In Großbritannien tritt im Oktober der neue „Gambling Act“ in Kraft. Die neuen Regelungen haben natürlich auch Einfluss auf das Pokerspiel.

PokerStars wird entsprechend Änderungen im Client vornehmen und informierte darüber, dass die englischen Spieler im gleichen Spielerpool bleiben, das gleiche Rake zahlen aber weniger VIP-Boni ab 2015 erhalten und in Cashgames und Rebuy-Turnieren die Auto-Rebuy-Funktion nicht verfügbar ist.

Die Reduzierung der Boni ist darauf zurückzuführen, dass Stars für die UK-Spieler 15% Steuern auf Bruttogewinne entrichten muss. Immerhin versucht der Anbieter nicht (wie damals in Frankreich) die Steuer durch extreme Rake-Erhöhungen aufzufangen, die Boni-Kürzung geht zwar ebenfalls zulasten der Spieler, dürfte aber weniger spürbar ausfallen.

Auch wenn sich bisher nur PokerStars zu den Änderungen geäußert hat, gilt das Gesetz natürlich auch für andere Online-Plattformen. Diese werden sich bis zum 01.10.14 ebenfalls mit Änderungen zu Wort melden müssen.

Während die Besteuerung und Veränderung des Bonussystems von den britischen Spielern (murrend) akzeptiert wird, gibt es eine von Richard Richardson initiierte Petition gegen den Entfall des „Auto-Rebuys“.

Das Gesetz besagt, dass „…der Geldbetrag der in ein Produkt investiert wird, bei jedem Anlass nicht ohne Zustimmung des Kunden erhöht werden darf…“. Daraus folgt die Deaktivierung der Auto-Rebuys. Manuelles „Auffrischen“ des Stacks ist weiterhin möglich.

Richardson weist in einem Brief an die UK Gambling Commission daraufhin, dass durch diese Regelungen zwar Freizeitspieler kaum tangiert werden. Die Profis würden allerdings in Sachen Multitabling stark benachteiligt. Bei 16 oder 20 Tischen würde ein ständiges manuelles Auffüllen des Chipstacks viel Aufmerksamkeit erfordern und damit die Konzentration auf das eigentliche Spiel stören. Die Folge ist, dass die britischen Spieler zur Konkurrenz stark benachteiligt werden.

Bei der Argumentation begibt sich Richardson auf dünnes Eis. Gerade die Vielspieler werden von der Gambling Commission gerne in die „Spielsucht-Schublade“ gepackt. Das Thema greift er zwar auch in seinem Brief an die Kommission auf, ob die der Argumentation folgen, darf stark bezweifelt werden.