Im Windschatten des Pokerbooms etablierten sich Zahlungsanbieter wie Neteller und Skrill (früher Moneybookers). Durch die Dienste war die Bankroll schnell von einem Anbieter zum nächsten transferiert. Die Gebühren trug im Regelfall der Pokerraum, die Spieler sammelten nebenher Treuepunkte und Prämien der Online-Banken. Die Welt war damals noch in Ordnung. 🙂

Nach dem Black Friday mussten aber sowohl Neteller als auch Skrill die Gürtel enger schnallen. Die plötzlichen Umsatzeinbrüche waren durch die Unternehmen erst einmal zu kompensieren und es galt, sich teilweise neu ausrichten. Ähnlich wie bei den Pokeranbietern, soll eine Übernahme/Fusion das Geschäft nun weiter voranbringen. Optimal Payments (Neteller) und CVC Capital Partners sind sich über die Bedingungen bereits einig. Der Kauf der Skrill Group soll £800 Millionen kosten und nach Möglichkeit bereits im Sommer bzw. im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Neteller will so als großes eWallet-Unternehmen punkten und damit Firmen wie Paypal Marktanteile streitig machen. Die Verantwortlichen mussten zwar Einbußen in Sachen Online-Kasinos hinnehmen, der Markt für internationale und digitale Zahlungsdienste sei aber wachsend und damit vielversprechend. Die für 2014 veröffentlichten Zahlen bestätigen die Aussagen der Unternehmen, es wurde ein Umsatzwachstum von 44% vermeldet und der Gewinn vor Steuern stieg sogar um 83%.

Ob Skrill in Zukunft als Markenname bestehen bleibt, ist noch offen. Ebenfalls noch unbekannt ist, ob die Regulierungsbehörde den Deal freigibt.

Experten sehen den Zusammenschluss durchaus positiv und merken an, dass das Unternehmen durch den entfallenden Wettbewerb zum direkten Konkurrenten Ressourcen spare, um interessante Angebote für die Kunden zu machen und/oder in neue Techniken zu investieren. Die Börse reagierte entsprechend positiv – die Aktien der Unternehmen setzten zu einem Höhenflug an.