Manchmal darf man sich wundern. Die Pokerspieler nehmen sich gegenseitig Unsummen an Geld ab und sind trotzdem freundschaftlich verbandelt. Ob es echte Sympathien sind oder aber die üblichen Freundlichkeiten in Richtung etwaiger Fische/Wale (don't tap …) sei mal dahingestellt.

Neben dem freundlichen Miteinander gibt es allerdings auch die Konstellation „Negreanu-Duke“. Vor Urzeiten bloggte Daniel Negreanu seine (nicht gerade hohe)  Meinung zu Annie Duke und seitdem ist die Situation zwischen Duke und Daniel Negreanu … nunja … angespannt :). Die Blogeinträge können bei Interesse ohne größeren Aufwand gegoogelt werden 🙂

Auslöser für die aktuelle Fehde ist eine Meinungsverschiedenheit bezüglich des WSOP-Ladies-Event. Duke sprach sich für eine Abschaffung des Ladies-Event aus und plädierte für eine Gleichstellung der Frauen. Daraufhin wunderte sich Negreanu über den Vermerk: „beste weibliche Pokerspielerin“ auf Dukes Website. In eigener Sache scheint Duke also nichts von Gleichstellung zu halten und einen Beweis für die Richtigkeit  dieser „prahlerischen Aussage“ blieb die Teilzeitspielerin ebenfalls schuldig.

negrIn der Sache kann man dem smarten kanadischen Medientalent also gerne Recht geben. Das Duke auch noch als Aushängeschild für das skandalerprobte Unternehmen UB auftritt motiviert natürlich zu medienträchtigen Angriffen. Aber im letzten Interview schoss Negreanu dann doch über das Ziel hinaus. Während ein Vergleich mit Ivey („der würde sich niemals als „bester Spieler der Welt“ bezeichnen … dafür ist er zu clever“) noch witzig ist, sollte man Mitmenschen  nicht als „fucking cunt“ bezeichnen.

Als das Interview mit dieser Beleidigung  veröffentlicht wurde, prasselte es Kommentare. Duke selber twitterte eine Antwort: „Ich habe nichts gegen Kritik, wundere mich aber über die Ausdrucksweise und verbitte mir Beleidigungen“. Negreanu behauptet diese Aussage außerhalb des Interviews getätigt zu haben … es wäre eher ein privates Gespräch gewesen … und Pokerstars als Sponsor von Negreanu hielt sich bedeckt. duke

Annie Duke hat sich inzwischen in einem offenen Brief an PokerStars gewandt. Der Online-Anbieter teilte mit, dass auch die unter Vertrag stehenden Spieler eigene Meinungen äußern dürfen, diese sich aber nicht mit der von PokerStars decken muss. Allerdings sind verbale Entgleisungen weder erwünscht noch im Sinne von PokerStars.

Ob sich Negreanu in den nächsten Tagen in angemessener Weise entschuldigt bleibt abzuwarten. Wünschenswert wäre es schon …