Die 100. EPT endete mit dem Main-Event-Sieg eines deutschen Qualifikanten.

5,300 Euro kostete der Stack und am Ersten der beiden Starttage glänzte Michael Mizrachi. Der Grinder konnte seinen Chipstapel auf 186k spielen und damit zuversichtlich in die nächste Runde starten. Am nächsten Starttag strömten dann die Spielermassen in den Saal. Hatten sich am Vortag noch 475 Teilnehmer eingefunden, loteten die 1,010 Spieler am Tag 1b die Grenzen der Organisation aus.

Durch diesen immensen Zuspruch war das Preisgeld bereits auf mehr als 7 Millionen Euro geklettert und stieg weiter, da eine Teilnahme bis zum Mittag der zweiten Runde möglich war. Insgesamt landeten €7,255,000 im Preispool und die Veranstalter konnten für den ersten Platz 1,261,000 Euro auszahlen. Bezahlt wurden die ersten 239 Spieler, die anteilig am restlichen Preisgeld beteiligt wurden.

Am Tag 3 begann die Bubblephase, 53 Spieler gingen noch leer aus und darunter befand sich dann auch der gut gestartete Mizrachi. Der Grinder brachte seine Chips bestmöglich mit AA in die Mitte, hatte sich demnach nichts vorzuwerfen, dürfte sich aber trotzdem geärgert haben.

Die Bubble platzte dann furios. Die Turnierleitung wurde während der „Hand-for-Hand“-Phase mit 6 gleichzeitigen All-Ins konfrontiert. Am Ende waren 5 Teilnehmer zeitgleich ausgeschieden und 2 davon sogar am selben Tisch. Die komplizierte Situation wurde dadurch gelöst, indem sich die 5 Spieler das Preisgeld der ersten vier Geldränge (€32,200) teilten und ein kleines SnG spielen um die für den Bubbleboy vorgesehenen Trostpreise (Seat im Seminole Hard Rock Poker Open und eine E-Gitarre) an den Sieger zu überreichen.

Die „Extras“ staubte ein Franzose ab und gewann damit als Bubbleboy insgesamt mehr als die nachfolgenden Ausscheider.

Das Feld schrumpfte schnell zusammen und nur 102 Spieler nahmen die Hürde zum Tag 4. Diese Runde wurde für die Spieler wiederum ein Marathon, es sollte auf 16 Spieler runtergespielt werden. Am Ende wurden allerdings die maximal vorgesehenen 6 Blindlevel a 90 Minuten fällig. Nach dem langen Tag hatten immer noch 25 Teilnehmer ihre Chips verteidigt und waren damit auf Kurs in Richtung Finaltisch.

Der Niederländer Bram Haenraets begann als Chipleader, verlor in der fünften Runde aber sein Momentum und schied als Final-Table-Bubbleboy aus. Obwohl Hossein Ensan als Chipleader an den letzten Tisch ging, hätten die Buchmacher vermutlich die besseren Chancen bei seinem amerikanischen (bzw. in Mexiko lebenden) Verfolger Samuel Phillips gesehen. Während Phillips bereits Millionengewinne vorweisen kann, bezeichnet sich der Münsteraner Ensan trotz 10-jähriger Spielpraxis als Amateur. Mit Ji Zhang aus Karlsruhe und Andre Lettau waren zwei weitere Deutsche am Tisch, die Chancen auf einen deutschen Sieg standen insgesamt also gut.

Zuguterletzt schaffte es Phillips tatsächlich in das Heads-Up. Dieses spielte er allerdings nicht gegen Ensan, sondern gegen Andre Lettau. Die beiden waren ideal in das Finale gestartet und konnten direkt große Hände gewinnen und entsprechende Pötte kassieren. Nachdem auf Platz 4 der Italiener Andrea Dato ausschied, spielten zwei Deutsche gegen den Amerikaner um den Titel. Da sich der selbst ernannte Amateur in Führung bluffen konnte und anschließend wiederum einen Riesenpott verlor, gestaltete sich der Dreikampf sehr interessant. Die Spieler einigten sich nach einiger Verhandlung auf einen Deal und lediglich 90,000 Euro blieben für den Sieger in der Mitte.

Ensan spielte weiter sehr unkonventionell und unterhaltsam und brachte damit den Amerikaner öfters in die Bredouille. Leider wurde das kreative Spiel nicht belohnt. Es blieb der dritte Platz mit immerhin €625,667 Preisgeld (der Deal machte es möglich).

Obwohl Lettau mit großer Führung in den Zweikampf ging, wurde es ein langes Duell. Das lag vor allem daran, dass sich Phillips direkt zu Beginn mit AA wieder ins Spiel bringen konnte. Nach geflopptem Vierling hatte er den Rückstand fast aufgeholt und in den weiteren Händen gelang sogar eine deutliche Führung. Zum ersten Mal in der EPT-Geschichte wurde im Finale das Blindlevel 36 erreicht (200k/400k), das interessierte die Spieler allerdings kaum. Diese kämpften weiter verbissen um die verbleibenden 90k für den Sieger. Mit etwas schriller Unterstützung aus dem Zuschauerbereich gelang dem Onlinespieler Lettau schließlich die Wende und er konnte in der 141. Hand mit 87s den Sack zumachen.

Das Resultat (mit Preisgelddifferenz durch Deal):

1. Andre Lettau – €794,058

2. Samuel Phillips – €1,021,275

3. Hossein Ensan – €652,667

4. Andrea Dato – €362,000

5. Andrey Shatilov – €286,600

6. Kiryl Radzivonau – €224,500

7. Ji Zhang – €171,600

8. Slaven Popov – €121,300