FBIFreeze motherfackassssss Eff Biii Eiii. Die Pokerwelt ist um eine Erfahrung reicher und nach der UIGEA 2006 werden die Karten leider auch 2011 neu gemischt.

Am Freitag wurden die Seiten von PokerStars, Full Tilt, Absolute Poker und UB (Cereus-Netz) gesperrt und gleichzeitig Haftbefehle gegen die Verantwortlichen der Seiten, nämlich Isai Scheinberg, Raymond Bitar, Scott Tom, Brent Beckley, Nelson Burtnick, Paul Tate, Ryan Lang, Bradley Franzen, Ira Rubin, Chad Elie und John Campos bekannt. Die Anklageschrift ist mit 51 Seiten üppig – den Betreibern wird vorgeworfen seit Jahren das UIGEA unterwandert und damit illegales Glückspiel angeboten zu haben. Dies wird mit Bankbetrug und Geldwäsche kombiniert – da den Banken seit der UIGEA Transfers zu den Pokerräumen untersagt sind, hatten Stars, Tilt und Cereus diverse Scheinfirmen/Briefkastenfirmen gegründet um Ein- u. Auszahlungen zu bewerkstelligen. Hier hat das U.S. Department of Justice diverse Fakten zusammen getragen und dargestellt. Lt. Anklageschrift wurden Millionen investiert um Kontrolle über Banken zu erhalten.

Neben den Haftstrafen könnten Strafen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar drohen. Diese Summe scheint zwar sehr hoch … aber leider nicht unrealistisch. PartyPoker hatte sich bereits 2006 aus dem amerikanischen Markt zurückgezogen und sich nach  Jahren mit der Justizbehörde auf Strafzahlungen über 400 Millionen Dollar geeinigt. Die aktuell unter Anklage stehenden Unternehmen haben über Jahre indirekt von dem Rückzug anderer Anbieter profitiert und dürften deshalb kaum auf ein mildes Urteil hoffen.

Der 15.04.2011 wird als „black Friday“ in die Pokergeschichte eingehen und die gesamte Branche orakelt nun über die Zukunft. Natürlich haben die Anbieter reagiert und die Seite für den amerikanischen Markt gesperrt um den Geschäftsbetrieb für die restliche Welt sicherzustellen. Die terminierten Turniere mit garantierten Preisgeldern wurden auf die neue Situation angepasst – s.h. die Preisgelder wurden nach unten korrigiert. Mittelfristig sollten auch die amerikanischen Spieler an das Geld im Account gelangen – das war zumindest vor einigen Jahren bei den Haftbefehlen gegen die Neteller-Gründer der Fall. Es dauerte zwar eine Weile aber der Anbieter blieb den Kunden nichts schuldig.
Nachdem in den letzten Wochen alles auf eine Legalisierung des US-Marktes hinwies und sich die Anbieter bereits mit Live-Casinos Kooperationspartner suchten, ist eine schnelle Lösung wieder in weite Ferne gerückt. Selbst wenn es eine gesetzliche Regelung geben sollte, dürfte diesen drei Anbieteren eine Lizensierung schwer möglich sein. Immerhin gäbe es in diesem Fall diverse lachende Dritte und die Action würde sich wie 2006 nur auf andere Anbieter (Party, Ipoker usw.) verlagern.

Solange keine Regulierung existiert, können US-Gelegenheitspieler auf kleinere Anbieter wie Bodog zugreifen. Ob die Hobbyspieler nach diesem Schock allerdings noch genügend Vertrauen aufbringen ist die Frage. Für die Online-Grinder die den Lebensunterhalt über das Spiel bestreiten ist dieser „Blackout“ sicher eine Existenzgefährdung.

Schlimmer geht's (n)immer?
Wir europäischen Hobbyspieler sollten uns den Spaß nicht verderben lassen. An dieser Stelle noch der Hinweis auf unsere Reviews,  Ipoker, Party, 888Poker let's shuffle up and deal.