10 Jahre Pokern.com – Wir sagen Danke!

Online-Poker gehört inzwischen wie eine Selbstverständlichkeit zum Internet dazu. Man mag es kaum Glauben, aber es sind tatsächlich schon viele Jahre vergangen, unsere Webseite pokern.com feiert bereits den Zehnten Geburtstag. Wir wollen dieses Jubiläum nutzen, um für die alten Hasen nostalgisch zurückzublicken. Für diejenigen, die den Spaß am Poker gerade erst entdeckt haben, gibt es eine kleine Reise durch die Historie.

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10 Jahre Pokern.com:

  • 1. deutschsprachige Pokerschule
  • kostenlose Turniere
    ( über 800.000€ )

  • zeitweise größtes deutsches Pokerforum
  • >21.500 Nutzer
  • >20.000 Themen
  • >240.000 Beiträge

90er Jahre – Poker kommt nach Deutschland

In den Neunzigern war die Welt zum größten Teil offline. Einige Pokerspieler entdeckten aber in dieser grauen Vorzeit den IRC (Internet Relay Chat) für sich und hielten es für eine gute Idee, mittels Chat, zwar ohne Grafik, sondern textbasiert, dafür aber über große Entfernungen Poker zu spielen. Der Teilnehmerkreis war sehr klein, dafür aber hochklassig. Unter diesen Nerds befand sich mit Chris – Jesus – Ferguson ein Informatiker, der noch über Jahre für Furore sorgen sollte.

Wie wir heute wissen, verbreitete sich das Internet rasend schnell und wurde irgendwann sogar bezahlbar. Bereits 1994 gab es ein erstes Online-Casino und auch Sportwetten ließen sich früh online abschließen. Die erste Pokerplattform für die breite Masse ließ jedoch noch bis 1998 auf sich warten.

Planet Poker darf sich die Pionierarbeit in diesem Geschäftsbereich auf die Fahnen schreiben. Auch wenn es kurze Zeit später weitere Anbieter geben sollte, ist es bemerkenswert, für wie lange das Geschäftsmodell mit 5% Rake und „Cap“ (Kostengrenze) auf 3 Dollar pro Hand als Spielgebühr von allen Anbietern quasi als Standard fortgeführt wurde.planetpoker

Glücklicherweise wurde die Software von Planet Poker aber nicht zum Standard. Bereits ein Jahr nach dem Start des Echtgeldbetriebes wurde bekannt, dass die von der Software generierten Zufallszahlen zur Verteilung der Karte zu simpel gestrickt war. Eine Sicherheitsfirma wies auf die Gefahr rechtzeitig hin. Da der Markt noch übersichtlich war, konnte keiner den Schwachpunkt der Software ausnutzen und die Anbieter gingen umgehend dazu über, die Zufallszahlen mit Hardwareunterstützung zu generieren. Dadurch wurden „echte“ Zufallszahlen erzeugt, ein Missbrauch ausgeschlossen und das für Echtgeldspiel wichtige Vertrauen in die Industrie geschaffen.

Aus erfolgreichen Ideen folgt nur selten ein Monopol. Meistens hat man den Markt nur für ein kleines Zeitfenster für sich und muss diese Spanne nutzen, um sich einen Vorsprung/Wettbewerbsvorteil bei den nachfolgenden Mitbewerbern zu sichern. Bereits ein Jahr nachdem Planet Poker das Pokern mit Echtgeldeinsätzen in das Internet katapultierte, schnitten sich weitere Anbieter Teile aus dem Kuchen.

Keine Angst vor dem ersten Schritt! Wer mit Online Poker erst anfängt, kann bei uns die Poker Regeln zu den verschiedensten Pokervarianten kennenlernen. Für alle die besser beim Poker werden wollen haben wir die besten Poker Strategien zusammengefasst. Und natürlich geben wir auch die besten Bonuscodes weltweit exklusiv an unsere Leser weiter.Ob Einsteiger oder Profi: Wer Poker erfolgreich online und mit viel Vergnügen spielen möchte, kommt an Pokern.com als Informationsquelle garantiert nicht vorbei. Glücksrakete 2010

Mehr als 5.000 Pokerfans besuchen täglich unsere Website um an brandneuen Events und News teilzuhaben, Informationen über Poker abzurufen und sich mit Regeln und professionellen Strategien intensiv auseinanderzusetzen. In unserem Poker Forum findet jeder schnell Anschluss und gute Beratung und Pokertipps von anderen Spielern.

Seit der Gründung im Jahr 2006 haben wir uns zu einem renommierten Fachportal in der Pokerszene entwickelt. Seit mit dabei, und lernt die Welt des Pokerns in all ihren Facetten kennen und schätzen!

Pokerschule

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Pokerblatt

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Eure Erfolge

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Forum

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Strategien

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Die 2000er Jahre – Eine Wirtschaft entsteht.

Paradise Poker hatte sich den Start von Planet Poker gut angesehen und machte vieles richtig. Die Software war für damalige Verhältnisse »State of the Art« und die Plattform avancierte schnell zum Marktführer. Im Jahr 2001 starteten mit Party Poker und PokerStars zwei Firmen, die das Pokerspiel maßgeblich prägen sollten.

late-night-pokerWährend das Online-Angebot Spielern weltweit die Möglichkeit gab, ein passendes Spiel zu finden, wurden Pokerrunden aus den Kasinos für das TV Programm aufgezeichnet und ausgestrahlt. Diese Shows brachten dem Pokerspiel zwar mehr Aufmerksamkeit, allerdings waren die Runden für die Zuschauer meistens eine zähe Veranstaltung, schließlich wusste man nicht, wer welche Karten hält und konnte die einzelnen Aktionen deshalb nur erahnen. Für die UK-Sendung »Late Night Poker« erfand Henry Orenstein die uns allen bekannte Holecard-Kamera und sorgte dafür, dass die TV-Runden nachvollziehbar, lehrreich und spannend wurden. Dieser Technikeinsatz half den Moderatoren der Sendungen dabei, ähnlich wie bei den Sportevents zu kommentieren und die begeisterten Zuschauer gut zu unterhalten. Es war deshalb kein Wunder, dass die World Poker Tour die Tischkonstruktionen übernahm und sich die Technik trotz großer Bedenken der Spieler durchsetzte.

