Die Nachricht kommt nicht wirklich überraschend. Auch wenn Amaya als neuer Besitzer von Stars erst vor einigen Tagen Rekordgewinne vermelden konnte, wird die Kuh weiter gemolken. Der Kaufpreis von fast 5 Milliarden Dollar soll sich schließlich schnell amortisieren.

Der Geschäftsführer konnte für das III. Quartal einen Gewinn von $70 Millionen (nach Steuern!) vermelden und die Aktie kletterte damit auf eine neue Bestmarke ($38,74). Mit der Ankündigung strategische Pläne zu schaffen um spannende Pokervarianten und neue vertikale Gamingsparten zu pushen, gab es bei den eingeschworenen Pokerfans schon leichtes Stirnrunzeln.

Daraus dürften sich nun Sorgenfalten entwickeln. Nachdem bereits Full-Tilt zum Online-Casino ausgebaut wurde, ist nun auch PokerStars an der Reihe. Zuerst wird das Angebot um Blackjack und Roulette erweitert und in 2015 sollen Sportwetten und weitere Casino-Games folgen.

In einer Testphase (Spanien) stellten die Betreiber fest, dass auch die Pokerspieler sich auf die Glückspiele einlassen. In Spanien nutzten 30% der Pokerspieler das Angebot und versuchten sich mit der Bankroll auch am virtuellen Roulette-Kessel oder Blackjack-Tisch.

Die Verantwortlichen erklären zwar, dass das erweiterte Spielangebot kaum Einfluss auf die Pokercommunity habe. Die Erfahrungen bei bwin.party lassen aber andere Schlüsse zu. Dort ging der Umsatz durch Pokern deutlich zurück während die „Sidegames“ viel Geld in die Kasse spülen. Die Anbieter können sich über einen Anstieg des Gesamtgeschäfts also nicht beklagen. Über kurz oder lang wird sich das Unternehmen jedoch auf die Bereiche konzentrieren, die den größeren Gewinn versprechen. In dem Moment wäre der Fokus nicht mehr beim Poker.

Immerhin wird Stars den eingefleischten Pokerspielern die Option bieten, sämtliche Sidegames im Client auszublenden und auch das E-Mail-Marketing zu diesem Geschäftszweig zu unterbinden.

Mit jeder Änderung werden den Kunden die fatalen Folgen einer Monopolstellung deutlicher. Stars hat zwar einen erdrückenden Marktanteil, noch sind aber Alternativen verfügbar. Vielleicht werden andere Plattformen wieder zum Platzhirschen aufschließen? Die Flexibilität der Spieler könnte/sollte wachsen.