Donnerstag, 06. September 2012 um 17:15 Uhr
Neben den großen Turnierserien der WPT und EPT gibt es einige herausragende Events die ebenfalls gut frequentiert sind und das Interesse der Öffentlichkeit auf sich ziehen.
Das Highroller-Event in Macau gehört definitiv dazu. Im Starworld Club fand vor kurzem ein NLHE-Super-Rebuy-Turnier statt. Das Buy-In lag bei stolzen 200,000 Euro (2 Millionen HKD) und 73 Spieler zückten die Brieftasche. Normalerweise hat man bei hochpreisigen Turnieren eine langsame Struktur ... aber in Macau ist alles anders. Trotz Highroller-Buy-In gab es Low-Stake-Strukturen. Durch Erhöhung der Blinds alle 30 Minuten stellte sich ein Turbo-Feeling ein. Vorteil für die Akteure: Ein Grinden war nicht erforderlich - bereits nach einem Tag war der Spuk vorbei und der Sieger gekürt.
Die zahlreichen asiatischen Geschäftsleute sorgten natürlich auch für Scharen von Haifischen. Die Poker-Sharks Ivey, Tricket, Dwan, Hansen, Seidel und viele andere reisten an um ein Stück vom Kuchen zu erspielen.
Neben den 73 Buy-Ins gab es weitere 21 Rebuys. Der Peispool kletterte damit auf über 23 Millionen Dollar.
In das Finale schafften es trotz Starbesetzung fast nur Einheimische. Phil Ivey schied auf Platz 8 und Sam Tricket auf dem sechsten Platz aus. John Juanda der als letzter Prominenter auf dem fünften Platz rausflog kassierte hierfür bereits 1,6 Millionen Dollar. Der Turniersieger Stanley Choi freute sich über sagenhafte $6,5 Mio Siegprämie.
In Cannes läuft zur Zeit das Main-Event der "2012 Partouche Poker Tour". Hier sind von den Spielern €8,500 Euro zu investieren und an den zwei Starttagen fanden sich 557 Zahlungswillige ein.
Mit Michael Mizrachi, Vanessa Selbst, Antoine Saout, Leo Margets, Justin Bonomo, Jonathan Duhamel, Pius Heinz, Jason Mercier und Liv Boeree schaffte es ein sehr hochklassiges Feld in die zweite Runde.
Insgesamt durften 279 Spieler den zweiten Tag beginnen und auf Sieg spielen. Natürlich wurden die Hoffnungen der meisten Spieler enttäuscht und nur 121 schafften es in die Runde 3.
Da die ersten 57 Plätze bezahlt werden, ist am Tag 3 die Bubblephase zu überstehen. Beste Aussichten auf Preisgeld haben natürlich die Spieler mit großen Stacks. Dazu gehört u.a. David Williams - der PokerStars-Pro hat 321,000 Chips vor sich und nimmt damit Anlauf auf den Finaltable. Aber auch Saout und Andrew Lichtenberger haben viel Munition um in der tighten Bubblephase viel Druck auf die Shortstacks auszuüben.
Neben der positiven Pokeraction gab es allerdings auch negative Entwicklung und diese sind von den Organisatoren zu verantworten.
Das Turnier wurde mit einem garantierten Preisgeld von 5 Millionen Euro beworben. Die Resonanz blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück und die mit 750 Euro relativ große Gebühr beim Buy-In sorgt für ein Overlay von knapp 800,000 Euro. Der Veranstalter scheint diese Differenz aber nicht aufbringen zu wollen. Stattdessen wurde der Preispool auf €4,3 Millionen angepasst und die im Vorfeld beworbenen "garantierten 5 Millionen" wurden von sämtlichen Werbeflächen entfernt.
Die Profis sind natürlich alles andere als begeistert und per Twitter und Foren wird der Unmut kund getan. Justin Bonomo gibt den Organisatoren noch Kredit und hofft auf eine Korrektur dieser Entscheidung ...ansonsten wäre dies das letzte Partouche-Event seiner Laufbahn.
Peinlicherweise meinte der Chef der Tour (Maxime Masquelier) das die 5 Millionen Euro nie garantiert wurden ... allerdings lassen sich aus dem Google-Cache die alten Werbeaussagen recherchieren. Ob die Verantwortlichen noch die Kurve bekommen oder die Partouche Poker Tour ein unrühmliches Ende mit Skandal nimmt bleibt spannend.
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