mohsinDer Amerikaner Mohsin Charania gewann das finale EPT-Event in Monte Carlo.

Der Name ist den Insidern nicht neu … Live erspielte der Pro bisher ca. 500k an Prämie – Online summierten sich seine Gewinne bereits auf mehr als 3,5 Millionen. Charania freut sich nun nach mehreren Jahren im Live-Poker über den ersten großen Turniererfolg.

Am zweiten Tag des Events reduzierte sich das Feld auf 130 Spieler. Diverse Pro‘s waren in diesem Kreis zu finden. Massimiliano Martinez (Loose Cannon und inzwischen im PokerStars Team) konnte sich mit 456k im Stack die Führung sichern. Der spätere Sieger Charania (Foto) hatte sich zu diesem Zeitpunkt in die Top 3 gespielt und mit Erik Seidel wurde das Trio prominent komplettiert.

Mit etwas kleineren Stacks unterwegs aber nicht zu unterschätzen: Pius Heinz, Justin Bonomo, Annette Obrestad, David Sands und Marcel Luske.

Einige schielten sicherlich in Richtung Finaltisch … erstes Ziel war allerdings das Erreichen der Geldränge. 33 Spieler sollten am Folgetag  noch mit leeren Händen gehen.

Bubbleboy wurde Adam Levy und nachdem der Zahltag eingeläutet war leerten sich die Plätze in schnellerer Folge. Im Verlauf des Tages nahm das Tempo wieder ab und deshalb blieben am Ende der dritten Runde 26 statt der geplanten 24 Spieler übrig – darunter leider kein Deutscher. Aus dem oben genannten Spitzenreiter-Trio konnte keiner die Position halten, die Führung erspielte sich der Niederländer Geert-Jan Potjik (1,320,000 Chips). Nur 100k weniger im Stack hatte der Franzose Bernard Guigon.

Es war ein schlechter Tag für die Spieler aus dem Team PokerStars. Nacho Barbero, Sandra Naujoks und Chipleader Max Martinez mussten im Lauf der Orbits die Plätze räumen. Auch andere Pro‘s verließ das Glück. Justin Bonomo erwischte es auf Platz 28 und Erik Seidel konnte seinen großen Stack ebenfalls nicht durch den Tag bringen. Mit Obrestad, Heinz, Lodden und Luske gingen weitere Namen für einen prominenten Finaltisch verloren.

Am Tag 4 galt es die Finalisten zu finden und 26 Spieler waren bereit diese Bürde auf sich zu nehmen …

Die ersten Eliminierungen ließen nicht lange auf sich warten. Als der letzte Tisch mit neun Spielern besetzt war ging das Taktieren los – keiner wollte die Chance auf das große Geld leichtsinnig verspielen. Vier Stunden dauerte es die die letzten 3 Spieler zum Gehen zu überreden – dann war der Feierabend und für sechs Spieler auch das Finale erreicht.

Als Besonderheit schaffte es mit Lucille Cailly – zum ersten Mal in der Geschichte des EPT-Grand-Finals – eine Frau an den letzten Tisch. Die 29jährige Spielerin aus Paris spielt bereits seit 5 Jahren professionell Poker und feierte in Monte Carlo schon vor Beginn des Finaltisches den größten Erfolg ihrer Karriere.

Da sich der Vortag lange hinzog waren die Blinds zu Beginn des Finales sehr hoch und die Stacks sämtlicher Spieler entsprechend „short“. Keiner der Finalisten hatte mehr als 30 BigBlinds vor sich und damit waren für die Turnierspieler die Taktiken begrenzt. Durch die interessante Staffelung der Prämien war durchgehend für Spannung gesorgt. Keiner wollte zig Tausend Euro per Coinflip auf‘s Spiel setzen aber Zeit zum Abwarten blieb ebenfalls nicht. Viele aggressive First-Raises blieben ohne Gegenwehr und die Blinds wurden verschoben. In solchen Situationen sorgen Konstellationen wie AQ vs KK vs JJ  für psychologischen Extrem-Herausforderungen.

Die Spieler räumten dann Orbit für Orbit die Plätze und nachdem der zu Beginn Führende Guigon auf dem Dritten Platz die Chips verlor, saßen sich mit Charania und Lucille Cailly die letzten Spieler gegenüber. Der 64jährige Franzose darf immerhin € 545,000 Prämie in seine Wahlheimat (Senegal) mitnehmen.

Zum Heads-Up verständigten sich Charania und Cailly auf einen Deal. Die beiden Spieler zeigten sich ungewöhnlich offen und diskutierten/verhandelten 20 Minuten im Beisein der Öffentlichkeit. Mit dem Ergebnis hatten die Zwei einen guten Kompromiss gefunden: 200,000 wurden für den Sieger reserviert, Charania bekam 1,15 Millionen Preisgeld und Cailly entsprechend 1,05 Millionen zugesprochen. Das Duell war nach 5 Händen entschieden als Charania QQ hielt und Cailly mit AK keine Hilfe vom Board bekam.

  1. Mohsin Charania – €1,350,000
  2. Lucille Cailly – €1,050,000
  3. Bernard Guigon – €545,000
  4. Sergio Castelluccio – €400,000
  5. Rodrigo Caprioli – €315,000
  6. Michael Dietrich – €245,000
  7. Clayton Mozdzen – €185,000
  8. Daniel Gomez – €130,000