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Freitag, 17. Mai 2013 um 16:47 Uhr

Phil Ivey vs. Crockfords Casino. Ivey hatte vor einigen Monaten im Londoner Casino beim "Punto Banco" (eine Bacarat-Variante) ca. 7 Millionen Pfund gewonnen. Er spielte das Glücksspiel mit höchsten Einsätzen, verlor zu Beginn und gewann danach im großen Stil. Begleitet wurde er von einer schönen Frau die dem Casino offensichtlich bekannt war. Am Ende der Session verweigerte das Casino die Auszahlung des Gewinns und Ivey drohte mit einer Klage. Nun äusserten sich die Verantwortlichen des Kasinos. Diese unterstellen, dass Ivey und seine Begleitung einen Fehldruck der Karten ausnutzten. Da bei diesem Spiel die Karten lediglich durch den Croupier berührt werden, musste Ivey teilweise um das Verschieben der Karten am Tisch bitten. Dies soll erforderlich gewesen sein, um den "Fehldruck" der Kartenrückseite zu "lesen". Ebenfalls verdächtig: Yvey bat beim leeren Schlitten das Personal die alten Karten nicht -wie üblich- wegzuwerfen, sondern neu zu mischen.Die gut aussehende Begleiterin ist für diese Masche offenbar bekannt und bereits in anderen Kasinos gesperrt. Insgesamt dürfte sich Ivey also nicht allzu viele Hoffnungen auf eine Auszahlung des Betrages machen.

Full Tilt Poker führt nun ebenfalls die neue Omaha-Variante ein. Nachdem bereits PokerStars vor einigen Wochen mit "5-Card-Omaha" an den Start ging, zieht nun Full Tilt nach. Unter dem Namen "Big O" ist die Action-Variante zu finden. Die Spieler erhalten 5 statt der üblichen 4 Holecards. Der Flop wird vor der Wettrunde ausgeteilt und die erste Karte direkt aufgedeckt. Am Ende müssen weiterhin genau 2 Holecards mit 3 Karten des Boards kombiniert werden.

Für iOS veröffentlicht Full Tilt eine Rush-Poker-App. Als Erfinder des "Rush-Pokers" war Full Tilt bereits 2010 mit einer Android-Variante der App am Start ... dieses Mal müssen die Android-Nutzer noch etwas Geduld aufbringen und den Applenutzern den Vortritt lassen. Lt. Pressesprecher ist die aktuelle App allerdings nur eine Interimslösung. An einer neuen Version wird bereits gearbeitet.

Poker Heaven ergänzt das bisherige IPN/Boss-Media-Netzwerk in Richtung Ongame. Während die meisten kleineren Anbieter in andere Netzwerke wechseln oder mit Mitbewerbern fusionieren, wählt Poker Heaven eine ungewöhnliche Variante. Der Skin bietet einen zusätzlichen Client in einem zweiten Netzwerk an. Natürlich bleiben die Spielerpools von Boss und Ongame getrennt. Die Spieler beim Skin dürften sich trotzdem über die Alternative und zusätzlich erhältlichen Boni freuen. Ob das Konzept tatsächlich trägt, wird die Zeit zeigen :)

Lock Poker und die schleppenden Auszahlungsmodalitäten sind bekannt. Die ersten Vertragsspieler zogen nun die Reißleine. Chris Moorman und Paul Volpe haben die Zusammenarbeit mit dem Anbieter gekündigt.  Beide Spieler hoffen, dass Lock-Poker die bestehenden Schwierigkeiten beseitigen kann, haben die Verträge aber nicht verlängert. Matt Stout, Annette Obrestad und Michael Mizrachi gaben bisher noch kein Statement zur weiteren Zusammenarbeit ab.

Doyle Brunson beendet seine Bracelet-Jagd. Per Twitter hat das 79-jährige Poker-Urgestein das Ende der WSOP-Karriere bekannt gegeben. Er wolle in diesem Jahr dem Alter Tribut zollen und die anstrengenden Turniere der WSOP der nicht spielen. Vermutlich wird sich die lebende Legende dafür die lukrativen Cash-Games während der Series nicht entgehen lassen. Wenn doch muss sich die Poker-Community um den Gesundheitszustand von „Texas Dolly“ sorgen.

