Der Trubel in Vegas geht zu Ende und für ein paar Wochen pausiert die WSOP. Mit Michael –The Grinder– Mizrachi hat es auch in diesem Jahr ein renommierter Profi bis in das Finale des Main-Events geschafft. Von 7,319 Startern sind noch neun Spieler übrig und dürfen sich auf den größten Finaltable der Pokerwelt freuen.

Johnny Chan spielte über fünf Tage im Spitzenfeld des Turniers. Auf der Zielgeraden ging dem zweifachem Champion dann doch die Puste aus. Er verlor mit KK vs AA 4 Millionen an Chips und schaffte mit den wenigen verbleibenden Chips kein Comeback. Auch wenn Chan bestimmt schwer enttäuscht ist, darf der „alte“ Orient Express mit seinem Spiel sehr zufrieden sein. Hier hat einer der alten Garde der jungen Pokergeneration Paroli geboten. Hut ab! Mit Phil Galfond, Robert Mizrachi und JP Kelly schieden weitere bekannte Namen aus.

Unter die letzten 78 Spieler schafften es u.a. Theo Jorgensen, Alexander Kostritsyn und Scott Clements

Am achten Turniertag waren dann noch 27 Spieler im Geschäft und spielten aggressiv und konzentriert. Jedem war klar, dass die Chance bestand ein kleines Stück Pokergeschichte zu schreiben … das spornt an und hilft fokussiert zu bleiben. Die Stacks wurden für taktische 3- und 4-Bets genutzt und keiner konnte sich und seinen Stack in Sicherheit wiegen. Die Railbirds kamen durch das abwechslungsreiche, spannende Spiel auf ihre Kosten und die Stimmung war entsprechend gut im Saal.

affleckAuf dem Weg zum Finale gingen u.a. Johnny Lodden (27.), William Thorson (22.) und Scott Clements (18.) verloren. Matt Affleck (Foto) verspielte seine Titelchancen mit schwarzen AA. Mit den Pocket-Rockets geriet er an Jonathan Duhamel der Preflop mit 550k anspielte. Affleck machte ein 3-bet auf 1,55 Millionen und Duhamel reraiste auf 3,9 Mio. Affleck callt und mit 8 Millionen Chips in der Mitte ging es zum Flop: Td-9c-7h. Duhamel checkte und Affleck übernahm die Initiative mit einer Bet von 5 Millionen die vom Gegner gecallt wurde. Auf dem Turn ließ sich die Qd sehen und Affleck pushte seine letzten 11,6 Mio Chips in die Mitte. Duhamel grübelte und machte dann den Call. 42 Millionen lagen in der Mitte … alle Augen im Saal waren auf diesen Tisch gerichtet und Affleck musste sich dann JhJc von Duhamel ansehen. Damit lagen die Asse vorne … aber mit einer 8d bastelte sich Duhamel eine Straight aus dem Open-Ender und strich den fettesten Pot des Turniers ein.

Während für den jungen Pro der Weg in's Finale frei und der Chiplead gesichert war, konnte sich Affleck von diesem Schock nicht mehr erholen. Er verbarg sich eine Zeitlang hinter seiner Cap und schied dann auf dem 15. Platz aus und verließ mit hochrotem Kopf und sichtlich unzufrieden den Saal. Vielleicht wird er sich in ein paar Tagen über die Siegprämie von $500,165 freuen?

Erst als nur noch 10 Spieler im Feld waren, wurde das Spiel vorsichtiger. Keiner wollte die Chance auf Teilnahme am Finaltisch leichtfertig verspielen. Nach 18 Stunden Spielzeit (davon fast sechs Stunden in der Finaltable-Bubble) verlor Brandon Steven seine letzten Chips nachdem er den Großteil seiner Chips mit AK gegen QQ von Matthew Jarvis verloren hatte.

Die neun Finalisten dürfen auf das Bracelet und die Siegprämie von $8,944,138 hoffen. Die $811,823 für den neunten Platz sind allen sicher und werden bereits jetzt an die Spieler ausgezahlt … Geld für Coaching-Sessions und vernünftige Vorbereitung ist also vorhanden 🙂

Die besten Aussichten hat natürlich der Chipleader und der heißt Jonathan Duhamel. Mit 22 Jahren ist der Kanadier auch der jüngste Spieler im Finale. Michael Mizrachi hat in diesem Jahr bereits das $50k Player's Championship gewonnen und greift nun nach den Sternen. Sein nur mittelmäßiger Stack ist sicher kein K.O.-Kriterium.

Hier der Überblick über die Finalisten inkl. Chipstack:

1. Jason Senti (7,625,000)
2. Joseph Cheong (23,525,000)
3. John Dolan (46,250,000)
4. Jonathan Duhamel (65,975,000)
5. Michael Mizrachi (14,450,000)
6. Matthew Jarvis (16,700,000)
7. John Racener (19,050,000)
8. Filippo Candio (16,400,000)
9. Soi Nguyen (9,650,000)