Die Profis fürchteten, dass ihre Strategien aufgedeckt würden und damit die Gewinne in Gefahr gerieten. Tatsächlich sorgten aber die sprunghaft steigenden Einschaltquoten dafür, dass immer mehr Spieler das Pokerspiel für sich entdeckten und Millionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf eingezahlt wurden. Bei steigender Nachfrage wuchs das Online-Angebot und die interessierten Zuschauer sammelten ohne große Hürde erste Erfahrungen an den virtuellen Tischen. Die Online-Anbieter konnten sich über Wachstum nicht beklagen, die Gewinne sprudelten. Trotzdem war der Wettbewerb um neue Kunden hart. Die Software wurde komplexer, das Angebote wurde mit Spielvarianten ausgebaut, zahlreiche Turniere warteten auf Teilnehmer und Riesensummen wurde in Werbung investiert. Ein Nebeneffekt des „Wettrüstens“ war, dass sich die Online-Casinos auch in Richtung Live-Casinos umsahen. Die Onlinespieler bekamen umfangreiche Möglichkeiten in sogenannten Satelliten für sehr kleine Einsätze „Eintrittskarten“ für große Turniere zu gewinnen.

2003 – Der Moneymaker Effekt und eine neue Zeitrechnung beginnt!

Wenn wir unterstellen, dass die Erfolgsgeschichte bis zu diesem Zeitpunkt auf das interessante, schnell zu lernende aber facettenreiche Spiel zurückzuführen war, sorgte danach eine glückliche Verkettung von Zufällen für einen nicht für möglich gehaltenen Boom. 2003 hatte sich ein Spieler mit dem klangvollen Namen Chris Moneymaker über PokerStars ein Ticket für das größte Turnier der Welt gesichert. Der Amateur hatte den (Poker-)Film »Rounders« gesehen und sich für Poker begeistern lassen. Er investierte in ein Turnierticket 39 Dollar und gewann über das Satellite ein Paket zur Teilnahme an der Pokerweltmeisterschaft. Das Turnier kostet $10.000 Eintritt und der Mann aus Tennessee setzte sich gegen die Profis durch, wurde Weltmeister und kassierte 2,5 Millionen Dollar Prämie. Das Turnier wurde für das TV aufbereitet und da sich die NHL gerade im Streik befand, bekam das Main-Event der WSOP deutlich höhere Einschaltquoten als gewöhnlich.moneymaker-poker

Durch die Holecards konnten die Zuschauer erleben, wie der Amateur im Duell gegen den Profi Sam Farha einen Riesenbluff machte und damit das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Das sonst eher ruhige Pokerspiel, in dem weniger geblufft wird, als man annimmt, zeigte sich in diesen magischen Momenten von seiner spannendsten Seite. Mit Sam Farha war zeitgleich ein idealer Gegenspieler im Bild. Eine Zigarette im Mundwinkel, lässig im Anzug, das Hemd immer ein wenig zu weit aufgeknöpft, betont cool agierend und trotzdem ein guter Verlierer, der trotz seiner historischen Niederlage fair gratulierte. Man hätte ein Drehbuch nicht besser schreiben können.

Ein Amateur qualifiziert sich für kleines Geld über eine Onlineseite und schlägt im Duell einen der besten Spieler, wobei noch ein Megabluff die Richtung vorgibt. Am Ende ist er Weltmeister und Millionär. Diese filmreife Geschichte wurde also nicht nur durch den Namen des Spielers in den Medien breitgetreten. Millionen Menschen vor den Fernsehern wollten eigentlich Eishockey schauen, wurden stattdessen wegen eines Streiks mit diesem Pokerereignis unterhalten und natürlich von der Idee infiziert, selber ebenfalls ein Vermögen zu erspielen.

Der Moneymaker Effekt war da und die Kunden strömten in Scharen an die Tische.

Nun entwickelte sich auch die Forenkultur. Two Plus Two befand sich mit der Veröffentlichung von Pokerbüchern jahrelang in einer Nische. Mit dem Erfolg des Online-Pokers stieg aber auch der Bedarf an Fachliteratur und der Verlag wurde im Sog des Booms extrem populär. Gründer und Besitzer Mason Malmuth und David Sklansky sind Pokerprofis der ersten Stunde und haben mit Büchern wie „The Theory of Poker“ und „Hold’em Poker for Advanced Players“ Klassiker geschrieben. Mit weiteren Autoren wie Dan Harrington (Harrington On Hold’em) schuf man Pflichtlektüre für ambitionierte Spieler. Es gab viel zu studieren, die Fortschritte im eigenen Spiel machten sich aber schnell bezahlt. Inzwischen sind mehr als 40 Bücher über diesen Verlag erhältlich, diese wurden in mehrere Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Auch heute darf man behaupten, dass die Strategien und Ratschläge in den Büchern dieses Verlages eine überdurchschnittliche Qualität aufweisen.

