Der unbeliebte, ehemalige (und übergewichtige) Geschäftsführer von Full Tilt Poker ist schwer erkrankt und sorgt damit überraschend für ein schnelles Ende seines Strafverfahrens.

rayBitar hatte sich bereits im letzten Jahr den Behörden gestellt und wurde nach der Einreise in die USA am Flughafen in New York festgenommen.

Die Justizbehörde wurde nun über eine erforderliche Herztransplantation unterrichtet. Laut Aussage der behandelnden Ärzte hat Bitar ohne diese Operation lediglich eine

50-Prozent -Chance die nächsten 12 Monate zu überleben. In Anbetracht dieser besonderen Umstände wurde die Zeit der Untersuchungshaft (ganze 7 Tage!) auf das Strafmaß angerechnet und auf eine weitere Haftstrafe von Bitar verzichtet. Zeitgleich hat Bitar ein Schuldanerkenntnis (Geldwäsche und Betrug in Millionenhöhe) unterzeichnet und sich bereit erklärt eine Geldstrafe in Höhe von ca. 40 Millionen Dollar zu zahlen.

Die beteiligten Juristen sind sich einig, dass eine Gefängnisstrafe wahrscheinlich den Tod zur Folge hätte, also unangemessen sei. Das Urteil wurde übrigens per Videokonferenz bekannt gegeben.

Im Internet kochen die Gemüter trotzdem hoch. Bitar hatte nie die Sympathien der Poker-Communtiy auf seiner Seite und ihm wurde ein Großteil der Schuld am Full-Tilt Desaster zugesprochen. Tausende Kunden wurden um zig Millionen Dollar geprellt und die US-Kunden warten immer noch auf ihr Geld. Der Mob ist entsprechend aufgebracht. In der Anonymität des Netzes sind nicht wenige dabei, denen ein Todesfall während der Haft als gerechte Strafe erscheint.

Hier sollten die „Hater“ vor dem Twittern/Posten allerdings nochmals Luft holen und sich zivilisiert benehmen – die Zeiten der Lynchjustiz sind glücklicherweise vorbei.