Für die Pokerspielerinnen ist ein reines Frauenturnier so sinnvoll wie ein Fahrrad für einen Fisch. 
 
Ein Frauenturnier ist nicht nur überflüssig sondern frauenfeindlich. Eine der größten Gegnerinnen des Ladies-Events ist die bekannte und erfolgreiche Spielerin Annie Duke (Foto).Sie weist darauf hin, dass es im Pokerspiel keinen Grund für eine Geschlechtertrennung gibt. Es gibt keinen Aspekt im Spiel in dem Frauen benachteiligt wären. 
 
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Befürworter des Ladies-Events weisen auf die Vorteile hin. Demnach könnten Frauen in dem Event erste Turnier- und Spielerfahrungen sammeln. Durch die zahlenmäßige Dominanz der Männer würden viele Frauen den „Sprung in's Wasser“ nicht wagen. Mit dem Wissen nur mit Frauen zu spielen, würden die Hürden/Hemmungen eher überwunden. 
 
Duke stellt mögliche Erfolge durch das Ladies-Events allerdings in Frage. Frauen werden zum sorgsamen Umgang mit Geld erzogen. Abwägen und Inkaufnahme von Risiken werden nicht gefördert. Dies sind aber die Grundlagen für ein gutes Pokerspiel. Deshalb wäre ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen an den Pokertischen reine Utopie. 
 
Wenn sich die Frauen allerdings für das Pokerspiel begeistern, können Sie sich ohne Einschränkungen mit den Männern messen. In Duke's Augen ist das Ladies-Event gegenüber dem pokernden Frauen herablassend. Dies wird auch an der Pressearbeit und den zusätzlichen Preisen deutlich. In diesem Jahr wurde das Event mit zusätzlichen Preisen beworben. Es gab u.a. Gutscheine für Besuche einer Schönheitsfarm. 
 
„Ich müsste das nochmal kontrollieren, aber ich glaube die WSOP hat noch nie ein Turnier mit Zusatzpreisen wie Viagra beworben. Warum also die Extras für die Frauen?“, so Duke in einem Statement. 
 
Auch wenn Jeffrey Pollack an dem Event festhalten will, es hat nicht den Stellenwert anderer WSOP-Turniere. In diesem Jahr waren unter den 1286 Spielerinnen nur wenige Pro's zu finden. Katja Thater (4. Platz) war eine der Ausnahmen. Aber auch Thater verriet in einem späteren Interview das Sie von dem Event nicht viel hält und es erbärmliches Bingopoker an dem ersten Spieltag gab. Obwohl Sie kein Freund (keine Freundin?) vom Ladies-Event ist, spielte Sie dem Sponsor (PokerStars) zu liebe. 
 
Trotz berechtigter Kritik am Event: Das Turnier hat großen Zuwachs im Teilnehmerfeld und bringt viel Geld ein. Logischerweise wird die WSOP auch im nächsten Jahr mit diesem Event die Cash-Kuh melken. 
 
 
quelle: pokerlistings.com