Nachdem die US-Spieler seit dem 15. April auf eine Auszahlung der Accounts warten, sind nun auch die Spieler aus der restlichen Welt betroffen. Die Lizenz liegt auf Eis und die Aussichten auf eine erfolgreiche Auszahlung sind nicht rosig.

PokerStars hat eine eigene Stellungnahme abgegeben. Der Marktführer weist auf die weiterhin bestehende Lizenz hin, die Gelder der Kunden werden ordnungsgemäß verbucht, gesondert verwahrt und stehen jederzeit für eine Auszahlung zur Verfügung. Es bestünde für die Kunden also kein Grund zur Sorge. In diesem Zusammenhang wurde auch erwähnt, dass in den letzten Wochen mehr als $120 Millionen an US-Kunden ausgezahlt wurden.

Der Umgang mit den Kundengeldern war lt. Kommission Hauptgrund für den Lizenzentzug.

Bei Full Tilt wurden die Spieler-Einlagen nicht gesondert verwahrt. Stattdessen wurden die vorhandenen Geldmittel  bunt gemischt. Mit dem fehlenden Zugriff auf das Konto (es wurde mit dem Black Friday eingefroren) ist eine Auszahlung deshalb schwer möglich. Weiterhin hatte Full Tilt diverse Einzahlungen von Spielern vorab  im Account gutgeschrieben, konnte allerdings die zugehörigen E-Schecks der Spieler -wegen eines fehlenden Vertragspartners- nicht einlösen. Auch diese „Vorschüsse/Leihgaben“ begründen ein Millionen-Defizit. Die Unsitte eingehende Zahlungen direkt zu reinvestieren verschärft das Problem zusätzlich. Kurz: Full Tilt hat die Spielergelder für das tägliche Unternehmensgeschäft genutzt und ist durch die gebündelten Auszahlungsanträge nach dem Black Friday kollabiert.

Nachdem sich Phil Ivey zu Beginn der WSOP bereits von Full Tilt distanzierte, hat nun auch Tom Dwan Zweifel an seinen Sponsor per Twitter geäußert. Mit Howard Lederer und Chris Ferguson sind zwei der führenden Köpfe von Full Tilt förmlich untergetaucht – den unbequemen Fragen der Medien und Diskussionen mit aufgebrachten Kunden will man so  wohl aus dem Weg gehen.

Am 26. Juli wird es in London eine Anhörung geben und man darf gespannt sein. Wird Full Tilt konkret Stellung beziehen oder werden weitere schwammige Statements die Situation in die Länge ziehen und die Lage verschlimmern?