Bracelet No. 10 und noch kein Ende in Sicht. Ivey verkürzt den Abstand zu Phil Hellmuth und dieser dürfte allmählich Panik bekommen. Was bleibt dem Pokerbrat ohne seinen geliebten Rekord? 🙂

 

Event #46 ($50k The Poker Players Championship)

Überraschenderweise wurden die Veranstalter in diesem Prestigeturnier von dem Spielerzuspruch enttäuscht. Mit nur 102 Spieler war das Feld so klein wie noch nie in der Geschichte des Championships. Ursache für den Spielerschwund könnte die Entscheidung sein, das Finale nicht für das TV aufzubereiten. Durch die Übertragung hoffen die Spieler auf Medieninteresse und mittelfristig bessere Sponsorenverträge. Entfällt dieser Bonus, schrecken viele vor der Investition in Verbindung mit dem harten Gegnerfeld zurück. Trotzdem kam durch das hohe Buy-In ein stattlicher Preispool ($4,896,000) zustande. Jason Mercier hatte zu Beginn einen guten Lauf und führte nach zwei Spieltagen das Feld an. Unter den 56 verbleibenden Spielern befanden sich u.a. Jonathan Duhamel, Shaun Deeb und Scott Seiver. Nach einem langen dritten Spieltag war für die verbleibenden 22 Spieler der Finaltisch zwar nah, aber noch nicht einmal ein Preisgeld erreicht. Auf der Strecke blieben in Runde 3 u.a. Phil Ivey, Eli Elezra uns Doyle Brunson. Deren Chips landeten zum größten Teil bei Abe Mosseri der die Führung erspielte und mit Brandon Shack-Harris einen Verfolger hatte, der einen guten WSOP-Lauf (er hatte bereits jeweils einen ersten, zweiten und dritten Platz in diesem Jahr erreicht) nutzte. In diesem Event endete der Run von Mosseri auf Platz 4 während sich Shack-Harris auf den zweiten Platz spielte. Der junge Amerikaner traf im Heads-Up auf den erfahrenen John Hennigan und konnte den 1:3-Rückstand auf den Gegner nicht mehr aufholen.  Das Prestige-Bracelet ging in einer NLHE-Hand mit AT vs K7o an Hennigan der damit bereits sein drittes Bracelet erspielte. Der Sieger kassierte über $1,5 Millionen während für den Zweitplatzierten weitere $930k Preisgeld die WSOP versüßen.


Event #47 ($1,500 Ante Only)

Unter den 714 Spielern eiferten u.a. Daniel Negreanu, Phil Hellmuth, Erik Seidel, Humberto Brenes, Kevin MacPhee und auch George Danzer um das Bracelet. Dieses gewann dann mit aber mit Jesse McEuen ein weniger prominenter Name. McEuen schlug im Heads-Up Jonas Lauck und durfte sein erstes Bracelet und und Scheck ($ 212,093) in Empfang nehmen. Der aus dem Saarland stammende Lauck hatte das vierte Bracelet für Deutschland in Reichweite und führte zeitweise im Duell. Am Ende fehlte ein klein wenig Glück, trotzdem dürfte der Deutsche mit dem guten zweiten Platz und $130k Preisgeld auch zufrieden sein.

Jesse McEuen überraschte die Medien mit seiner Laufbahn. Der Spieler, der 2010 noch in Saus und Braus lebte und bei PokerStars den Supernova Elitestatus hielt, erlebte kurz darauf einen Absturz. Nach dem Black Friday war dem Online-Grinder die Existenzgrundlage entzogen und in den Wochen vor dieser WSOP lebte er in seinem Auto und konnte sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Durch einen Freund konnte er sich in einige Events einkaufen und schaffte es tatsächlich zum Bracelet und zu einer neuen Bankroll.


Event #48 ($1,500 PLO)

Das Finale spielten hier Scott Clements und Tyler Patterson. Clements mühte sich um sein drittes Bracelet, musste aber doch mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen und die Siegesfeier gehörte Tyler Patterson. Durch 991 Spieler war auch in diesem Turnier ein anständiges Preisgeld zu verteilen. Zum Bracelet gab es für den 31-Jährigen als Siegprämie $270,992


Event 49 ($5,000 No-Limit Hold'em)

696 Spieler, 72 bezahlte Plätze und mit Manig Löser ein Deutscher auf dem dritten Platz. Der Landsmann scheiterte mit Top-Pair gegen Two-Pair des Gegners kurz vor dem Heads-Up, erhielt damit zwar kein Armband aber immerhin $288,912 Prämie. Damit bleibt es weiter bei 3 Bracelets für die Deutschen. Das letzte Duell lieferten sich David Miscikowski und Norbert Szecsi. Das Match zog sich und wurde vertagt. In der Verlängerung schaffte es dann David Miscikowski zum Sieg. Für den Bracelet-Sieg kassierte der 28 Jahre alte Onlinespieler $719,707 Prämie.


Event #50 ($1,500 Eight-Game-Mix)

484 Spieler fühlten sich berufen und kamen an die Tische. Am Ende trat Phil Ivey einmal mehr den Beweis an, dass er als Pokerspieler der Benchmark ist. Er gewann das Turnier und sackte die Siegprämie in Höhe von $167,332 ein. Viel wichtiger dürfte dem Ausnahmespieler aber das Bracelet sein. Auf den Gewinn seines zehnten Bracelets hatte er diverse Wetten abgeschlossen und nun darf Ivey vermutlich aus seinem Umfeld wohl Wettschulden in Millionenhöhe eintreiben. Das Heads-Up spielte er gegen Bruce Yarmon. Während dieser Name für die meisten ein unbeschriebenes Blat ist, kannte Ivey seinen Gegner gut. Er hatte diesen bereits vor 15 Jahren im Cashgame in Atlantic City kennengelernt und ist seitdem mit ihm befreundet. Ivey schätzt zwar seinen Gegner, am Tisch gab es natürlich trotzdem kein Pardon – wie gewohnt agierte der 38-Jährige aggressiv und baute innerhalb weniger Hände eine komfortable Führung auf. Den Rückstand konnte Yarmon nicht aufholen und gab sich mit dem zweiten Platz und $103,162 Preisgeld zufrieden. Mit 10 WSOP-Siegen schließt der charismatische Amerikaner nun zu Größen wie Doyle Brunson und Johnny Chan auf. Phil Hellmuth führt das Ranking mit 13 gewonnenen Events weiter an.