Die Partien in den höchsten Limits waren schon immer von nur wenigen Spielern abhängig. Ein reicher Spieler lockt die Regulars und diese schneiden sich möglichst große Stücke vom Kuchen. Mit dem frischen Geld im System wird dann weitergespielt und auf den nächsten dicken Brocken gewartet.

In den letzten Monaten war Gus Hansen der Antrieb für die Partien. Auch wenn der Pro dieses wohl eher nicht wahrhaben möchte, lockte er die Gegner an die Tische und mit seiner „Pechsträhne“ finanzierte er manche Bankroll. Kombiniert mit Blom war Action auch ohne einen „neuen Wal“ sichergestellt. Mit dem Ende der Sponsorenverträge hat sich Gus vollständig zurückgezogen und Blom ist teilweise in den Limits runter und verteilt seine Spielzeit auf Stars und Tilt. Und Isildur1 zog die Spieler mit sich … Wurde im September noch überwiegend bei Full Tilt gespielt, verlagerte sich die Action im Folgemonat fast vollständig in Richtung Pokerstars.

Der gebremste Blom und fehlende Hansen zeigten auch in Sachen Umsatz Wirkung. Wurden bis September in den High-Stakes-Partien mehr als 1 Million Dollar pro Tag umgesetzt, brach der Umsatz im Oktober um die Hälfte ein!

Was brachten die verbleibenden Highroller also im Oktober in der „dünneren Luft“ zustande? Alexander Kostritsyn spielte am erfolgreichsten und konnte $740k Gewinn einstreichen. Julius -kagome kagome- Fleischer erspielte knapp $500k. Am anderen Ende der Skala ist leider auch ein deutscher Spieler zu finden. „SanIker“ musste sich von $990k trennen und machte damit fast den Hansen. Blom spielte zwar viele Hände, verlor aber auch im letzten Monat. Für den Schweden sind die verlorenen $141k aber eher eine rote Null 🙂

Mit dem Oktober-Ergebnis setzt sich Kostritsyn weiter im Ranking ab. Der Russe gewann in den letzten zehn Monaten $3,7 Millionen. Der Amerikaner Daniel Cates bleibt der zweiterfolgreichste Spieler des Jahres. Im Oktober gewann er zwar nur moderat, insgesamt summiert sich sein Jahresgewinn aber auf 3,1 Millionen Dollar. Größter Verlierer bleibt (natürlich) Gus Hansen, sollte er nicht überraschend zurückkehren wird er die zweifelhafte Ehre mit einem Minus von $5,2 Millionen für 2014 wohl über das Jahr „retten“.

Ob sich Phil Ivey das restliche Jahr auf Cannabis-Verkauf konzentriert oder noch einen Versuch unternimmt, sein Jahres-Minus in Höhe von $2,5 Millionen zu reduzieren? Für die Partien und Railbirds wäre es zu wünschen.