Michael Mizrachi hatte – wie wohl die meisten Pro's – bei der WSOP nebenbei einige Wetten laufen. Mit dem Italiener Giorgio Medici lief eine Sidebet für 20k mit einer 1:5 Quote. Bei einem Bracelet-Gewinn sollte der Grinder also 100k vom Italiener kassieren.

Mit dem Sieg im Player Championship war die Wette gewonnen … aber Medici zeigte sich zahlungsunwillig. Er attestierte sich eine Pleite und zahlte trotz Geldgewinn im Event 9 seine Ehrenschulden nicht. Mizrachi konsultierte daraufhin einen Anwalt … dieser machte aber wegen fehlender schriftlicher Vereinbarungen wenig Hoffnung.

 

Joe Sebok ist einer der beliebtesten Twitterer. Ca. 1 Million „Fans“ folgen dem Pokerspieler. Per Twitter brachte sich Sebok nun auch als neuen Repräsentanten der WPT in's Gespräch und schoss damit ein Eigentor.

Ausgelöst wurde die Info über den neuen Job durch Jeanine Deeb (Tochter von Freddy Deeb und Angestellte bei der WPT. Sebok dementierte nicht sondern bedankte sich bei Unterstützern und Fürsprecher. Welche Aufgaben/Verpflichtungen mit dem Job verknüpft sein sollten, blieb unklar. Eine nähere Definition der Stelle wird es auch nicht geben. Keine 24 Stunden nach dem Deeb-Tweet dementierten die Verantwortlichen der WPT die Einstell-Gerüchte. Die auslösenden Twitter-News wurden zwischenzeitlich gelöscht.

Grund für das Dementi könnte Seboks Vergangenheit bei Ultimate Bet sein. Nach dem Skandal bei UB hatte sich Barry Greenstein's Stiefsohn von dem umstrittenen Online-Anbieter anstellen lassen. Der zweifelnden Poker-Community versprach er seine Einblicke in das Unternehmen für eine lückenlose Aufklärung des Superuser-Skandals zu nutzen. Allerdings löste Sebok sein Versprechen nicht ein sondern beschränkte sich auf das Kassieren seines Gehaltes. Die enttäuschten Pokerfans (der Anbieter schuldet den Spielern ca. 50 Millionen Dollar) empörten sich nun über den vermeintlichen WPT-Job und könnten damit tatsächlich bei der WPT ein Umdenken erreicht haben. Die neuen Nachrichtenmedien – Fluch und Segen zugleich.