Man sieht und hört kaum etwas von den Tilt-Verantwortlichen … das hätten sich die US-Mitarbeiter für längere Zeit gewünscht. Dem war aber nicht so … stattdessen wurde nun der gesamten US-Belegschaft gekündigt. So wie die Firma zurzeit dasteht, ist dieser Schritt aber keine Überraschung sondern eher überfällig gewesen.

Erich Kollmann (Bild) gab nach ca. 4 Jahren das Ende seiner Zusammenarbeit mit dem Anbieter bekannt. Der Österreicher blickt auf eine gute, erfolgreiche Zusammenarbeit zurück und wünscht Full Tilt für die Zukunft alles Gute. Im Regelfall erscheint eine Pressemitteilung mit diesem Inhalt vom Sponsor… verkehrte Welt bei Full Tilt 🙂 kollmann

Die kanadische Internetseite canadian-poker.ca spekuliert derweil über mögliche Käufer. Der Sprecher der Seite unterstellt z.B. 888 ein Kaufinteresse. Als solventes Internetcasino bekommt man durch die große Full-Tilt-Spielerdatenbank ein gutes Sprungbrett in den lukrativen kanadischen Markt. Hier hatte 888 in den letzten Jahren gegen die Konkurrenten Marktanteile verloren und könnte damit in kurzer Zeit Boden gut machen.

Das September-Hearing nähert sich … bis dahin werden noch diverse Theorien durch die Community geistern…

Tatsache bleibt, dass seit dem Black Friday die High-Stakes-Online-Tische der verbleibenden Anbieter spärlich besetzt sind. Full Tilt war Heimat und Treffpunkt der Highroller und damit Taktgeber für die Action. Einige Highroller dürften um die bei Full Tilt eingefrorene Bankroll fürchten, andere suchen noch eine neue Heimat und die willigen Spieler sind auf diverse Seiten verteilt.

PokerStars hat eigentlich die besten Voraussetzungen um das  Erbe von Full Tilt in Sachen High-Stakes anzutreten. Mit Daniel Negreanu und Viktor Blom sind zwei Vorzeigespieler aktiv und es gibt wohl kaum einen Online-Spieler ohne Account. Aber ohne Dwan, Hanssen, Antonius, Ivey scheint es an Schwung zu fehlen. Phil Galfond wurde mit offenen Armen empfangen und die Stars-Verantwortlichen dürften sich über den prominenten Zuwachs gefreute haben … allerdings wanderte der „Neu-Kanadier“ in Richtung PartyPoker weiter.

Waren vor ein paar Monaten sechstellige Pötte noch die Regel, sind so hohe Summen inzwischen die Ausnahme. Die Obergrenze sind zur Zeit die $100/$200 PLO-Partien – das ist auch auf die kleinere Bankroll der Spieler zurückzuführen. Galfond soll z.B. auf über eine Million Dollar von Full Tilt warten und bei Daniel Cates soll die Summe noch weitaus höher sein.

Apropos Daniel -jungleman12- Cates. Nachdem sein Auswanderungsversuch in Richtung Kanada wg. fehlendem Visum schiefging, floppte auch der „Plan B“. Seine Wohngemeinschaft mit Girah in Portugal hatte sich mit dem Betrugsskandal des Portugiesen erledigt. Die Akte Macedo/Girah ist für Cates allerdings noch nicht geschlossen … in einem Interview mit der Seite subjectpoker.com druckste er furchtbar herum und gestand schließlich Account-Sharing ein. Er hat mit dem Tool „Teamviewer“ Sessions mit dem Girah-Account gespielt. Damit hat sich ein weiterer High-Stakes-Spieler als Betrüger geoutet und wirft ein schlechtes Licht auf die Branche. Das sich keine reichen Gelegenheitsspieler an die Online-Tische verirren darf also nicht wundern … und die gut betuchten Fische sind wiederum das A & O der High-Stakes-Action.

Ein Teufelskreis der hoffentlich bald durchbrochen wird.

Die Gewinner/Verlierer des Jahres bisher:

Gus Hansen +$3,941,000

Daniel Cates +$1,952,000

Alexey Makarov +$1,875,348

 

Tom Dwan -$2,474,000

Eugene Yanayt -$1,399,000

Kagome Kagome -$1,377,000