Die World Poker Tour besuchte Wien und das Montesino verkaufte die Startstacks für das Main-Event für jeweils 3,300 Euro.

Insgesamt machten 220 Pokerfans mit und spielten um 625,500 Euro Preisgeld. Die Plätze leerten sich schnell, am Ende vom zweiten Turniertag waren nur noch 44 Spieler beteiligt und das Preisgeld immerhin schon in Sicht. Am dritten Tag schlug die Stunde von Fedor Holz, während sich viele Spieler in Richtung Geldränge »bangten« (27 Plätze wurden bezahlt), gewann Holz Pot um Pot, selbst ein zwischenzeitlicher Absturz (er rannte in AA des Gegners) brachte seine offensive Strategie nicht ins Wanken. Zum Feierabend hatte er sch den Chiplead verdient erspielt.

Der Vollständigkeit halber ist mit Robert Schulz noch der Bubbleboy zu erwähnen. Der Unglücksrabe war nach über 2 Stunden »hand-for-hand-play« der gefunden und musste als Letzter mit leeren Händen gehen (A8 vs. AT).

Mit Fedor Holz begann einer der stärksten Turnierspieler mit vielen Chips bewaffnet den vierten Tag. Der Online-Profi hat sich einen Namen (und eine Bankroll) mit Siegen bei den großen Sonntagsturnieren gemacht. Seinen größten Coup landete er im letzten Herbst mit dem Gewinn des Main-Events der WCOOP. Auf das große Erfolgserlebnis an den Live-Tischen muss Holz aber weiter warten. Im Run auf den Finaltisch geriet Holz ins Stolpern. Sein Stack schrumpfte und das Kartenglück kehrte nicht zurück. Auf Platz 11 war schließlich Feierabend, und als die Finalisten gefunden waren, hatte Vladimir Krastev als Führender die idealen Voraussetzungen zum Titelgewinn. Mit Thomas Bichon hatte sogar einer der Finalspieler die Chance einen zweiten WPT-Titel zu holen. Der Franzose konnte bereits den Finaltisch bei der WPT Zypern in 2009 für sich entscheiden.

Endlich war auch mal wieder eine Frau bis zum letzten Tisch gekommen, Gaelle Baumann brachte ausreichend Erfahrungen und wäre für eine Überraschung gut gewesen … wenn …

Ja, wenn nicht Konstantinos Nanos für alle der Spielverderber gewesen wäre. Der deutsche Spieler hatte zum richtigen Zeitpunkt des Turniers einen guten Lauf und war von der Konkurrenz nicht aufzuhalten. Die Blinds waren schon zum Start des letzten Tage hoch und die Spieler mussten schnell Risiken eingehen. Mit Sotiros Koutoupas war bereits im ersten Orbit das erste Opfer gefunden und auf Platz 5 endete die Hoffnung für Gaelle Baumann (AT vs. AQ). Während es nach den ersten Orbits nach einer klaren Angelegenheit für den als Chipleader gestarteten Krastev aussah, wendete sich mit einem All-In das Blatt. Krastev verkalkulierte sich Preflop mit einem six-bet-shove (KQ) und doppelte den Deutschen damit auf.

Krastev, der die ersten vier Gegner eliminiert, schaffte es dennoch mit einer 2:1-Führung in das Heads-Up. Hier agierte Nanos fast schon unverschämt glücklich und beendete das Duell nach 30 Händen. In der letzten Hand riskierte Krastev seinen Stack mit AQ nachdem er auf dem Flop sein Toppair getroffen hatte. Nanos hielt mit, zeigte JT (Flop:Q-9-7)und vervollständigte auf dem Turn seinen open-ended-straight-draw. Damit musste sich der Wiener mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Vermutlich wird er mit seiner »untermotorisierten« Six-Bet noch einige Tage hadern, danach sollte er sich aber über den zweiten Platz und das Preisgeld freuen.

Insgesamt hatte das Finale viereinhalb Stunden gedauert und es wurden lediglich 81 Hände gespielt. Hier noch die Aufwandsentschädigung (in Dollar) und das Ergebnis im Überblick:

1. Konstantino Nanos – $157,447

2. Vladimir Krastev – $108,113

3. Thomas Bichon – $68,227

4. Andreas Freund – $51,432

5. Gaelle Baumann – $37,262

6. Sotirios Koutoupas – $30,964