Nach einer Woche EPT-Action konnte der Schwede Ramzi Jelassi nach 14 Stunden den Finaltisch gewinnen und sich über eine Siegprämie in Höhe von €835,000 freuen.

Das letzte große Poker-Event des Jahres 2012 lockte insgesamt 864 Teilnehmer nach Prag. Diese zahlten jeweils €5,300 für den Stack so das 4,2 Millionen Euro auf die ersten 128 Plätze zu verteilen waren. Damit waren die Spieler im größten Pokerturnier in der Geschichte der Tschechoslowakei involviert. Das ist doch auch mal was 🙂

Kurz vor dem Finale (am Tag 5) schieden mit Johnny Lodden und Roberto Romanello die noch bekanntesten Namen im Feld aus. Der letzte Tag musste deshalb ohne große Prominenz auskommen. Ramzi Jelassi ging bereits als Chipleader in die letzte Runde. Er verfügte über 5,67 Mio Chips das war aber kein beruhigendes Polster, schliesslich hatten die Spieler durchschnittlich mehr als 80 BigBlinds vor sich. Das gab allen Finalisten Zeit und Möglichkeiten zum Taktieren. Mit einem Blitzsieg war also nicht zu rechnen … 14 Stunden waren dann aber doch überraschend lang. Nach 3 Stunden wurde der erste Platz geräumt und die nächsten vier Spieler verloren die Stacks in den folgenden vier Stunden.

Als Randnotiz zum Thema Zeitaufwand unbedingt erwähnenswert: Als die letzten drei Spieler versuchten Deal zu verständigen konnte trotz 40 Minuten Diskussion und „befohlener“ Essenspause keine Einigung erzielt werden Am Ende waren durch die erfolglose Verhandlung zweieinhalb Stunden verschenkt.

Schuld war David Boyaciyan, dieser wies seine Kontrahenten daraufhin, dass er über die meiste Turniererfahrung verfüge und dieser Umstand bei der Preisgeldverteilung berücksichtigt werden müsse. Der Holländer hatte bereits im Vorjahr das Turnier mit dem zweiten Platz beendet und strotzte nach seinem Back2Back-Lauf vor Selbstbewusstsein. Die beiden Gegner hielten die Forderung vom Niederländer (mindestens 440,000 Euro für den dritten Platz) für überzogen. Anstelle der 310,000 für den dritten Platz wurden zähneknirschend 415k geboten. Boyaciyan blieb dennoch stur und ein Deal kam nicht zustande. Da Boyaciyan eine Stunde später auf dem dritten Platz ausschied, dürfte er sich über seine Gier geärgert haben.

Das Headsup sah mit einem Vorsprung für Jelassi von 17 Mio Chips zu 9 Mio Chips nach einer relativ klaren Geschichte aus. Aber Koutoupas taktierte weiter. Beide Spieler foldeten oft und spielten mit gezogener Handbremse. Es dauerte deshalb über 100 Hände und damit nochmals 3,5 Stunden bis die letzten Chips mit AJ vs. T9 beim Schweden landeten.

Die Diskussion um kürzere Finaltische bleibt spannend und die Verantwortlichen sollten hier auch im Zuschauerinteresse rasch eine Lösung finden.

Das Endergebnis im Überblick:

  1. Ramzi Jelassi – €835,000
  2. Sotirios Koutoupas – €510,000
  3. David Boyaciyan – €310,000
  4. Ben Warrington – €250,000
  5. Diego Gomez – €196,000
  6. Sergey Kuzminskiy -€150,000
  7. Aleh Plauski – €108,400
  8. Mark Herm – €75,000