Gus Hansen ist an die Full Tilt Tische zurückgekehrt und hat dies teuer bezahlt. Der Däne spielte $200/$400 PLO und $2k/$4k O8 und dabei blieb ihm das Pech treu. Er spielte zwar nur 7,600 Hände verlor aber ca. $1,87 Millionen Dollar. Durchschnittlich gingen also 250 Dollar pro Hand an die Gegner. Der Däne spricht von einem „serious meltdown“ und liegt damit definitiv richtig. Das auch Viktor Blom und Tom Dwan mit einem Downswing beim neuen Arbeitgeber starteten tröstet wohl kaum.

Hansen twittert zwar optimistisch und hofft auf einen bevorstehenden Upswing, seine Verluste im Online-Poker summieren sich allerdings auf mehr als 5 Millionen Dollar. Eventuell sollte „The Great Dane“ sich mehr auf das Live-Spiel konzentrieren?

Im Kontext zu den offenen Zahlungen an die US-Spieler äusserte Hansen nochmals sein Bedauern. Man fühlt sich nicht wohl mit hohen Summen an den Tischen zu agieren während andere Spieler auf wesentliche Teile der Bankroll warten müssen, so Hansen. Der Full-Tilt-Pro wies aber daraufhin, dass er auf die Abläufe in keiner Weise Einfluss nehmen könne und hofft auf eine korrekte Wahrnehmung seitens der Spieler.

Apropos korrekte Wahrnehmung. Howard Lederer scheint hier immense Schwierigkeiten zu haben. Chad Ellie war für die Ein- u. Auszahlungen bei Full Tilt und auch bei PokerStars verantwortlich. Für diese Tätigkeit (Payment-Processor) wurde er in Amerika zu fünf Monaten Haft verurteilt. Bevor Ellie die Strafe verbüsst möchte er zur Aufklärung beitragen. In diesem Zusammenhang widerspricht er den Aussagen von Howard Lederer. Dieser hatte in seinen Interviews jegliche Gespräche bzw. Beteiligung an den Ein- u. Auszahlungsmodalitäten bestritten. Insbesondere mit den besonders kuriosen „Phantomzahlungen“ wollte Lederer nichts zu tun haben. Ellie berichtet im Gegenzug von einem mehrstündigen Treffen mit Lederer. Im Gespräch sei „the Professor“ unsympathisch rüber gekommen. Ein Großteil seines Redeschwalles galt nicht den bestehenden Problemen. Vielmehr referierte Lederer großkotzig über seine Verdienste um den Aufbau eines 2-Milliarden-Dollar Unternehmens. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte Lederer von den bestehenden Problemen gewusst, so Elli. Selbstreflektion gehört also nicht zu den Stärken vom „Howie“ – es wäre deshalb spannend seine Meinung bzw. Version zur Petition in Richtung „Ariah-Casino“ zu hören. Pokerprofi‘s haben sich an die Casino-Verantwortlichen gewandt und eine Sperre für Lederer gefordert. Im Hinblick auf die Vorwürfe, die Aussagen, und sein Verhalten inklusive Selbstbedienungsmentalität sei es für die Spieler nicht zumutbar mit Lederer an den Tischen konfrontiert zu werden.

Die Casino-Verwaltung hat allerdings einen neutralen Standpunkt bezogen und mitgeteilt, dass eine Sperre nur dann möglich sei, wenn gegen die Statuten des Casinos verstossen wurde. Dies ist dem Full-Tilt-Mitbegründer allerdings nicht vorzuwerfen. Mal sehen wann sich die unerwünschte Person das nächste Mal an die öffentlichen Tische wagt und wie die Kontrahenten dann reagieren.