dougpolkDouglas Polk spielt auf auf den High-Stakes bei PokerStars unter dem Nick „WCGRider“ erfolgreich Poker.

Über einen 2+2 Forumseintrag berichtete der in Vegas wohnende Pro vor kurzem darüber, wie er Opfer eines Betrugs wurde. Er spielte auf Stars gegen einen Spieler, der durch überaggressive Spielweise Schwächen zeigte und deshalb ein willkommener Gegner war. Und tatsächlich spielte „Forbidden536“ eine Vielzahl von Händen, konnte aber jeder starken Hand von Polk „ausweichen“.

Bereits nach 300 Händen verlor Polk 35,000 Dollar, wurde skeptisch und beendete die Partie. Direkt im Anschluss schilderte der Spieler dem Support von PokerStars das Erlebte und den Verdacht, dass der Gegner nur durch Einsicht in die gegnerischen Holecards (Superuser) solch eine korrekte Spielweise bewerkstelligen könne.

In den Folgetagen versuchten mehrere unbekannte Spieler Partien gegen Polk zu spielen. Ein Wechsel der Plattform blieb ebenfalls erfolglos, auch auf Full-Tilt gab es kuriose Sessions in denen schlecht spielende Gegner perfekt reagierten. Polk entschloss sich daraufhin, den Rechner zu formatieren und neu aufzusetzen. Zur Vermeidung von Sicherheitslücken beschränkte er sich auf die nötigste Software und erlebt seitdem wieder normale Sessions.

Stars sperrte umgehend den Account von „Forbidden536“ und konnte nach zwei Monaten Recherche und Kontrolle den Betrug bestätigen. Glücklicherweise waren auf dem Account des Betrügers mehr als $34k Guthaben die Polk überwiesen wurden, damit war sein Schaden zum großen Teil reguliert.

Stars wies daraufhin, dass der Betrug nicht in der Client-Software begründet war. Vielmehr befand sich auf Polks Rechner ein Trojaner der dem Gegner die Ansicht der Holecards ermöglichte. Der Trojaner soll durch Joshua Tyler auf dem Rechner von Polk installiert worden sein. Tyler wurde Polk durch Daniel Cates vorgestellt und übernachtete im Haus des Pokerpro während eines Vegas-Aufenthaltes. Auch die Mitbewohner von Polk klagten nach dem Besuch Tylers über kuriose Sessions gegen Spieler, die vorher sehr schlecht spielten. Tyler wurde später auch dabei beobachtet, wie er in Polks Arbeitszimmer schlich.

Ob man die Manipulation der Rechner nachweisen kann und Joshua Tyler dingfest gemacht wird, bleibt zu wünschen. Den Support von PokerStars darf man in diesem Fall schon jetzt loben, dem Anbieter ist in Sachen Sicherheit der Software nichts vorzuwerfen.

Alle Online-Spieler sollten sich nach dieser Geschichte über die Sicherheit des eigenen Systems Gedanken machen. Meistens werden die Computer für diverse Aktivitäten neben dem Pokern genutzt, wenn man sich Schadsoftware einfängt, sind jedoch Bankgeschäfte und auch Poker-Accounts in Gefahr.

Für Spiele außerhalb der Micro-Limits empfiehlt sich deshalb die strikte Trennung zwischen „Geschäfts- und Privatrechner“.