Mittwoch, 18. April 2012 um 12:20 Uhr
Im Berliner Hyatt läuft das € 5,300 EPT-Event auf Hochtouren. Während die Organisation und Atmosphäre in diesem Jahr ohne Fehl und Tadel ist, wurden die Erwartungen der Veranstalter in Sachen Teilnehmerzahl am ersten Starttag nicht erfüllt. Am Tag 1a kauften sich 243 Spieler ein, im Vorjahr waren es immerhin 315 Teilnehmer. Die Organisatoren machten zu diesem Zeitpunkt lange Gesichter, fast 25% Einbußen innerhalb eines Jahres wären schon starker Tobak.
Am Tag 1b gab es dann aber den Mörderansturm. Hektik, zusätzliche Tische aber strahlende, zufriedene Gesichter waren die Folge. Mehr als 500 Spieler sprengten die Kapazitäten des Pokersaals. Mit neun zusätzlichen Tischen konnten aber alle Spieler untergebracht werden. Die Gesamtteilnehmerzahl kletterte auf 745 Spieler (Vorjahr 773) und der Preispool summiert sich auf €3,75 Millionen die auf die Top 112 Plätze ausgezahlt werden. Für den Turniersieger werden €825,000 auf den Scheck gedruckt.
Prominente Opfer der ersten Stunden waren neben Pius Heinz auch Juha Helppi, Yevgeniy Timoshenko, Fabrice Soulier, Live Boeree, Lex Veldhuis, Scott Seiver, Sebastian Ruthenberg, Johnny Lodden, Sandra Naujoks, Jonathan Duhamel und Steve O'Dwyer.
Am Ende der Starttage hatten sich 329 Spieler für die zweite Runde qualifiziert. Im Feld sind u.a. Viktor Blom, Jake Cody, ElkY, Barry Greenstein, Theo Jorgensen, Vanessa Selbst, Kevin MacPhee und Shaun Deeb.
Wenn man diese Namen liest, kann man bezüglich des Niveaus des Teilnehmerfeldes mit der Zunge schnalzen. Da darf man für die Amateure im Feld fast schon ein wenig Mitleid aufbringen. Aber .... im Poker ist alles möglich. Das zeigt unter anderem der Chipleader - der Türke Cengiz Ulusu konnte trotz der Sharks an den Tischen 242,800 Chips in den Stack spielen und führt das Feld in die zweite Runde.
Montag, 02. April 2012 um 17:52 Uhr
Nach einem spannenden und langen (13 Stunden!) Finale kassierte er €640,000 und schnappte den Favoriten Busquet und Soulier den Titel vor der Nase weg.
Während der Däne bei Live-Turnieren mit ca. €400,000 Preisgeld zwar beachtlichen Erfolg hatte, liegt sein Schwerpunkt beim PLO und zwar Online. Hier führen die Online-Datenbanken einen Gewinn von über einer Million auf.
Wrang machte bereits am vierten Tag auf sich aufmerksam. Mit 1,7 Millionen im Stack konnte er sich vom Feld absetzen. An diesem Tag blieben nur noch 24 Spieler im Rennen und neben Liv Boeree schied auch Bertrand Grospellier aus.
Auf dem Weg zum Finaltisch übernahm Busquet die Initiative. Der WPT-Gewinner dominierte die Partie wurde dann allerdings von einem Badbeat (Set vs Set) jäh gestoppt. Damit war der Chiplead zwar verloren ... aber immerhin reichte es noch für einen Platz am Finaltable.
Am letzten Tag begann mit Fabrice Soulier ein bekannter französischer Spieler als Chipleader. Nach einigen Auf‘s und Ab‘s musste sich Soulier auf Platz 3 geschlagen geben und das Heads-Up dann Wrang und Busquet überlassen.
Vorher hatten sich bereits Visscher, Nagel, Puccilli und Ylitalo frühzeitig vom Tisch verabschieden müssen.