Neben der Buchlektüre tauschten sich die Spieler immer öfter und ausführlicher in den Foren aus. Das Forum von Two Plus Two ist deshalb im Laufe der Jahre zum größten Treffpunkt der Spieler geworden. Über die dortigen Threads und Diskussionen wurden einige Skandale aufgedeckt und die Kunden haben über diese Plattform auch die Chance auf die Geschicke der Onlineanbieter Einfluss zu nehmen, da die Verantwortlichen mitlesen und auch in den Foren über Medienmanager aktiv sind.

2005 - Pokern.com geht an den Start!

Aber natürlich gab es nicht nur 2+2, denn in diesem Jahr ging auch Pokern.com an den Start!

Für die deutschsprachigen Spieler folgten ebenfalls Angebote. Pokern.com startete die Online-Präsenz 2006 und lud die Leser direkt zu einer Freeroll ein. Damals wie heute sind Freerolls (kostenlose Turniere mit Echtgeldpreisen) bei Freizeitspielern eine beliebte Option, um ohne Einzahlung eine Pokerkarriere zu beginnen. Nicht wenigen Spielern gelang es über diese Einladungsturniere ein (kleines) Vermögen aufzubauen.

Pokern.com entwickelte sich vom Start weg gut. Bereits 2006 wurde ein kleiner Shop mit Merchandising integriert. 2007 wurde das Angebot um Blogs erweitert. Die Spieler Dapapst, Figool, Gamibt und noch einige andere bloggten aus dem Spielerleben und inspirierten damit die Leser. Auch wenn es nichts Schlimmeres als die Badbeat-Storys der Gegner gibt, ist es doch tröstlich zu wissen, dass man nicht der einzige Spieler auf der Welt ist, der über viele Tage Sessions verliert und dessen Asse nicht den River überleben.

Viele Spieler nutzten das deutschsprachige Angebot, um sich über Strategien auszutauschen, sich für Homegame-Runden zu verabreden oder das Für und Wider von Pokerzubehör bzw. Software zu diskutieren. Sogar das Selberbauen von Pokertischen wurde erläutert, zeitweise waren bis zu 5.000 Spieler täglich auf der Seite und überraschend viele von ihnen begeisterten sich für Chipdesign und Pokerhandwerk.

Pokerspieler werden zu echten Superstars.

Inzwischen wimmelte es im Pokergeschäft von großen Namen und Prominenz, aber besonders die Pioniere sind noch allen im Gedächtnis. Doyle Brunson gehört zu den festen Größen. Der hochgewachsene Texaner wurde auch Texas Dolly genannt und spielte bereits seit den 70er Jahren Poker, gewann viele Titel, noch mehr Preise und setzte sich mit dem ersten ernsthaften Pokerbuch ein Denkmal. Er bat 1978 (also lange vor dem Boom) seine besten Pokerfreunde um Unterstützung und tatsächlich schrieben sie für verschiedene Spielvarianten jeweils ein Kapitel in das Buch „Super System“. Die Erklärungen und Strategien waren bahnbrechend und zeigten allen Lesern, dass Poker kein reines Glücksspiel ist. Das Buch war über viele Jahre in regulären Buchhandlungen nicht zu beziehen, galt aber bis in die 90er als Pokerbibel und wurde mehrfach überarbeitet.

full-tilt-pros

Neben Texas Dolly hatten sich Spieler wie Barry Greenstein, Daniel Negreanu, Phil Hellmuth, Phil Ivey, Jennifer Harman, Huck Seed, Chip Reese, Erik Seidel, Howard Lederer und auch Gus Hansen einen Namen im Live Poker gemacht und wurden durch die TV Shows über die Highstakes Partien und Turnierübertragungen zu Stars der Szene. Der Geldfluss schien nicht enden zu wollen. Unanständige Summen wurden für Sponsorenverträge gezahlt und landeten oftmals direkt als Einsatz an den Pokertischen. Die alteingesessenen Pokerprofis hatten sich ihr Wissen über viele Jahre in tausenden Spielstunden in den Casinos angeeignet und wurden nun fürstlich entlohnt. Gleichzeitig mussten die alten Spieler aber auch erleben, wie in kürzester Zeit junge Spieler nachrückten und ihnen das Leben mehr als schwer machten.

Durch die hohe Geschwindigkeit im Online-Poker konnten neue Spieler in wenigen Monaten ein Volumen erspielen, für das vormals Jahre erforderlich waren. Dabei wurden sämtliche Hände in Datenbanken festgehalten, sodass die Partien analysiert werden konnten. Die neuen Profis verbesserten dadurch nicht nur das eigene Spiel, sondern auch das Spiel der Gegner wurde auf Schwächen durchleuchtet.

Die neue Generation der Online-Spieler brachte viele erschreckend gute und wagemutige Spieler hervor, aus dieser Menge ragte Tom Dwan besonders heraus. Der unter dem Nick „Durrrr“ spielende Amerikaner gewann online die größten Partien und Pötte. Sein aggressives Spiel hatte nichts mehr mit den tighten Ratschlägen aus den Lehrbüchern zu tun. Über die TV-Shows konnten alle beobachten, dass er sich nicht an irgendwelche Empfehlungen hielt, stattdessen spielte er nahezu jede Hand und stellte durch gut platzierte Bluffs die besten Gegner auf die Probe. Die Sendung „Highstakes Poker“ brachte die alten Profis mit der neuen Spielergeneration zusammen und zeigte die Partien, in denen Millionen Dollar neue Besitzer fanden. Die Zuschauer erlebten den Wahnsinn über die Holecard-Kameras mit und der launige aber fachlich korrekte Kommentar vom Moderator Gabe Kaplan machte deutlich, dass man kein simples Gezocke erlebte, sondern die Spieler sich austaktierten.