Donnerstag, 16. Mai 2013 um 15:33 Uhr

Das hatte sich Jason Mercier mit seinem immensen Chiplead sicherlich anders vorgestellt, am Ende freute sich der Deutsche Spieler Max Altergott über Titel und Riesenprämie.

Altergott ist Online im Heads-Up in den hohen Limits unterwegs. In Live-Turnieren konnte "altiFC" bisher keine Erfolge vorweisen. Mit diesem Sieg ist der 22jährige Deutsche, der in Österreich lebt, nun allerdings bekannt wie ein bunter Hund und wird es in Zukunft an den Tischen sicher nicht leichter haben.

Nachdem es im Finale zuerst den Kanadier Mike Watson erwischte (KQ vs AA), räumte 90 Minuten später Scott Seiver seinen Platz. Seiver konnte seinen Stack weder mit 77 vs KJ noch mit 99 vs AQ vergrößern und hat sich in Sachen Spielweise nichts vorzuwerfen - ohne Glück ist kein Blumentopf zu gewinnen.

Der Russe Troyanovsky hatte eine Viertelstunde danach mit KQ gegen AJ von Sorel Mizzi das Nachsehen und sorgte mit seinem Ausscheiden für den Dreikampf Altergott vs. Mizzi vs Mercier.

Altergott hatte den Vorsprung von Mercier im Lauf der Orbits nicht nur aufgeholt, sondern den Amerikaner knapp überholt. Auch Mizzi hatte noch einen anständigen Stack und man durfte mit einem längeren Finale rechnen. Trotz hoher Preisgeldsumme und recht ausgeglichener Stacks wurde kein Deal verhandelt und damit blieb die Spannung vollständig erhalten.

Nach ca. einer Stunde probierte Mizzi dann ebenfalls sein Glück mit KQ in einem Coinflip. Diese Kartenkombination stand an diesem Tag allerdings unter keinem guten Stern und mit JJ konnte sich Altergott weitere Chips „einverleiben“.

Das Heads-Up begann deshalb mit einer 7:5 Führung des Deutschen. Mercier verlor zu Anfang weiter an Boden, konnte sich aber zurückkämpfen und die Stacks ausgleichen. Nach einer Stunde Zweikampf zeigte Altergott Nerven, verlor einen Pot und musste Mercier die Führung überlassen. Glücklicherweise gewann der Deutsche dann eine „Schlüsselhand“ in der Mercier 14 Outs verpasste. Mit diesem Pot war eine deutliche Führung erspielt und die Vorentscheidung gefallen. Mercier konnte sich tatsächlich nicht mehr aufbauen. Der Amerikaner verlor seinen Stack innerhalb der nächsten 30 Minuten mit K7 vs. QQ und T6 vs J9.

Das Endergebnis:

  1. Max Altergott - €1,746,400
  2. Jason Mercier - €1,115,700
  3. Sorel Mizzi - €679,100
  4. Timothy Adams - €485,100
  5. Vladimir Troyanovsky - €339,500
  6. Scott Seiver - €266,900
  7. Mike Watson - €218,300

Mittwoch, 15. Mai 2013 um 16:04 Uhr

Neben dem Main-Event gab es noch zwei Highroller-Events und ein "Million-Dollar-Cash-Game" war geplant.

Das Cash-Game lockte neben Viktor Blom, Isaac Haxton und Sam Tricket auch zwei britische Geschäftsmänner an. Da die Nachfrage etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, betrug das Buy-In dann doch "lediglich" €500,000. Der 49jährige Talal Shakerchi hatte in dieser Runde das Nachsehen und verlor eine Million Euro. Bei einem geschätzten Vermögen von 100 Millionen Pfund lässt sich der Verlust wohl verschmerzen. Nutznießer dieser Pechsträhne war hauptsächlich Isaac Haxton der am Ende des Cash-Games Chips im Wert von 1,5 Millionen Euro vor sich hatte.

Das €25k-Highroller-EPT Turnier gewann Steven Silverman.

Natürlich strömten in Monaco noch einmal die großen Namen an die EPT-Tische. Auf dem Weg in das Finale gingen u.a. Olivier Busquet und Viktor Blom verloren.

