Das größte Pokerturnier Deutschlands startete im Casino Hohensyburg. Spieler aus 20 Länder und ein 3,5 Millionen Euro Preisgeldpool werden erwartet. Natürlich werden diverse Profis an den Tischen zu finden sein, u.a. haben sich Betrand Grospellier und Luca Pagano angekündigt.

Leider sorgt nicht nur die EPT in Dortmund für Trubel. In den letzten Tagen wurden diverse Unregelmäßigkeiten aus dem Casino Hohensyburg gemeldet. Bei einem Rebuy-Turnier wurden nicht alle Rebuys + Addons dem Preispool zugefügt. Erst nachdem sich die teilnehmenden Spieler über die getätigten Rebuys verständigten und die Diskrepanz meldeten, wurde vom Personal ein „Sack Geld“ aus der Schublade gezaubert.

Hier läuft noch die Prüfung, die beteiligten Spieler scheuen jedoch rechtliche Schritte, weil Sanktionen und künftigte Benachteiligungen durch die Casino-Leitung zu befürchten sind. Bereits in der Vergangenheit wurde wegen eines Rechtstreits ein unbegründetes Casinoverbot erteilt – die Erfahrungen in dieser Hinsicht sind also negativ.

Von der Westspiel-Gruppe gab es lediglich eine pauschale, nichtssagende Pressemitteilung die in keinster Weise weiterhalf bzw. Vertrauen förderte.

Aktuell sind nun auch die Sachpreisturniere des Casinos in der Kritik. Beim Finale der „Westpiel Poker Tour 2008“ wurde für ein Buy-In von 770 Euro als Hauptgewinn ein Audi R8 im Wert von über 130.000 Euzro versprochen. Die Gewinner (am Finaltable wurde ein Deal abgeschlossen) mussten nun erfahren, dass der Wagen nur einen Wert von ca. 70.000 Euro hat. Es handelte sich um ein Gebrauchtfahrzeug mit einem Kilometerstand von fast 10.000! Zugelassen war das Fahrzeug auf Willi Klaus, der Geschäftsführer des WPT Sponsors „Klaus, Casinotechnologi e. K. Dortmund“ ist u.a. für die Ausstattung der Westspiel Casinos zuständig.

Skepsis ist bei solchen Insidergeschäften angebracht und transparente Geschäftspolitik sieht anders aus. Das von dem ausgelobten Preisgeld eigenmächtig und ungefragt Trinkgelder in Abzug gebracht wurden ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einem sich abzeichnenden Skandal.

Selbst wenn man den Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ berücksichtigt, gibt es akuten Handlungsbedarf auf der Burg.