Entscheidet man sich das Kartenspiel Poker etwas ernsthafter anzugehen, dann kommen bei den meisten Spielern zunächst drei wichtige Fragen auf:

• Wie viel Geld muss beziehungsweise sollte ich in Poker investieren?
• Welches Limit sollte ich mit diesem Geld spielen?
• Ab welcher Bankroll sollte ich in den Limits jeweils auf- oder absteigen?

Die Antwort auf diese Fragen liefert das sogenannte Bankroll Management (BRM), welches dieser Poker-Strategieartikel näher erläutern wird.

Der Pokerbegriff „Bankroll“ bezeichnet das Geld, welches man zum Pokern zur Verfügung hat. Dieses befindet sich in der Regel auf dem eigenen Pokerkonto beziehungsweise auf einem Online-Konto (z.B. Skrill, Neteller etc.) und kann als eine Art Investition angesehen werden. Die Höhe der Investition sollte jeder Spieler für sich selbst bestimmten. Hierbei ist es wichtig nur Geld einzusetzen, welches man nicht dringend für andere (grundlegende) Zwecke benötigt.

Da Pokergewinne aufgrund der Natur des Spiels positiven und negativen Schwankungen ausgesetzt sind, ist es nötig, die Bankroll sinnvoll zu managen. Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit des kompletten Verlusts der Bankroll (Risk of Ruin) zu minimieren und gleichzeitig die möglichen Gewinne durch eine angemessene Limit-Wahl zu maximieren. Regeln dafür liefert das sogenannte Bankroll Management.

Vor der Wahl eines geeigneten Bankroll Management sollte einem folgendes klar sein:
• Der Risk of Ruin (RoR) ist immer größer als Null. Egal wie gut man spielt und wie konservativ das BRM ist: Die Möglichkeit des Bankrotts ohne eigenes Zutun ist stets gegeben. BRM hilft diese Verlustwahrscheinlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren.

Das individuell optimale Bankroll Management hängt von verschiedenen Faktoren ab:
• Winrate: Je größer die eigene Winrate, desto kleiner der RoR. Allerdings gilt es hier zu beachten, dass kein Spieler seine exakte reale Gewinnrate kennt.
• Spielerzahl: Je weniger Spieler am Tisch sitzen, desto größer ist die Varianz und desto konservativer sollte das BRM sein. Shorthanded Cash Game mit sechs Spielern erfordert also zum Beispiel unter Umständen mehr Buy-Ins pro Limit als Fullring Poker mit neun Spielern.
• Flexibilität in den Limits: Ist jemand bereit sehr oft auf- aber vor allem auch abzusteigen, so kann er sicherlich ein aggressiveres BRM anwenden. Limitabstiege können aber sehr frustrieren, das eigene Spiel stark beeinflussen und sind daher nicht zu unterschätzen.

Für den durchschnittlichen und ambitionierten Online Poker Anfänger empfiehlt sich ein sogenanntes 30-Stacks Bankroll Management. Dieses beinhaltet, dass man immer mit mindestens 30 Buyins (á 100 Big Blinds) auf einem Cashgame-Limit spielt. Hat man sich 40 Stacks für das nächsthöhere Limit erspielt, steigt man auf. Fällt die Bankroll auf dem Limit jedoch unter 30 Stacks, steigt man wieder ein Limit ab. Auf diese Weise ergibt sich ein ausgewogenes Verhältnis aus Risk of Ruin und möglichem Gewinn.

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Fazit

Bankroll-Management ist sehr wichtig, um die Existenz der eigenen Bankroll zu sichern. Aus diesem Grund sollte es ein elementarer Bestandteil der Poker Strategie eines jeden Pokerspielers sein. Mit fortschreitender Erfahrung und nach eigenem Ermessen kann das Bankroll Management auch individuell angepasst werden, allerdings ist stets zu beachten, dass man die vorgenommenen Grenzen einzuhalten hat und bei entsprechenden Verlusten in den Limits absteigt.