Die beiden Spieler hatten gleich viele Chips vor sich und die Buchmacher sahen den erfahren Heads-Up und Live-Game Profi Busquet als Favoriten. Nach einstündigem Zweikampf hatte sich überraschenderweise Wrang eine deutliche Führung erarbeitet. Als Busquet seine letzten Chips mit A9 in die Mitte brachte, hatte der „Underdog“ dann das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Er war mit A6 zwar dominiert, bekam aber mit 4 Herzkarten auf dem Board einen Flush und damit den Titel serviert.
Hier Platzierung und Verdienst:
1. Jannick Wrang €640,000
2. Olivier Busquet €430,000
3. Fabrice Soulier €240,000
4. Balazs Botond €157,000
5. Joen De Visscher €124,000
6. Mario Nagel €92,000
7. Stefano Puccilli €71,500
8. Robin Ylitalo €54,000
Freitag, 30. März 2012 um 14:17 Uhr
Für den Tag 2 versammelten sich die Überlebenden der zwei Starttage. Die 359 verbleibenden Spieler trafen im Casinosaal also erstmals aufeinander und machten sich fleissig an die Arbeit. Am Ende waren nur noch 99 Spieler an den Tischen und hofften auf einen erholsamen Feierabend und guten Lauf für das weitere Turnier.
Im Lauf der sechs 75minütigen Blindlevel schieden mit Faraz Jaka, Arnaud Mattern, Luca Pagano, Kevin MacPhee, Patrik Antonius und Eugene Katchalov reichlich Prominente mit leeren Händen aus.
Da nur 88 Plätze bezahlt werden, sind auch noch Pechvögel am dritten Tag zu ermitteln. Die Bubblephase wird wahrscheinlich für einen langsamen Beginn der Runde sorgen. Typischerweise werden die Spieler mit den großen Stacks die Phase nutzen um reichlich Druck auf die Shortstacks auszuüben. Als Chipleader stehen Balazs Botond sämtliche taktische Möglichkeiten zur Verfügung. Der Ungar spielte sich still und leise nach vorne und führt mit 646k Chips das Feld an. Die Schweizer Ronny Kaiser und Alexander Andermatt sind mit 506k und 436k dicht auf den Fersen.
Mit Olivier Busquet, Roberto Romanello und Liv Boeree sind diverse prominente Spieler im Rennen um den Titel dabei.
Mittwoch, 28. März 2012 um 17:27 Uhr
Pokerturniere in Italien gehören zu den beliebteren Veranstaltungen der Series. Dies liegt natürlich nicht an dem hohen Fischanteil im Spielerfeld sondern ausschließlich am Wetter :)
Für 5,300 Euro Buy-In startete PokerStars nun erstmals in Campione ein EPT-Event. Bis zum 31. März werden im Casino die Campione die Chips verschoben, dann steht der Sieger fest.
Am ersten Starttag registrierten sich 178 Teilnehmer und 107 schafften es in die zweite Runde. Mit Davide Andreoni konnte ein Italiener den besten Start hinlegen. Mit 175k im Stack wird er an Tag 2 als Chipleader beginnen. Mit Roberto Romanello, Alex Kravchenko und Luca Pagano schafften es auch bekannte Spieler über die Startphase hinaus.
Ausgeschieden sind u.a. Theo Jorgensen und James Dempsey.
Am Tag 1b kauften sich weitere 392 Spieler in das Turnier ein. Damit wuchs das Teilnehmerfeld auf insgesamt 570 Spieler und der Preispool auf € 2,764,500 - Für den Sieger sind 640,000 Euro reserviert. Diese Prämie wird sich Vanessa Selbst (Foto) nicht mehr verdienen. Die erfolgreiche Amerikanerin ist für ihre aggressive Spielweise bekannt - mit einem "Six-Bet-Shove" in AA vom Gegner endete das Turnier ... Selbst hielt J9s! 
