Zum Novemberbeginn hat PokerStars Anpassungen beim Rake vorgenommen. Bei Sit & Gos mit 9 oder weniger Teilnehmern steigt die Gebühr, bei den Heads-Up-Cash-Games wird das Rake-Cap verdoppelt (auf $1) und auch die neuen Spin & Go-Turniere werden neu (teurer) eingepreist.

Die Kritik der Spieler ließ nicht lange auf sich warten und scheint durchaus begründet:

Bei den HU-SnG steigt der Rake-Anteil um knapp 20%. Durch diese Erhöhung ist ein rentables Spiel kaum mehr möglich. Spieler, die einen knapp positiven ROI-Wert hatten, landen durch die Änderung im Minus und werden mittelfristig aus dem „Rennen“ ausscheiden (müssen). Im Heads-Up-Cash-Game wird die Gebühr von $0,50 auf $1,00 erhöht. In den Limits NL400 bis NL600 (typisches Regular-Gebiet) entspricht dies einer effektiven Teuerungsrate von knapp 100%. Selbst auf NL50 steigen die Kosten um imposante 35%.

Die Highstakes-Partien werden ebenfalls mit neuer Gebührenstruktur bedacht. Bisher wurden maximal $3 Gebühr pro Hand genommen … ab sofort kassiert Stars $5. Ben Sulsky hat für sich ausgerechnet, dass er künftig statt $100k Rake pro Jahr wohl jetzt mit $145k an Unkosten rechnen müsse. Da die Edge in diesen Stakes sehr klein ist, darf die Rentabilität infrage gestellt werden.

Das Ziel des Anbieters, den Heads-Up-Bereich einzuschränken, dürfte schnell erreicht sein. Ob dadurch allerdings die anderen Bereiche gewinnen, Neukunden generiert werden und die Spiele softer werden? Auf alle Fälle wird das Geld an den 6-Max-Tischen von den Spielern langsamer verloren und wird deshalb für mehr Hände reichen. Das wiederum verbessert die Einnahmesituation von wem? 🙂

PokerStars hat in Person von Michael Josem (Head of Public Relations) auf die Proteste der Spielerschaft reagiert und eine Stellungnahme abgegeben. Erneut weist der Anbieter daraufhin, dass die Bedürfnisse der Regulars nicht aus den Augen verloren sind. Stars ist allerdings der Auffassung, dass sowohl Regulars als auch Anbieter von Neukunden profitieren. Allerdings sind die Wege zum Wachstum kostspielig (Werbung, Marketing und Lobbyarbeit für zukünftige Märkte), werden sich aber letzten Endes auszahlen. Die Geldmittel würden nicht allein aus den Gewinnen bestritten, hier werden auch die Kunden durch Kürzungen im Bonusprogramm oder eben erhöhte Gebühren beteiligt.

Stars verweist im Statement auch auf die Situation bei den Mitbewerbern. Hier sind die Gebühren großteils höher und bspw. 888Poker hat die ungeliebten Heads-Up-Tische sogar völlig entfernt.

Der Trend setzt sich also fort. Die Einschränkungen für die Grinder und Vielspieler werden mehr und die Angebote für Neukunden und Freizeitspieler werden ausgebaut (Spin & Go, Casino-Games).

Auch wenn PokerStars zurzeit die beliebteste Plattform ist, setzt sich deren Trend in Sachen Preisgestaltung fort, werden die Konkurrenten zu einer interessanten Option.