Samstag, 10. September 2011 um 06:53 Uhr
Seit dem Black Friday passen die Online-Anbieter Angebot und Strukturen an die neue Wirklichkeit an. Konsequenzen für die vielen Sponsorenverträge amerikanischer Spieler sind eine logische Folge. Durch die fehlenden Spielmöglichkeiten bzw. Umzüge in‘s Ausland können die Spieler den vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. PokerStars trennt sich dementsprechend vom überflüssigen Personal.
Man entließ sowohl 83er Main-Event-Gewinner Tom McEvoy als auch Braclet-Gewinner Bill Chen (Foto) und Dennis Phillips. Bei der Größe des Teams darf man von diversen weiteren Entlassungen ausgehen.
Gleichzeitig hat PokerStars natürlich die Chance gewittert die werbewirksame High-Roller-Action an die eigenen virtuellen Tische zu bekommen. Hier hat Full Tilt eine Riesenlücke hinterlassen die man gerne schliesst. Und in den letzten Wochen hat sich Stars tatsächlich als High-Roller-Online-Heimat etabliert. Die Action wird wilder und die Einsätze höher. Das freut die Verantwortlichen, Railbirds und aktuell auch Ilari Sahamies. Der Finne ist wie üblich einer der Motoren für die High-Stakes-Action und konnte sich einen großen Anteil der großen Pötte sichern. Er gewann in 2000 Händen über eine halbe Million Dollar.
Phil Galfond hat ebenfalls in 2000 Händen reichlich kassiert, er räumte knapp 370k in die Bankroll. Noch fleißiger spielte Andreas "Skjervoy" Torbergson - der sammelte allerdings nur immense Verluste an. Mit $576k an Minus finanzierte er den größten Teil der gegnerischen Gewinne. Trotz dieses Downswings gehört Skjervoy mit knapp 1,5 Millionen Jahresgewinn zu den großen Gewinnern bei PokerStars.
Dienstag, 06. September 2011 um 20:30 Uhr
Während sich bei PokerStars nach dem Black Friday längst der Alltag einstellte, tobt bei Full Tilt weiter das Finanzchaos. Bis Mitte September wurde die Anhörung im Juli verschoben und Full Tilt hat scheinbar noch ein paar Tage erbettelt.In einer knappen Mitteilung gab die Alderney Gambling Commission den 19. September als nächsten Termin bekannt. Ort ist das Riverbank Plaza Hotel in London. Nachdem im Juli bereits hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, dürfte der Ansturm der Medien und Spieler nun deutlich geringer ausfallen.
Seit April sollen 6 potentielle Käufer in Dublin die Firma hinsichtlich einer Übernahme geprüft haben. Ob sich ein Interessent tatsächlich dazu durchringen konnte ist nicht bekannt. Aber das die Anwälte von Full Tilt (Jeff Ifrah und David Deitch) das Mandat niederlegten dürfte eher als schlechtes Zeichen zu werten sein. Die Anwälte hatten Full Tilt im Rahmen einer Sammelklage gegen das Unternehmen vertreten und gaben als Grund für die Niederlegung "finanzielle Probleme" an. Das Anwaltsbüro sähe in einer weiteren Vertretung von Full Tilt demnach eine unangemessene finanzielle Belastung. Wäre tatsächlich ein Investor in Reichweite würden die Anwälte das (sinkende?) Schiff sicher nicht verlassen.
Mal sehen wann sich die Akte Full Tilt schließt und wieviele Verlierer es dann geben wird.
Montag, 05. September 2011 um 14:50 Uhr
PokerStars bietet auch in diesem Jahr bei der World Championship of Online Poker (WCOOP) reichlich Pokeraction. In drei Wochen werden in 62 Events stolze $30 Millionen an garantierten Preisgeldern verteilt. Im letzten Jahr waren zwar noch 50 Millionen an Preisgelder ausgelobt ... durch den Wegfall der amerikanischen Kunden ist der Rückgang allerdings nachvollziehbar.Die Buy-Ins sind teilweise happig (u.a. gibt es ein $10,300 High-Roller-Event) aber über Satelliten kann man sich wie immer günstig qualifizieren und auf einen großen Zahltag hoffen. Den kompletten Turnierplan findet man beim Anbieter.