Im Nachhinein darf man wohl von den goldenen Jahren beziehungsweise vom Peak im Pokerboom sprechen. Es wäre aber fahrlässig für die Garde der Online-Spieler ausschließlich Tom Dwan hervorzuheben. Phil Galfond setzte genauso über sein Onlinespiel zum Höhenflug an wie Daniel Cates. Beide Spieler zeigten ebenfalls an den Live-Spielen Interesse und etablierten sich dort im Kreis der Allrounder. Weitere große Namen wie Cole South, Aaron Jones und Vanessa Selbst waren nicht nur bei den Pokerseiten als Spieler erfolgreich, sondern etablierten Pokerschulen, die das Spiel auf das nächste Level pushten.

Der Wechsel zum Live-Spiel ist einem phänomenalen Spieler nicht geglückt. Isildur1 sorgte lange Zeit als anonymer Highroller für Schlagzeilen. War man von Tom Dwan schon eine freche Spielweise gewohnt, schlug „Isildur1“ dem Faß den Boden aus. Die höchsten Partien mit den stärksten Spielern der Welt und das auch noch Heads-Up grenzte an Wahnsinn und zog die Pokerwelt magisch in den Bann. Hinter dem Nicknamen steckte der Schwede Viktor Blom der über Monate für die höchsten Pötte, Verluste und Gewinnserien verantwortlich zeichnete. PokerStars war das Medieninteresse nicht entgangen und der Anbieter sicherte sich Blom per Sponsorenvertrag für das Team PokerStars. Daraufhin spielte Blom auch Liveturniere und musste sich mit den Medien arrangieren. Beides gehörte offensichtlich nicht zu den Stärken und Leidenschaften des jungen Profis. Recht schnell wurde der Vertrag beendet und Blom konzentrierte sich wieder auf die Online-Partien. Er lief aber nicht mehr zu alter Form auf und ist ein wenig in der isildur1Versenkung verschwunden. Dies gilt aber für fast alle Highroller, da die Partien um die ganz großen Einsätze zurzeit kaum frequentiert sind. Viele der Profis haben sich zusätzlich von den Trackingseiten abgemeldet, das heißt, deren Spiele (Gewinne/Verluste) werden nicht mehr erfasst und bleiben unter dem Radar. Während Blom weiterhin online ist, macht sich Tom Dwan rar. In den Kasinos von Macau soll dieser Millionen verloren haben und pleite sein. Damit würde er das gleiche Schicksal teilen wie Gus Hansen. Der Däne war jahrelang einer der besten Spieler und das sowohl Live als auch online. Während er durch Turniersiege Millionen gewann, verlor er in den Internetpartien schnell den Anschluss und wurde vom Jäger zum Gejagten. Da die Sponsorengelder ausblieben und auch die Livespiele schwerer zu schlagen waren, endete nach einem Verlust von 18 Millionen Dollar an den Onlinetischen die Karriere vom „Great Dane“.

Livespieler wie Phil Hellmuth, Doyle Brunson oder Barry Greenstein hatten zwar eigene Pokerseiten beziehungsweise lukrative Sponsorenverträge, konnten ihre Erfolgsgeschichten aus dem Casino aber nicht an den virtuellen Tischen weiterschreiben. Ausnahmen wie Patrick Antonius und Phil Ivey bestätigten lediglich die Regel. In den letzten Monaten musste aber auch Ivey einsehen, dass er der Entwicklung im Online-Poker hinterherhinkt und nach mehreren Millionen Dollar Verlust verzichtet er zurzeit auf weitere Onlinepartien.

Als feste Größe im Pokerboom darf man Dusty Schmidt nicht unterschlagen. Der ehemalige Golfspieler entdeckte das Pokern für sich und war lange Zeit der „Vorzeigegrinder“ in der Pokerwelt. Er verdiente sein Geld durch massives Multitablen. Stundenlange Sessions führten zum Spitznamen „Leatherass“. Das Schmidt über sein Spiel und die Umstände bloggte, verschaffte dem Selfmade-Pokermillionär einen hohen Bekanntheitsgrad. Als er im daniel-negreanuBlog darüber berichtete, dass er sich die Pinkelpause durch eine Flasche am Pokertisch spare, um den positiven Effekt des fehlenden Sitouts und der zusätzlich gespielten Hände in Dollar zu berechnen, war der unbedarfte Leser trotz aller Berühmtheit des Spielers und der logischen Erklärung etwas irritiert. Seinen Ruf und sein Können nutzte er schließlich für beachtenswerte Pokerbücher, zahlreiche Coachingvideos und einige Ausflüge in TV-Shows.

Was Coca Cola für die Getränkeindustrie ist, ist Daniel Negreanu für das Pokerspiel. Jeder der mit unserem Spiel in Berührung kam, wird diesen Namen kennen. Der Kanadier startete bereits als Teenager seine Pokerkarriere. Inzwischen ist der 42-jährige Multimillionär (knapp 30 Millionen Dollar Turnierpreisgeld) und Mitglied der Poker Hall of Fame. »Kid Poker«, so sein Spitzname nutzte von Beginn an sämtliche Medien um Werbung für das Spiel, seinen Sponsor (PokerStars) und sich zu machen. Mit seiner offenen, sympathischen und teilweise erschreckend ehrlichen Art wurde er zum Liebling (fast) aller Spieler, Fans und Medien. Auch wenn man die Fachbücher von Negreanu nicht gelesen haben muss, sollte man seinen Statements im Blog und Twitteraccount folgen. Es wird kaum eine entscheidende Entwicklung im Pokergeschäft geben, die nicht von Negreanu ausführlich kommentiert und bewertet wird.

