Der mehrfache WPT und WSOP-Sieger war lange Zeit ein Stern am Pokerhimmel. In seinen besten Zeiten war er ein Mitglied im Team Full Tilt und spannte ganz nebenbei David Benyamine die bessere Hälfte aus (sh. Bild). lindgren

Seine Siegprämien summieren sich auf mehr als 10 Millionen und als Gesellschafter von Full Tilt darf man ein fürstliches Einkommen über einige Jahre unterstellen. Umso erschreckender waren die Schlagzeilen, die Lindgren nach dem Black Friday fabrizierte. Er hatte sein Vermögen scheinbar mit Sportwetten durchgebracht und durch seine Glücksspielsucht Schulden bei Freunden und Bekannten angehäuft.

Als frischgebackener Familienvater entschied er sich über eine Privatinsolvenz und Entzugsbehandlung für einen Neustart. Etwas wunderlich war allerdings, dass er nach der Therapie trotzdem noch am Pokertisch gesichtet wurde. Vielleicht galt das Motto „Poker ist kein Glücksspiel“. Das untermauerte er, indem er bei der WPT und auch bei der WSOP in den letzten beiden Jahren jeweils sechstellig cashte.

Durch die erzielten Einnahmen wurden die Gläubiger hellhörig. Nun bringt PokerStars bzw. die Rational Group die Angelegenheit erneut ins Gedächtnis. Als Käufer von Full Tilt klagt die Firma die Rückzahlung von Lindgrens Verbindlichkeiten ein. Dem ehemaligen Sponsor schuldete Lindgren über eine halbe Million, die als Darlehen für Turnier-Buy-Ins gewährt worden waren. Ein ominöser Kredit über 2 Millionen Dollar (inklusive eines skandalösen Buchungsfehlers) soll ebenfalls zurückgezahlt werden. Beide Summen hatte Lindgren bei der Abwicklung der Privatinsolvenz außen vor gelassen, somit sind diese tatsächlich einklagbar. In diesem Zusammenhang wirft die Klägerin dem Ex-Full-Tilt-Profi ungerechtfertigte Bereicherung und Vertragsbruch vor.

Ob Lindgren überhaupt zahlungsfähig ist und wie die Richter über eine Rückzahlungspflicht denken, bleibt abzuwarten.