Die Gerüchte kursierten seit Tagen durch das Netz und nun ist es amtlich. Das kanadische Unternehmen kaufte in 2012 bereits das Ongame-Netzwerk für 32 Millionen. Nun legt die Firma 4,9 Milliarden auf den Tisch und übernimmt damit zu 100%  die Rational Group und damit den Platzhirschen im Online-Poker. Im Deal sind auch die Rechte an der European PokerTour und den „Ablegern“ Latin America Poker Tour und der Asia Pacific Poker Tour enthalten. Dieser Geschäftsabschluss hat damit eine riesige Dimension und die Auswirkungen sind kaum abzuschätzen.

Der Mitgründer und Geschäftsführer von PokerStars, Marc Scheinberg, tritt zurück und damit dürfen sich die amerikanischen Spieler große Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr des Anbieters auf den US-Markt machen. Zuletzt stand die „Bad-Actor-Klausel“ noch sämtlichen Bemühungen im Weg.

Durch diesen Coup ist Amaya von jetzt auf gleich zum größten Online-Gambling-Unternehmen der Welt geworden. Der hohe Kaufpreis rechtfertigt sich durch 85 Millionen registrierte Kunden und einen Jahresumsatz von ca. 1,3 Milliarden Dollar.

David Baazov, der Geschäftsführer von Amaya, sieht trotz dieser gigantischen Zahlen noch Wachstumsmöglichkeiten. Er bescheinigt dem scheidenden CEO sehr gute Arbeit. Er habe ein bemerkenswertes Unternehmen aufgebaut, dem Millionen von Kunden großes Vertrauen entgegenbringen.

Das börsenorientierte Unternehmen hat in den USA ein gutes Standing und darf sich deshalb Hoffnungen auf eine Rückkehr auf den US-Markt machen. Damit wäre tatsächlich ein großes Wachstum so gut wie sicher. Das Casino-Angebot auf Full Tilt dürfte ebenfalls für mehr Umsatz sorgen, eventuell wird es demnächst auch eine Sektion für Sportwetten geben.

Das Geschäft wird zum 30. September abgewickelt und bis dahin wird für die Kunden alles beim Alten bleiben. Auch darüber hinaus ist nicht damit zu rechnen, dass Amaya das Spielerlebnis für die Kunden im rasanten Tempo umkrempeln wird. Allerdings sollte es auch niemanden wundern, wenn einem auch auf PokerStars künftig Roulettetische offeriert werden.

Immerhin werden Personal und auch Management übernommen, der gute Kundenservice sollte deshalb auch in Zukunft sichergestellt sein. Glaubt man den Insidern, wird Amaya die Softwarentwickler von Stars und Tilt damit beauftragen, eine eigene Software für Amaya zu entwickeln. Mit dieser Neuentwicklung könnte es dann zu einem Neustart in Amerika kommen.