Pokerstrategy ist als Community und Affiliate wohl allen Pokerspielern ein Begriff. Die Meinungen zu diesem Club und Coachinganbieter waren schon immer durchaus kontrovers. Von den Black Members wird allerdings aktuell kein gutes Haar am Unternehmen gelassen. PokerStrategy ist als Affiliate groß geworden und war in Sachen Spielerwerbung extrem erfolgreich. Ähnlich wie die Pokerräume hat der Anbieter VIP-Level für die Kunden eingeführt und gestaffelte Prämien angeboten. Spieler in höheren Stakes mit einer Vielzahl an gespielten Händen im Monat schafften es zum höchsten Status „Black Member“.

Die rückläufige Entwicklung am Pokermarkt mit Einnahmeeinbußen und Kundenrückgang ließ die Pokeranbieter restriktive Anpassungen in Sachen Affiliate-Vereinbarungen vornehmen. Die Pokerräume haben sich in den Statuten das Recht gesichert und auch genutzt, die Vereinbarungen auch für bereits bestehende „Affi-Links“ anpassen zu dürfen. Als direkte Folge daraus muss auch Pokerstrategy den Gürtel enger schnallen. Insbesondere das vollständige Aufkündigen sämtlicher Affiliate-Vereinbarungen von Full Tilt dürfte ein Loch in die Haushaltsplanung der Verantwortlichen gerissen haben. In diesem Zusammenhang sind Sparmaßnahmen und Anpassungen in Richtung eigene Kunden/Spieler aus objektiver Sicht durchaus nachvollziehbar.

Allerdings werden mit den „Black Members“ nun ausgerechnet die Vielspieler getroffen, die durch fleißiges Spielen hohe Einnahmen für Pokerstrategy erwirtschaften. Als Ansporn für das Grinden waren bisher spezielle Events ausgelobt und ein maßgeschneiderter Anzug gehörte ebenfalls zum Status. Diese „Mehrwerte“ wurden nun vollständig und teilweise rückwirkend (einige Spieler erreichten den Status und die noch geplanten Events waren bereits ausgebucht) gestrichen.

Die Kunden fühlen sich entsprechend vor den Kopf gestoßen. Besonderen Unmut verursacht der Umstand, dass die Spieler die „Zusammenarbeit“ mit Pokerstrategy nicht von sich aus beenden können. Die Verknüpfung zwischen Spieler und Werber (Affiliate-Link) ist auf Dauer angelegt und lässt sich nicht kappen oder ändern.

Diese Tatsache wurde den Spielern auf Anfrage von Pokeranbietern (PokerStars) bestätigt. Die „geschassten“ Spieler müssen zurzeit also in den sauren Apfel beißen und generieren durch eigene Rakezahlungen an Stars Einnahmen für Pokerstrategy ohne die in Aussicht gestellten Gegenleistungen des Affiliates zu erhalten. Den Spielern wird zwar ein freier Zugang zu allen Coachingvideos geboten, dies stellt für die fortgeschrittenen Spieler aber offensichtlich keinen ausreichenden Anreiz dar.

Wie bereits erwähnt, ist der Handlungsbedarf von PokerStrategy nachvollziehbar. Für den Affiliate ist die Tatsache, dass die Pokeranbieter die geltenden Vereinbarungen ohne Probleme und Einverständnis des Affiliates verändern können, genauso unbefriedigend, wie die daraus resultierende Konsequenz für die Spieler.

Zufriedene Kunden sind in diesem Szenario kaum zu erwarten. Einer Meuterei und Eskalation hätte man allerdings durch eine koordinierte Umsetzung der Einschnitte zuvorkommen können. In diesem Fall gab es keinen sauberen Cut für die frischgebackenen Black Member und vor allem die (fehlende) Kommunikation mit den Betroffenen sorgt für einen bitteren Beigeschmack.

Kritische Anmerkungen im PS-Forum führen mitunter zu einer Sperre des Autors bzw. zur Schließung des Forenbeitrags. Diese Art von Zensur ist in den Foren leider keine Neuigkeit, ein Großteil der Kritik wird deshalb bereits bei Two Plus Two veröffentlicht.

Dort ist zu erfahren, dass einige Spieler sich per Klage vom Affiliate lösen wollen, die Geschäftsbedingungen sind allerdings recht eindeutig. Ein Erfolg vor Gericht scheint deshalb sehr fraglich.