Mit dem letzten Software-Update hat PokerStars erneut zusätzliche Features für einen besseren Spielbetrieb eingeführt. Die "Easy-Seat" Funktion ist besonders erwähnenswert. Als Spieler kann man nun Kriterien bestimmen (Anzahl der Tische, welches Limit ...) und die Software fahndet dann nach freien Plätzen in der Lobby. Bei den "Timed-Tournaments" werden die Meinungen der Spieler sicherlich auseinandergehen denn das Turnier bekommt einen festen Endzeitpunkt. Sollten Teilnehmer dann noch Chips haben, wird der Preispool entsprechend der Stacksizes verteilt. Die beliebte "Show-One-Card"-Spielerei ist nun ebenfalls integriert. Beim Mucken hat man die Option den Gegnern eine der Holecards zu zeigen.
Neben dem alltäglichen Geschäft zeigt die gute Zusammenarbeit mit dem Department of Justice Erfolg. PokerStars hat vom DOJ einen Teil der beschlagnahmten Gelder erhalten. Beim luxemburgischen Finanzunternehmen Bank Hapoalim waren diverse Konten eingefroren und nun wurden die Beschlagnahmungen „angepasst“. Weiterhin eingefroren bleiben die Beträge die unmittelbar mit Spieleraccounts aus den USA verknüpft sind (5,5 Millionen). Alle anderen Gelder stehen Stars wieder zur Verfügung.
Freitag, 02. September 2011 um 16:25 Uhr
PokerStars beginnt die von Full Tilt hinterlassene Lücke zu schließen. Im letzten Monat nahm die High-Roller-Action kontinuierlich zu. Die altbekannten Namen wie Phil Galfond (MrSweets28), Ilari Sahamies (Ilari FIN) und Viktor Blom (Isildur1) spielten fleißig und die Railbirds hatten Spaß.Während Sahamies anfänglich anständige Gewinne verbuchen konnte und auf einem guten Weg war, um die bisherigen Verluste auszugleichen, traf den Finnen das Pech dann überraschend und mit voller Wucht. In knapp 24 Stunden verlor er fast eine Million an Blom und dürfte etwas PC-Peripherie "zerschlagen" haben.
Mit Ronny Kaiser (1-ronnyr3) und Andreas Tobergsen (Skjervoy) duellierten sich weitere gute Spieler ausdauernd an den PLO-Tischen - der Spielbetrieb war also gut wie nie. Und das dürfte sich in den nächsten Wochen nicht ändern. Isildur1 hat im August über eine Million Dollar gewonnen und wird diese Summe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auscashen sondern erneut an die Tische bringen. Ob der junge Schwede erneut eine Bruchlandung hinlegt oder ob der Höhenflug noch Wochen weiter geht bleibt abzuwarten ... Die Treibjagd auf seine frischgefüllte Bankroll dürfte eröffnet sein.
Donnerstag, 25. August 2011 um 15:00 Uhr
Unibet (Microgaming-Net) hat im letzten Update ein nicht ganz unumstrittenes Feature eingebaut. Die Spieler können nun ein „Auto-Folding“ konfigurieren. Bestimmte Kartenkombos auf den verschiedenen Positionen werden dann vom System automatisch gefoldet. Das sorgt natürlich für Komfort, Disziplin und schnelleren Spielfluss und damit auch mehr Rake für den Anbieter. Andererseits ist hier eine eklige Nähe zum Pokerbot spürbar.PartyPoker hat die Rake-Struktur umgestellt. Wurde bisher noch über "dealt-hands" Rake generiert ist nun das "contributet Rake-System" gültig. D.h. man zahlt anteilig aus dem eigenen Geld im Pot. Das benachteiligt die extrem tighten Grinder die 90% der verteilten Karten folden. Aktivere Spieler klettern wiederum durch das neue System schneller im VIP-Level, da mehr Party-Points gesammelt werden (die zahlen dafür aber auch mehr Rake ...).
PokerScout hat derweil die Zahlen für den Traffic der letzten Wochen publik gemacht. Insgesamt war ein Spielerschwund von 3% zu verzeichnen. Neun der Top 10 Seiten verloren an Traffic - nur Merge-Gaming legte um 4% zu. iPoker und Party liegen in Sachen Spieleraufkommen dicht beisammen und wechseln sich auf dem zweiten Platz der Top-Anbieter ab. Der Marktführer PokerStars hat deutlichen Vorsprung und wird sich in naher Zukunft keine Sorgen um den TopPlatz machen müssen.
Insgesamt gesehen pendeln sich die Traffic-Verluste der Online-Anbieter in diesem Jahr bei knapp 25% ein - nicht schön aber im Hinblick auf den Black Friday hätte man auch schlimmeres befürchten können.
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