Ein Table Image entsteht mit der Zeit. Wenn ein Spieler also eine Zeit lang eine bestimmte Strategie verfolgt, wird sich bei den Gegnern langsam ein Eindruck von ihm festigen. Es geht nun darum, den richtigen Moment zur Änderung der Strategie abzupassen. Dieser hängt einerseits von der genannten Zeit ab. Der Zeitpunkt sollte also dann gesetzt werden, wenn sich das erste Image gefestigt hat. Andererseits ist die Wahl des richtigen Momentes natürlich von der aktuellen Spielsituation abhängig. Es sollte ein Moment gewählt werden, der es ermöglicht, mit der Strategieänderung gleichzeitig einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn ein looser Spieler sich seine gute Hand slow spielt und zum Beispiel durch einen Check-Raise hohe Gewinne einspielt, während die Gegner seinen Check zunächst als Schwäche gewertet haben.
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