Nach mehr als 100 Tagen Wartezeit und Spekulationen wurde es Zeit. Die neun Finalisten trafen sich zur entscheidenden Runde in Vegas.

Die größten Erwartungen lagen bei Ivey. Trotz relativ kleinem Stack kam er in den Diskussionen als weltbester Pokerspieler in die Favoritenrolle. Er spielte vorsichtig und suchte sich seine Spots aus. Nachdem er einen Coinflip gegen Cada verlor und damit ein drittel seiner Chips riskierte er mit AK seine letzten Chips.

Der Holzfäller und Chipleader Darvin Moon machte den Call mit AQ (Ivey hatte lediglich 10BB – es war also kein grober Fehler des Amateurs). Mit einer Q im Flop waren dann Iveys Chancen minimal und zum Entsetzen seiner Fans ließ sich der K weder auf Turn noch auf River sehen.

Ivey schied damit auf dem 7. Platz aus. Auf dem 9. Platz schied vorher bereits James Akenhead aus. Er pushte mit 33 und lief in 99 von Kevin Schaffel. Der verspielte die Chips allerdings sehr schnell und mit einem Bad Beat (AA wurden von Buchman’s KK geschlagen) verabschiedete sich Schaffel auf dem 8. Platz. Wegen der Shortstacks hatten viele mit viel Action zu Beginn des Tages gerechnet, überraschenderweise ließen es alle ruhiger angehen und erst nach 4 Stunden Spielzeit wurde der erste Stuhl frei.

Nach Ivey kam dann das nächste „Baum fäääääällllt“ aus der Holzfällerecke. Steven Begleiter musste sich der Axt geschlagen geben ^^. Mit QQ konnte Moon erneut mit AQ seine Hand verbessern. Das berüchtigte „Ace on the River“ war Begleiters Sargnagel.

Begleiter war im anschließenden Interview mit seinem Spiel zufrieden. „Man hofft seine Chips als Favorit in die Mitte zu bringen, das man dann auch mal gerivert wird gehört zum Spiel dazu. Ich werde nun erst mal eine Ecke suchen, kurz weinen und dann lange trinken“, so der Amateur zum Schluss. Den Gag korrigierte er allerdings noch – er freue sich auf seine Familie war das letzte Statement. Immerhin kassiert der Familienvater für den sechsten Platz $1,59 Millionen.

Jeff Shulman hat sich –trotz Abneigung gegen die Medienpolitik der WSOP- sicher mehr vom Finaltag erhofft. Nachdem seine JJ von Cada mit 33 geschlagen waren, endete der Titeltraum vom Cardplayer-Chef. Shulman hatte zwar einen schweren Tag und kein Kartenglück, haderte aber bei einem Gewinn von fast 2 Millionen Dollar nicht mit seinem Schicksal.

Vierte wurde dann Eric Buchman. Einer der heimlichen Favoriten am Tisch verlor einen Riesenpott gegen Saout. Buchman machte preflop mit AQ Druck und Saout rang sich schweren Herzens zu einem Call mit AK durch. Die Hand hielt und Saout kassierte 45 Millionen Chips. Buchman versuchte zwar zurück in’s Spiel zu kommen, beim zweiten Doppelversuch wurde er allerdings von Moon eliminiert.

Saout konnte sich bis zu diesem Moment nicht über den Ablauf des Finaltages beklagen. Er startete als Shortstack und als noch 3 Spieler am Tisch waren, führte er das Feld an. Er leistete sich keine groben Schnitzer und brachte seine Chips durchgängig als Favorit in die Mitte. Aber dann wurden die Titelträume vom Franzosen von Joe Cada zerstört.

Cada hatte erneut ein kleines Paar (22) und schlug Saouts QQ. Damit war Cada nicht nur der Spieler mit dem meisten Kartenglück sondern auch der neue Chipleader. Die restlichen Chips riskierte Saout dann mit 88 um mit AK von Akenhead in Ränge geschickt zu werden.

Der Franzose, der sich über Everest Poker online für 50 Dollar qualifizierte, kassierte für den dritten Platz 3,5 Millionen Dollar.

Damit stand nach fast 18 Stunden das Heads-Up fest. Joe Cada wird sich mit Darvin Moon um den Weltmeistertitel duellieren. Cada liegt mit 136,925,000 vor Moon der seinen Anfangs-Stack in die letzte Runde mitnimmt (58,875,000).