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2005 bis 2011 – Software, Bücher und Coaches

Mit der steigenden Beliebtheit des Pokerspiels wuchsen natürlich auch die Nachfrage und das Angebot im Umfeld des eigentlichen Spiels. Tools wie Poker Tracker, Pokerstove, Holdem Manager, Smartbuddies, NoteCaddy und Tableshark sorgten für unendliche Analysemöglichkeiten.

poker-table-statsWährend die Trackertools dafür sorgten, dass jede gespielte (und auch eingelesene beziehungsweise beobachtete Hand) in der eigenen Datenbank landeten, halfen kleine Programme (damals hießen die noch nicht Apps) wie Notecaddy, automatisiert Auffälligkeiten oder Muster der Gegner in der Datenbank zu erkennen und per Head-Up-Display darzustellen. Die sogenannten HUD’s ließen sich immer umfangreicher konfigurieren und boten schon bald eine Unmenge möglicher Statistiken. Bei diversen Spielen sah es auf dem Bildschirm eher nach Excel-Tabelle als nach einer Partie Poker aus. Tablefinder wurden eingesetzt, um in der Vielzahl der Tische und auch Plattformen die besten Tische zu finden. Man konnte sich benachrichtigen lassen, wenn sich beispielsweise Daniel Negreanu einloggte, meistens suchte man aber nicht die Profis, sondern „loose“ Tische oder Spieler, deren Spielweise schnelle Gewinne versprachen.

Anregungen zur Spielanalyse konnte man sich über Online-Coaches suchen. Cardrunners oder Deucescracked boten für einen monatlichen Beitrag eine Vielzahl an Videos, in denen die Profis sich über die Schulter schauen ließen. Die Coaches erklärten dabei jeden Spielzug und Gedankengang und sorgten in kürzester Zeit für große Fortschritte im eigenen Spiel. Die Mitgliedschaft rentierte sich schnell und die meisten ambitionierten Spieler dürften sich bei mehreren Anbietern registriert haben. Zu den bekanntesten Trainern gehörten Cole South, Brian Hastings, Taylor Caby, Vanessa Selbst, Phil Galfond und Andrew Seidman.

Wie bei den Büchern oder TV-Shows mit Hole-Card-Kamera tobte die Diskussion, ob diese Trainer dem Pokerspiel durch die Lehrvideos Schäden zufügten. Da wir Poker aber als Strategiespiel begreifen, würden solche Argumente auch für Schach oder andere Denksportspiele gelten. Natürlich brachten die Videos das Spiel in kurzer Zeit auf ein extrem hohes Level. Reines Nachahmen der Spieltechniken verschaffte aber nur einen kurzfristigen Erfolg, weil sich jede Spielweise kontern lässt. ABC Poker (Standardspiel zum Beispiel nach einem Starthand-Chart) war und ist nur bis zu einem bestimmten Punkt erfolgreich. Man vermeidet hierdurch zwar große Fehler, wird aber auf lange Sicht ausgespielt. Ständiges Reagieren und die Anpassung auf den Spielverlauf, Gegner und die Situation waren für die Highstakes-Partien erforderlich. Inzwischen dürfte man selbst im Low-Stakes-Bereich mit reinem ABC-Poker kaum Gewinne erspielen. Um eine Spielroutine über die Standards aufzubauen und sich auszuprobieren empfehlen sich deshalb die Micro-Limits.

starting-hands-tabelle-pokerBegleitend zu den Online-Seminaren veröffentlichte so gut wie jeder professionelle Pokerspieler Literatur zum Thema. Oftmals war das Ergebnis eher zweifelhafter Natur (Phil Hellmuth – Play Poker like the Pros), andere waren smart und unterhaltsam (Barry Greensteins „Ace on the River“). Die meisten zwar inhaltlich nicht falsch (Erick Lindgren – Making the final table), aber kaum für den eigenen Spielfortschritt geeignet. Auch die Online-Spieler veröffentlichten Literatur. Andrew Seidman (alias Balugawhale) verschaffte mit „Easy Game“ einen hervorragenden Einblick in die Spielweise fortgeschrittener Spieler. Dusty – Leatherass – Schmidt schuf mit „Don’t listen to Phil Hellmuth“ ein besonderes Werk, indem er aufzeigte, wie veraltet die Spielweise der Live-Spieler ist. Nach dieser Lektüre dürfte so manch gestandener Profi erneut die „Schulbank“ gedrückt haben. Mit „Treat your Poker like a Business“ zeigte Schmidt auf, dass man auch für das Pokergeschäft einen entsprechenden Karriereplan haben sollte. Jared Tendler, Tommy Angelo und einige andere, kümmerten sich ausführlich um die mentale Seite beim Pokerspiel. Das ständige Auf und Ab an den Tischen, die hohen Summen, die nervenzerrende Varianz und oftmals ein fehlender Ausgleich machten vielen Spielern zu schaffen. Diese konnten sich in Bücher wie „Elements of Poker“, „The Tao of Poker“ oder „The Mental Game of Poker“ Unterstützung suchen.

Wer sich einen Überblick über den Ablauf und die Spielphasen eines großen Turniers verschaffen will, sollte sich „Every hand revealed“ von Gus Hansen kaufen. Gus war 2007 bei der »Aussie Millions« auf dem Gipfel seiner Spielkunst und kommentierte jede Hand in ein Diktiergerät. Dabei kam ihm zugute, dass er auf Dänisch diktieren konnte und so kaum Informationen an seine Gegner gelangten. Kurioserweise konnte der Däne das Turnier gewinnen und aus den Aufzeichnungen ein interessantes und lesenswertes Pokerbuch erstellen.

