Das Finale der WSOP 2013 läuft. Was sind die Erwartungen bzw. Hoffnungen? Hoffentlich schaffen es ein paar Frauen in das vordere Feld. Ein reiner Männerklub ist nicht nur optische eine Tristesse.

Ein charismatischer Amateur sollte aus dem Einheitsbrei herausragen. Ein Underdog, mit dem man mitfiebert und für den man die Daumen drücken darf bringt Dynamik in das Turnier. Und natürlich sollten die Stars zum Teil spektakulär ausscheiden und auch den Finaltable aufwerten.

Soviel zu den Wünschen beginnen wir mit den Fakten. 6,352 Spieler kauften sich in die Weltmeisterschaft ein, 648 Plätze werden bezahlt und insgesamt sind annähernd 60 Millionen Dollar im Preispool. Der Sieger wird wie üblich mit einem Batzen Geld am Tisch fotografiert, in diesem Jahr werden $8,5 Millionen auf dem Filz gestapelt.

Im Feld gab es natürlich sämtliche Railbird-Magneten, die im Poker vorstellbar sind. Leider erwischte es mit Phil Ivey am dritten Tag einen besonders markanten (Paradies)Vogel. Ivey floppte ein Bottom-Set und musste sich einem besseren Set seines Gegners geschlagen geben. Auch Phil Hellmuth und Liv Boeree verabschiedeten sich und teilten dieses Schicksal mit Daniel Cates, John Racener, Robert Mizrachi, David Benyamine, Johnny Chan, Scott Seiver und Doyle Brunson.

Tom Dwan und Gus Hansen hakten diese WSOP ebenfalls ab. Beide hatten sich zwar für das Main-Event eingekauft, erschienen allerdings nicht am Starttag. Erst am Tag 2 kamen die Herren an die Tische um die herunter geblindeten Stacks (35 BB) zu verspielen. Beide schieden schnell aus und konnten sich im Anschluss wieder auf die High-Stakes-Spiele im Aria konzentrieren (lt. Tweet von Dwan gab es dort ein $3k-a-point open-face Chinese Poker). Hansen konnte in dieser Series lediglich einmal die Geldränge erreichen, Dwan bustete konsequent alle Events vor dem Geld.

Am Tag 4 waren noch 666 Spieler angetreten und hofften auf ein Preisgeld. Die Bubblephase war überstanden, als Farzad Bonyadi als Letzter mit leeren Händen und dem Titel „Bubbleboy“ ausschied. Traditionell erhielt der Unglücksrabe eine Freikarte für das Main-Event im Folgejahr.

Texas Dolly hatte sich – trotz seiner 79 Jahre – nach dem $50k Event auch zum Main-Event aufgerafft und erlebte einen Traumstart. Er dominierte die Starttage und hätte fast auf seine alten Tage noch Geschichte geschrieben. Am vierten Turniertag lief aber nichts zusammen. Die Pokerlegende kämpfte sich zwar in die Geldränge, dort ging aber der Stack zur Neige. Mit KT vs TT schied Brunson aus, immerhin gab es Standing Ovations und eine Prämie in Höhe von $28,063.

Am Ende blieben nur noch 239 Titelaspiranten übrig, die von Jon Lane als Chipleader angeführt werden. Mit Yevgeniy Timoshenko, JC, Tran, Annette Obrestad, Asthon Griffin, Carlos Mortensen, Noah Schwartz und Marvin Rettenmaier sind noch einige bekannte Namen im Spiel.

Der Titelverteidiger Greg Merson ist ebenfalls noch im Turnier und liegt mit 635k im Stack fast im Durchschnitt. Eine Titelverteidigung ist also noch nicht ausgeschlossen 🙂