Der Veranstalter sorgt mit dieser massiven Änderung für Aufsehen. Das Main-Event der WSOP 2008 startet wie geplant am 3. Juli und am 14. Juli werden die 9 Teilnehmer des Final-Tables ermittelt sein. Das Finale wird allerdings erst am 09. November gespielt. Die Spieler haben also 16 Wochen Pause und können in dieser Zeit eine Strategie entwickeln, die Gegner studieren, Coaches engagieren oder Sponsoren suchen.
 
Die Verantwortlichen versprechen sich von dieser Verzögerung eine größere Aufmerksamkeit. Die Medien können über Wochen über den anstehenden Final-Table berichten. ESPN nutzt die Pause um die WSOP-Shows vorab zu senden und kann mit nur zweistündiger Verzögerung das Finale übertragen. Die Weltmeisterschaft im Poker wird hierdurch zu einer Art Superbowl und die Einschaltquoten werden entsprechend hoch sein. Die Finalteilnehmer erhalten von Harrah's bereits im Juli das Preisgeld für den 9. Platz ausgezahlt, das restliche Geld wird im November mit "kleiner Verzinsung" an die Spieler ausgeschüttet.
 
Die Änderung wurde auch vom WSOP-Players Advisory Committee abgesegnet. Die beteiligten Pro's (u.a. Daniel Negreanu) sind sich sicher, dass der verzögerte Finaltable dem Pokersport mehr Aufmerksamkeit bringt. Die Amateure profitieren von der Pause besonders, da Sie sich intensiv auf die Herausforderung vorbereiten können. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen aus dem Spielerlager (u.a. V.Coren und J. Gold). Das besondere Flair des Main-Events wird beschädigt. Das Event wird auf dem Höhepunkt beendet und der Final-Table im November ist eher eine zweite, separate Veranstaltung, so die Gegner der Änderung.
 
In Sachen Spannung, Übertragung und Popularität des Events gibt es wahrscheinlich nur positive Effekte – ob dies auch für die Spieler gilt, bleibt abzuwarten.
 
quelle: cardplayer, pokernews, pokerolymp