Das Hochpreis-Event hatte 59 Teilnehmer und sogar ein Dutzend Reloads. Dadurch stieg die Siegprämie auf $2 Millionen über die sich Scott Seiver freuen durfte. Insgesamt wurden 5,7 Millionen Dollar auf die ersten acht Plätze verteilt. Seiver war im Vergleich zu den Führenden relativ Short in das Finale gekommen und gewann letztlich durch den Einsatz sämtlicher seiner Glücksreserven 🙂

Das Teilnehmerfeld las sich wie das Who-is-Who des Pokerns und das Fehlen vom Titelverteidiger Viktor Blom war auch für die Railbirds leicht zu verschmerzen. Deutsche Spieler konnten sich leider nicht nach vorne spielen und auch Daniel Negreanu muss auf das Rampenlicht eines Finaltisches weiter warten.

Die Struktur des Events war natürlich gut und Profitauglich aber die Blinds waren bereits am zweiten Tag so hoch, dass die Spieler zum aggressiven Spiel gezwungen waren. Steals und Re-Steals waren damit an der Tagesordnung und das Feld wurde schnell ausgedünnt.

Auf dem Weg zum Finaltisch konnte sich „Doc“ Sands stark in Szene setzen … er baute seinen Stack bis zum Chiplead aus und stoppte u.a. Phil Ivey und Vanessa Selbst auf dem Weg zum letzten Tisch. Vanessa Selbst hatte nach geglücktem Heiratsantrag auch einen guten Lauf an den Tischen, verbluffte aber einen 3-Millionen-Stack und darf das Event lediglich als „Image-Builder“ verbuchen.

Bubbleboy wurde Antonio Esfandiari der auf dem neunten Platz ausschied und den Feierabend einläutete. Esfandiari pushte mit AJs. Sands sammelte auch dessen Chips mit AK ein.

David Sands hatte damit für den letzten Tag mehr als doppelt so viele Chips wie der Zweitplatzierte Nick Schulman. Aber bei der aggressiven Spielweise und den hochklassigen Gegnern ist das lediglich ein Vorteil und keinerlei Garantie.

Die Finalisten legten dann auch direkt zu Beginn der Runde den Turbo ein. Innerhalb der ersten 15 Minuten räumten drei Spieler die Stühle und sorgten für Shorthanded-Action. Zuerst erwischte es Dan Shak der seine Chips mit KJ und einem Move in die Mitte schob. Greg Jensen hielt mit KQ tapfer (aber unvernünftig?) gegen und Seiver sammelte mit AA einen ersten großen Pot ein.

Einige Minuten darauf versuchte sich Vladimir Troyanovsky mit TT aufzudoppeln und  zog gegen AA von Nick Schulman den Kürzeren. Schulman hatte nur zwei Hände später KK und damit gegen Jensen, der mit A5 seinen kleinen Stack in die Mitte gab, eine leichte Entscheidung.

Das Preisgeld für den sechsten Platz in Höhe von $286,200 spendete Jensen komplett für die Opfer des Schulmassakers in Newtown – Respekt!

Nach der turbulenten Anfangsviertelstunde normalisierte sich das Spieltempo etwas – so dauerte es knapp 90 Minuten bis zur nächsten Eliminierung. Phillip Gruissem bewies mit A8 und dem Call von einem Push Seivers einen guten Riecher. Seiver musste KQ zeigen und als „Dog“ auf das Board hoffen.  Bereits auf dem Flop ließ sich eine Queen sehen und das nötige Ass folgte weder auf Turn noch River.  Nach weiteren hundert Händen wurde aus dem Quartett ein Trio als Cary Katz mit AJ seine letzten Chips gegen Doc Sands 55 in der Mitte hatte. Kein Treffer, kein Double-Up sondern „Three-Handed-Play“ war das Ergebnis des Coinflips.

Die letzten Drei spielten sich noch gemeinsam in die Pause um direkt danach Nick Schulman zu verabschieden. Dieser versuchte mit einem Push und K6o die Blinds uzu kassieren und lief in TT von Sands. Durch die letzten Eliminierungen hatte sich David Sands die Chipführung für das Heads-Up erspielt (8,5 : 6 Millionen). Eine Stunde tasteten sich die finalerprobten Spieler ab. Mit 99 riskierte Seiver dann seinen Stack und durfte ein langes Gesicht machen … Sands hatte TT und damit den Sieg so gut wie in der Tasche. Aber „it's Poker, baby“ … wieder half der Flop Seiver aus der Patsche und Sands musste gefrustet mit seinem Chiprest hantieren. Nur zwei Hände später war das Turnier dann mit K4 von Sands vs. Seivers A7 entschieden.

Geschick, Nervenstärke und Glück … auch im Highroller-Segment wechseln hier durchaus die Schwerpunkte 🙂

Das Ergebnis:

  1. Scott Seiver – $2,003,480
  2. David Sands – $1,259,320
  3. Nick Schulman – $744,140
  4. Cary Katz – $543,800
  5. Phillip Gruissem – $400,700
  6. Greg Jensen – $286,200
  7. Vladimir Troyanovsky -$257,580
  8. Dan Shak – $228,960