Die Online-Pokeranbieter haben mit rückläufigen Kundenzahlen zu kämpfen und suchen nach Ideen um neue Kunden zu gewinnen und diese langfristig zu binden.

PartyPoker glaubt einen neuen Ansatz gefunden zu haben und hat die Idee auch schon umgesetzt.

Die Spieler werden seit dem letzten Update anhand der Winrate selektiert und in unterschiedliche Lobbys geleitet. Neulinge und Verlierer finden sich in einem anderen Spielerpool als Grinder mit einer entsprechenden Winrate.

Diese Trennung der Spieleraccounts wurde im Vorfeld vom Anbieter weder angekündigt noch erklärt. Erst nach einigem Aufruhr und Spekulationen in den Internet-Foren gab es eine vage/offizielle Stellungnahme von PartyPoker.

Die Verantwortlichen argumentieren in der Presseerklärung mit der „Poker-Ecology“. Diese soll durch die Spielertrennung ins Gleichgewicht gebracht werden. Der Anbieter verspricht sich hierdurch Kundenwachstum. Die neuen Spieler könnten durch das System auf niedrigerem Niveau Erfahrungen sammeln und das Spiel (schätzen) lernen.

Viele andere Seiten versuchen ebenfalls, das Gleichgewicht zwischen Grindern und Neukunden zu wahren bzw. herzustellen. Bodog/Bovada „experimentiert“ mit anonymen Tischen. Ongame hat ein Bonussystem, das Verlierer deutlich besser stellt und iPoker trennt die Spieler direkt über die Anbieter.

Von den Ideen darf der Kunde halten was er will … allerdings wurden die Systeme und Änderungen im Vorfeld kommuniziert und erklärt. Der Kunde konnte also frühzeitig eine Entscheidung bzgl. Akzeptanz/Nutzung der Spielidee treffen. PartyPoker startete ohne Info und der „Überraschungsangriff“ auf die Stammkunden wirft ein schlechtes Licht auf die Seite und wird nicht ohne Folgen bleiben. In aktuellen Umfragen sind 3/4 der Spieler mit einer Aufteilung der Kunden in verschiedene Bereiche nicht einverstanden.

Das Revolution Netzwerk hat aus dem Shitstorm in Richtung PartyPoker gelernt. Die Idee der Spieltrennung durch unterschiedliche Lobby-Kataloge wird zwar übernommen und unter dem Titel „Fair Play Technology“ vermarktet, die Änderung aber immerhin einige Tage vor Vollzug angekündigt.

Lock-Poker (Skin) teilte mit, dass die Spieler in drei Kategorien eingeteilt werden. Freizeitspieler, normale Spieler und fortgeschrittene Spieler. Bei der Tischaufteilung sollen vor allem die Freizeitspieler von den Fortgeschrittenen getrennt werden. Wie dies geschieht und anhand welcher Kriterien normale Spieler von den Fortgeschrittenen unterschieden werden, bleibt das Geheimnis der Netzwerke. Eine Überlappung der Pools ist ebenfalls vorgesehen. Alles etwas verwirrend. Am Ende entscheidet – wie bei jedem Geschäft – der Kunde mit seinem Portmonnaie. Man darf deshalb auf die Traffic-Entwicklung der Seiten gespannt sein.