RiessDie „November Nine“ haben sich zum Finale des Main-Events der WSOP getroffen, also das größte Ereignis  des Pokerjahres erlebt. Unter den Finalisten gibt es keine eigentlichen Verlierer, sondern nur einen Riesengewinner. Der heißt Ryan Riess, ist 23 Jahre alt und kommt aus Michigan. Zur begehrtesten Trophäe der Pokerwelt gesellte sich ein Scheck mit der sympathischen Summe von $8,361,570!

Mit David „Raptor“ Benefield und JC Tran waren bekannte Namen im Finale. Wie schlug sich die Prominenz am Tisch?

Die Buchmacher hatten im Vorfeld JC Tran als Favoriten ausgerufen. Der 36-jährige Amerikaner mit vietnamesischen Wurzeln hatte zu Beginn nicht nur die meisten Chips sondern auch den größten Erfahrungsschatz. In seiner Karriere hat der ruhig agierende Profi bereits $8,8 Millionen an Turnierpreisgelder eingefahren, in seinem bisher größten Finale reichte es allerdings nur bis auf den 5. Platz.

Vor ihm schied mit David Benefield auf Platz 8 ein weiterer prominenter Name aus. Benefield war als Shortstack an den Tisch gekommen und spielte aggressiv. Sein erster Push blieb ohne Gegenwehr, sein anschließendes Minraise wurde allerdings gekontert. In der 12. Hand sah es bereits nach Feierabend aus, mit K9 gegen KJ hatte er seine Chips denkbar ungünstig in die Mitte gebracht. Mit einem Flush konnte er den Kopf jedoch aus der Schlinge ziehen. Kurz darauf fand er sich mit K2 vs. AK erneut in prekärer Situation. Dieses Mal gab es keine Hilfe vom Board und der achte Platz ($944,650 Preisgeld) war Endstation.

Insgesamt wurde das Finale sehr taktisch gespielt. Small-Ball-Poker war die Devise, die Pötte waren großteils sehr klein und Raises wurden respektiert. JC Tran gehörte zu den aktiveren Spielern am Tisch, das war vom Chipleader allerdings auch zu erwarten. Sein Engagement wurde jedoch kaum belohnt, in den Händen lief nicht viel zusammen. Die Führung konnte er deshalb nicht lange verteidigen und er wurde allmählich nach unten durchgereicht. In der 161. Hand riskierte er schließlich seine letzten Chips, blieb auch hier ohne Glück und wurde von Jay Farber in den Feierabend geschickt. Für den 5. Platz kassierte der Familenvater $2,106,526 Prämie. Diese fließen allerdings nicht vollständig in die Haushaltskasse. Tran hatte mit einigen Pokerfreunden Stake-Deals gemacht und dementsprechend Anteile von sich „verkauft“.

Amir Lehavot machte mit 77 vs. TT dann auf Platz 3 den Weg zum finalen Heads-Up frei. Jay Farber war als Amateur im Status gegen Ryan Riess zwar der Underdog, durfte aber mit einem Vorsprung in Sachen Chips starten. Der Zweikampf zog sich über 3 Stunden und die Fans im Zuschauerbereich hatten ausreichend Gelegenheit den jeweiligen Favoriten anzufeuern und zu feiern.

Riess hatte in der ersten Stunde des Duells die passenden Karten und konnte die Führung übernehmen und ausbauen. Farber, der in Vegas als VIP-Host arbeitet, wehrte sich auch als Shortstack tapfer, musste sich zuletzt aber mit Q5s vs. AKs geschlagen geben.

Riess jubelte weltmeisterlich, das Adrenalin sorgte aber auch für ein übersteigertes Selbstbewusstsein. Im Interview behauptete Riess zumindest, dass er einfach der beste Spieler der Welt sei. Douglas Polk, Phil Ivey … bitte übernehmen 🙂

Hier noch das Endergebnis mit den beeindruckenden Prämien:

1. Ryan Riess – $8,361,570

2. Jay Farber – $5,174,357

3. Amir Lehavot – $3,727,023

4. Sylvain Loosli – $2,791,982

5. JC Tran – $2,106,893

6. Marc-Etienne McLaughlin – $1,601,024

7. Michiel Brummelhuis – $1,225,356

8. David Benefield – $944,640

9. Mark Newhouse – $733,224