Natürlich erkannte auch der altgediente 2+2-Verlag die Zeichen der Zeit. Während die Klassiker neu aufgelegt und in andere Sprachen übersetzt wurden, schrieben die Autoren unter Hochdruck neue Bücher. David Sklansky und Ed Miller zeigten in Büchern wie „No Limit-Hold’em: Theory and Practice“ ihre Klasse. Mit mathematisch höchster Präzision wurden Theorien und Strategien vorgestellt und anhand praktischer Beispiele erläutert. Die 2+2-Bücher kommen regelmäßig etwas trocken daher, das Studium lohnt sich aber immer. Während sich die genannten Bücher preislich im üblichen Rahmen bewegten, trieben einige Internet-Profis die Einpreisung der Bücher auf die Spitze. Unter dem Motto: „Wenn wir unsere besten Tricks verraten, können die Leser riesige Profite realisieren“, sollte für dieses Wissen auch entsprechend investiert werden. Für die PDF „Let there be Range“ verlangten die Autoren Tri Nguyen und Cole South 2008 stolze 1.000 Dollar. Immerhin sparte man sich beim Lesen Zeit, das Werk hatte nämlich keine 100 Seiten. In der Folgezeit wurden noch einige weitere Werke zu horrenden Preisen angeboten und gekauft. Ein Coach mit dem Nick „Improva“ nahm sich mit 400 Euro für das Buch „The Poker Puzzle“ fast schon bescheiden aus. Als Mehrwert konnte der Leser Kontakt mit dem Autor aufnehmen, Fragen stellen und sich per Videokonferenz coachen lassen. Investitionen in solcher Höhe waren damals vielleicht ungewöhnlich, in der heutigen Zeit vermutlich unmöglich. Grinder, die sich in Software, Bücher, Coachingseiten investierten, gaben im Regelfall auch einiges Geld für sogenannte Dataminer aus. Es hatten sich einige Anbieter darauf spezialisiert, die Daten der Pokerseiten durch Bots abzugreifen und die gesammelten Handhistorys an die Kunden zu verkaufen. Diese erhofften sich Spielvorteile und vor allem eine besser Tischauswahl durch schnelle Identifikation leichter Gegner.

Rückblickend war eben nicht alles gut im Pokerboom.

Die ersten Skandale und der Black Friday

Ob die mangelhaften Zufallszahlen bei Planet Poker, Verstöße gegen die Nutzungsregelungen durch Accountsharing oder Datatmining, das Pokern war ständig mit negativen Schlagzeilen konfrontiert. Oft machten sich Spieler durch offensichtliches Accountsharing unbeliebt und wurden in den Onlineforen geächtet. Einige Turnierprofis boten sich beispielsweise Finalisten großer Onlineturniere an. Für einen Anteil an der Geldprämie übernahmen diese entweder per Skype, Teamviewer oder Login-Daten das Spiel und sorgten so für einen unfairen Vorteil. In den kleineren Limits versuchten sich immer wieder Spieler mit Bots, deren vermeintliche Erfolge regelmäßig für Verunsicherung sorgten.

Natürlich tauschten sich auch Spieler an einem Tisch über die Holecards aus und profitierten von den Zusatzinformationen. In Relation zum Spielaufkommen handelte es sich aber um kleinere Delikte. Das stand dem Erfolg des Pokerns auch nicht im Wege, stattdessen sorgten diese Betrügereien für umfangreichere Prüfroutinen und damit für mehr Sicherheit.

superuser-pokerskandalEinige Betrugsskandale erschütterten die Pokerindustrie aber bis in die Grundfesten. Der sogenannte SuperUser-Skandal beschädigte den Ruf der Industrie massiv und sorgte in der Pokergemeinschaft für hitzige Diskussionen und stark gefrustete Spieler. Ultimate Bet war 2001 an den Start gegangen und hatte sich mit Live-Events auf Kreuzfahrtschiffen ein schillerndes Image geschaffen. Die Seite gehörte zu den zehntgrößten der Branche und die Kunden lobten, die schnelle und stabile Software. Das Unternehmen hatte mit Annie Duke, Phil Hellmuth, Antonio Esfandiari und Dave Ulliot Topstars unter Vertrag, die mit ihrem guten Namen für das Unternehmen einstanden. Umso größer war der Schock, als sich herausstellte, dass bei Ultimate Bet und auch bei dem Partnerunternehmen Absolute Poker frühere Mitarbeiter, die Software so manipuliert hatten, dass ihnen die Holecards der Spieler angezeigt wurden. Diese Superuser nutzten den Vorteil so offensichtlich und unverfroren, dass man das Gefühl haben musste, dass sie erwischt werden wollten. Vielleicht hatten Sie die Pokergemeinschaft und die Optionen der Trackingsoftware aber auch unterschätzt. Nachdem die Verantwortlichen eine Zeitlang versuchten, die Angelegenheit mit halbherzigen Dementis unter den Teppich zu kehren, wurden im Mai 2008 Betrügereien aus den beiden Vorjahren bestätigt.

Die bei Ultimate Bet unter Vertrag stehenden Stars bekleckerten sich in dieser Phase nicht mit Ruhm und agierten frei nach dem Motto „man beißt nicht die Hand, die einen füttert“. Während Phil Hellmuth überraschend kleinlaut versuchte, unter dem Radar zu bleiben, führte Annie Duke große Reden ohne etwas zur Aufklärung beizutragen. Die ohnehin umstrittene Schwester von Howard Lederer rutschte damit auf der Beliebtheitsskala bei den Pokerfans in den negativen Bereich. Erst 2010 schieden die beiden Pro’s bei dem Unternehmen aus. Eine komplette Aufklärung der Vorkommnisse oder sogar Benennung oder Anklage der Schuldigen gibt es bis heute nicht.