Am zweiten Starttag waren deutlich mehr Pro's aufgetaucht. Arnaud Mattern, Liv Boeree, Bertrand Grospellier, Victor Ramdin, Dario Minieri und Lex Veldhuis waren bzw. sind dabei. Während die Erstgenannten zum Feierabend noch Chips in die Tüte packen konnten, lief es für Minieri und Veldhuis schlecht und beide schieden aus.
In der zweiten Runde werden die verbleibenden 325 Spieler aufeinandertreffen und sich in Richtung Geldränge spielen.
Montag, 19. März 2012 um 18:38 Uhr
Frederik Jensen konnte sich den Titel und die Siegprämie sichern. Damit gewinnt nach Mickey Petersen erneut ein Däne ein EPT-Event.
477 Spieler aus 46 Ländern waren angetreten um am Ende die Chips in Richtung Jensen zu spielen. Nachdem diese Aufgabe erledigt war, freute sich der junge Spieler über einen Scheck in Höhe von $652,131. Der Däne ist in Sachen Turnierpoker kein unbeschriebenes Blatt. Er schaffte es bereits auf einen zweiten Platz während der Aussie Millions und spielte im letzten Jahr am Finaltisch der EPT Vilamoura.
An den Tagen 3 und 4 des Turniers konnte sich mit dem Kanadier Mike McDonald ein Profi in Szene setzen. Mit Olivier Busquet, Melanie Weisner, Alex Kravchenko, Kevin MacPhee, Johnny Lodden, Barny Boatman und David Benyamine setzte aber auch das große Favoritensterben ein. Für McDonald war kurz vor dem Finaltisch Feierabend. Er riskierte seine Chips mit TT und verlor den Coinflip gegen AK. "That's Poker Folks".
Während am Finaltisch die Shortstacks zuerst die Stühle räumten, erwischte es den als Chipleader gestarteten Lokalmatador Ricardo Ibanez auf Platz 5 überraschend früh. Während der Spanier in den vorherigen Tagen sehr aggressiv spielte, hielt er sich beim Finale auffallend zurück. Die Taktik-Änderung (vielleicht war er auch nur Card-Dead) führte nicht zum gewünschten Erfolg - nach einigen Stunden pushte er mit A2 aus dem BigBlind ... er setzte den Raiser (Stoenescu) vermutlich auf einen Stealversuch der Rumäne drehte aber mit QQ ein Monster um und sorgte für mehr Platz am Tisch.
Die letzten drei Spieler im Turnier verständigten sich auf einen Deal, der Drittplatzierte Stoenescu hielt zum Verhandlungszeitpunkt mehr Chips als der Engländer MacIntyre und freute sich deshalb über ein höheres Preisgeld.
Die letzten 3 spielten um verbleibende 110k Euro Preisgeld + Bracelet (Wert ca. 10k) Mit einem Deal im Rücken war viel Druck aus dem Match genommen - dementsprechend schnell nähert sich der Feierabend.
Nach 20 Minuten schied der Rumäne aus und machte den Weg für das abschliessende Duell frei. Zu Beginn hatte Jensen eine 2:1 Chipführung gegen MacIntyre und baute diese Führung rasch aus. Nach nur 15 Minuten war der Zweikampf entschieden und die Siegesfeier konnte beginnen.
Hier ein Überblick auf das Resultat (Deal ist berücksichtigt)
1. Frederik Jensen - Dänemark - €495,000
2. Fraser MacIntyre - Großbritannien - €290,000
3. Andrei Stoenescu - Rumänien - €330,000
4. Bruno “Kool Shen” Lopes - Frankreich - €140,000
5. Ricardo Ibañez Rodriguez - Spanien - €115,000
6. Ilan Boujenah - Israel - €92,000
7. Nicolas Levi - Frankreich - €69,450
8. Jason Duval - Kanada - €48,000
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