Duke war dann auch in einem weiteren Skandal verwickelt. Sie war eine der Hauptverantwortlichen der »Epic Poker League«. In dieser Turnierserie sollten lediglich die besten Spieler der Welt spielberechtigt sein. Für die Teilnahme musste man sich per Rankingsystem qualifzieren. Natürlich sollte das Buy-In hochpreisig sein und am Ende der Serie sollte eine gigantische Freeroll mit einem Preispool von einer Million Dollar für die Spieler ausgerichtet werden. Sowohl das Konzept als auch die Finanzierung war von Anfang an umstritten und konnte durch die Organisatoren auch nicht zufriedenstellend geklärt werden. Das vermeintliche Spektakel endete bereits nach 3 Events in 2011. Die Resonanz der Spieler war erschreckend, die Gesellschaft meldete Konkurs an und hinterließ einen Schuldenberg von knapp 10 Millionen Dollar.

Während Annie Duke sich durch ihr Verhalten bei Ultimate Bet mit anschließender Fehleinschätzung der League ins Abseits bugsierte, stürzte der Bruder Howard Lederer noch tiefer. Lederer war einer der Mitbegründer von Full Tilt Poker und diese Seite gehörte mit PokerStars zu den Benchmarkern der Industrie. Ein riesiges Profiteam stand bei Tilt unter Vertrag und die höchsten Partien fanden wie selbstverständlich auf dieser Plattform statt. Die Profis setzten Millionen an den Tischen ein, spielten sämtliche Live-Turniere und waren in den Highroller-TV-Shows allgegenwärtig. Das gesamte Unternehmen inklusive Tross war ein Selbstläufer, da konnte eigentlich nichts schiefgehen.Ging es auch nicht, dann kam aber der Black Friday.

2011 – Black Friday – die Blase platzt.

black-friday-pokerVom schlimmsten Tag in der Geschichte des Online-Pokerns sind immer noch die Auswirkungen zu spüren. Nachdem sich die Justizbehörde längere Zeit das Treiben der Anbieter in der rechtlichen Grauzone angeschaut hatte, schlug die US-Regierung am 15. April 2011 unerwartet und hart zu. Ob es an den Skandalen und Betrugsversuchen, an der Lobbyarbeit der Live-Kasinos oder der Panik vor Geldwäsche in Verbindung mit Terroranschlägen lag, der Online-Sektor stand in den USA seit dem UIGEA (Unlawfull Internet Gambling Enforcement Act) auf dem Index, wurde aber geduldet. Das Gesetz verbot ausschließlich die Zahlungsabwicklungen zwischen den Anbietern und den Banken, ein rigoroses Verbot des Online-Glücksspiels gab es nicht.

Während sich Party Poker als Aktiengesellschaft dem Landesrecht beugte und den US-Markt frühzeitig verließ, blieben andere Anbieter aktiv und redeten sich ein, sicher zu sein. Neben diversen kleineren Seiten hofften auch PokerStars, Full Tilt und Ultimate Bet mit Absolute Poker (Cereus-Netz) auf ein Happy End für die USA. Die Nachfrage war groß, die Kunden liebten Poker und die PokerPlayersAlliance versuchte, Einfluss auf die Gesetzgeber zu nehmen. Da die Geldtransfers zu Glücksspielseiten untersagt waren, wurden die Anbieter kreativ und verschleierten die wahre Bestimmung der Ein- und Auszahlungen bestmöglich.

Die Transaktion von hunderten Millionen Dollar blieben den Behörden natürlich nicht verborgen. Erschwerend hinzu kam, dass einige Verantwortliche anderer Firmen angeklagt wurden und für Strafmilderung mit den Behörden kooperierten. Aus den gelieferten Informationen konnte das Departement of Justice dann eine umfangreiche Anklage entwickeln und die entsprechenden Schritte einleiten. Dabei wurden die Betreiber der Pokerseiten eben nicht wegen illegalen Glücksspiels, sondern wegen Bankbetrug und Geldwäsche vor den Kadi bestellt.

Die Seiten von Ultimate Bet und Absolute Poker waren bereits durch den zurückliegenden Superuser-Skandal gebeutelt und nachdem die Clients geschlossen, die Domains gesperrt und die Gelder der Unternehmen eingefroren waren, gingen die Lichter dort aus. Leidtragende waren die verbliebenen Kunden. Ca. 60 Millionen Dollar, die von den Kunden in das Netzwerk eingezahlt waren, gingen verloren. PokerStars wiederum kooperierte sofort mit den Behörden und stellte sicher, dass die Seite außerhalb der USA den Geschäftsbetrieb fortführen konnte. Da die Spielereinlagen und Firmengelder getrennt verwaltet waren, konnten die US-Kunden recht schnell ausbezahlt werden. Natürlich brach der Traffic ein, Stars stabilisierte sich aber und konnte in der Folgezeit PartyPoker auf dem Weltmarkt den Rang ablaufen.

Eine böse Überraschung gab es für die Spieler von Full Tilt Poker. Howard Lederer, Ray Bitar und Chris Ferguson hatten sich auf den US-Markt konzentriert und konnten den Einbruch an Spielerzahlen deshalb nicht austarieren. Stattdessen brach das Unternehmen wie ein Kartenhaus zusammen. Lederer und Konsorten hatten die Firmengelder nicht von den Geldeinlagen der Spieler getrennt, diese katastrophale „Buchführung“ sorgte für Chaos. Verbindliche Aussagen oder Lösungsansätze blieben die Verantwortlichen schuldig, stattdessen machten sich diese noch schnell mit zig Millionen die eigenen Taschen voll und tauchten unter.

Am Ende summierte sich der Schaden für die Kunden auf 300 Millionen Dollar. Ein Schuldeingeständnis von Lederer folgte erst in 2016 und rechtlich wurden weder Ferguson (der immer noch beharrlich zum Thema schweigt) noch Lederer belangt. Der Geschäftsführer Ray Bitar wurde immerhin verhaftet. Aus gesundheitlichen Gründen wurde das Verfahren aber eingestellt, Bitar sollte durch eine Herzkrankheit nur noch eine kurze Lebensdauer haben. Fünf Jahre später wurden Bilder seiner prunkvollen Hochzeit veröffentlicht, der Gauner hat sich offenbar wie durch ein Wunder erholt.

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10 Jahre Pokern.com:

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2011 – Die Zeit nach dem Schock

Der Boom war schlagartig vorbei und es galt für die Anbieter und Spieler umzudenken. Das schnelle Wechseln der Bankroll zwischen zig Pokerseiten, um Einzahlungsboni zu kassieren, entfiel fast komplett. Die Zahlungsabwickler Moneybooker und Neteller gerieten ins Trudeln und fusionierten. Die Spieler waren selbstverständlich misstrauischer geworden und im Zweifel blieb man bei PartyPoker, PokerStars oder dem iPoker-Netzwerk. Diese Anbieter hatten ihre Dampfer auch in der schweren See auf Kurs gehalten und dabei keine Kunden verprellt.

Für PokerStars setzte schon bald wieder der Aufwärtstrend ein. Die Seite hatte sich bereits im Vorfeld um Europa und Asien bemüht und erntete nun die Früchte der vorausschauenden Firmenpolitik. Mit großem Abstand wurde Stars Marktführer und traf Entscheidungen, die der Pokerwelt wieder ein besseres Image verschafften. Mit dem Aufkauf von Full Tilt inklusive Übernahme der Verbindlichkeiten und Auszahlung an die US-Kunden begann ein zaghafter Flirt mit den US-Behörden. Inzwischen ist in einigen Bundesländern Online-Poker legalisiert und PokerStars hat zum Beispiel in Jersey wieder einen Pokerclient am Start. Bisher ist nur in kleinen Regionen der USA ein Spielbetrieb möglich und strikt vom Rest der Welt getrennt, die Hoffnung auf einen gemeinsamen Markt ist aber noch nicht vollständig aufgegeben.poker-marktanteile

Durch die Professionalisierung des Spiels, den zahlreichen und mächtigen Tools und dem Rückgang der Spielerzahlen kam der Geldkreislauf aus dem Gleichgewicht. Die neuen Spieler wurden in kürzester Zeit von den Kennern ausgespielt und die Ersteinzahlung war schnell verbraucht. Oftmals kehrten die „Neuankömmlinge“ dem Spiel frustriert den Rücken und waren als Kunden dauerhaft verloren. Die Profis wiederum vermieden Konfrontationen untereinander und spielten nur, wenn ausreichend „schlechtere“ Spieler am Tisch saßen. Mit diesem Problem kämpfen die Anbieter bis heute. In den letzten zwei Jahren wurden deshalb rigorose Änderungen zugunsten der Freizeitspieler vorgenommen. Die Anbieter machten deutlich, dass nur durch neue Kunden auch neues Geld in den Kreislauf gelangt. Da die Unternehmen nur durch Spielzeit (Gebühren pro gespielter Hand) Geld verdienen, ist es in deren Interesse, die Anfänger und deren Bankroll zu schützen. Trotz riesiger Proteste der sogenannten „Regulars“ haben inzwischen alle Seiten die Bonusprogramme entsprechend angepasst und die Freizeitspieler in den Fokus gerückt.

Auch wenn sich die Grinder natürlich gerne an den Goldrausch der Anfangsjahre zurückerinnern, ist einzusehen, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Als langjähriger Pokerfan und geübter Spieler ist aktuell manch bittere Pille zu schlucken. Im Zweifel sollten wir unsere Einstellung zum Pokern noch einmal überdenken, bevor wir den Anbietern Vorwürfe für die Neuausrichtung des Geschäfts machen. Ohne Spielspaß wird das Pokerspiel keine Zukunft haben und Spaß ist nicht gleichzusetzen mit Gewinn bzw. Return of Investment.

2016 – Ein Blick in die Zukunft

Ob sich ein Liga-/Rankingsystem etablieren lässt? Dann müssten allerdings durch Prämien auch Anreize für die Profis geschaffen werden. Es müsste sich für die besseren Spieler lohnen, sich untereinander zu messen. Neben diesen Justierungen sind die Märkte natürlich ausschlaggebend. Wie lange werden sich die Gesetzgeber noch einer Öffnung/Legalisierung verweigern. Natürlich gilt es, die Bürger vor Suchtgefahren zu schützen. Aber Hand aufs Herz, dieser Verbraucherschutz steht meistens im Schatten möglicher Steuereinnahmen. Wir dürfen also die Hoffnung haben, dass die Regierungsvertreter irgendwann bemerken, dass sich über Online-Glücksspiel bzw. Poker reichlich Steuereinnahmen generieren lassen.

Ein Szenario für einen neuen Boom?

Ein reguliertes Pokerspiel über möglichst alle Ländergrenzen hinweg, würde die Chancen auf einen neuen Boom erhöhen. Mit etablierten, vertrauenswürdigen Netzwerken, ausgereifter Software und Spielerpools, die passend zur Spielstärke generiert werden. Je besser man spielt, umso höher die Belohnung / Prämie bei erfolgreichem Spiel. Poker als E-Sport – demnächst auch in der Virtual Reality.

Wir sehen uns an den Tischen!