Am letzten Tisch schied Vanessa Selbst auf dem vierten Platz aus. Die aggressiv aufspielende Amerikanerin wurde zwar nicht beim Bluff erwischt und lag mit QQ am Flop deutlich vorne, musste sich aber auf dem River schlagen lassen und verpasste deshalb knapp den Deal um die hohen Summen. Die letzten 3 Spieler verständigten sich nach Selbst‘ Ausscheiden auf eine Teilung des Preisgeldes und ließen lediglich 15k für den Sieger in der Mitte. Deshalb gab es folgendes Ergebnis. Das restliche Spiel war deshalb ohne große Höhepunkte und ging so aus:

  1. Steven Silverman - €775,400
  2. Tony Gregg - €760,000
  3. Fadar Kamar - €760,000
  4. Vanessa Selbst - €290,300
  5. Toby Lewis - €232,400
  6. Chris Moore - €193,500
  7. Igor Kurganov - €154,700
  8. Victor Sbrissa - €116,100

mercierIm Super-High-Roller-Event für €100k liegt nach zwei Spieltagen Jason Mercier (Bild) vorne.

Nach dem ersten Spieltag hatte Mercier mit 1,183,000 Chips als einziger Spieler die Millionengrenze geknackt. Im Verfolgerfeld befanden sich neben Sorel Mizzi (885k) und Fabian Quoss (797k) auch Scott Seiver, Sam Tricket und Erik Seidel.

Am zweiten Tag wurde das Feld auf nur noch sieben Spieler ausgesiebt und Mercier baute seine Führung weiter aus. Mit 4,1 Millionen Chips bringt er fast doppelt so viele Chips wie die Verfolger Vladimir Troyanovsky (Russland), Sorel Mizzi (Kanada) und Max Altergott (Deutschland) mit an den Tisch. Mit Scott Seiver ist ein weiterer erfahrener Finalist am Start ... der muss in diesem Teilnehmerkreis und mit nur 625k im Stack allerdings mächtig zaubern.

Insgesamt kauften sich in das Event 45 Spieler ein und mit den Rebuys summiert sich das Preisgeld auf knapp 5 Millionen Euro. Für den Sieg sind €1,746,400 ausgelobt und auch der zweite Platz ist mit €1,115,700 hoch dotiert. Den größten Teil der Prämie finanzierte übrigens Phil Ivey. Der kaufte sich 3x in das Turnier ein, konnte aber seine Stacks allerdings nicht verteidigen.

Dienstag, 14. Mai 2013 um 17:34 Uhr

Auch wenn es die Seite nicht mehr gibt, ist der „Super-User-Skandal“ aktueller Teil der Pokergeschichte. Ziemlich überraschend ist vor einigen Tagen eine Ton-Aufzeichnung eines brisanten Meetings an die Öffentlichkeit gelangt. Online gestellt wurde die Aufnahme von Travis Makar, einem ehemaligen Angestellten (Computer-Experte) von Russ Hamilton. hamilton

In diesem Meeting tauschten sich Russ Hamilton, Greg Pierson, Daniel Friedberg und Anwälte des Unternehmens über Handlungsoptionen bezüglich des Skandals aus. Im Beisein der Anwälte wurde über Möglichkeiten zur Vertuschung und Vermeidung von Entschädigungszahlungen debattiert.

Im Laufe des Gesprächs sagt Hamilton „Ich hab dieses Geld genommen und werde keine Wiedergutmachung versuchen“. Das ist nicht nur ein klares Schuldeingeständnis, sondern belegt gleichzeitig Skrupellosigkeit ohne Gewissen. Durch die Kenntnis der gegnerischen Hole-Cards ergaunerte sich Hamilton schätzungsweise zwischen 16 und 18 Millionen Dollar, die er sogar versteuerte.

Interessanterweise werden im Meeting auch die gesponserten Spieler Annie Duke und Phil Hellmuth genannt. Während die Verantwortlichen Hellmuth bezüglich des Betrugs im Unklaren ließen, war Duke der „God-Mode“ bekannt und Sie soll diesen selber genutzt haben.

Hellmuth hat zwischenzeitlich ein Statement veröffentlicht. Er ist nach dem Hören der Aufnahme sehr aufgebracht und fühlt sich betrogen. Die Verantwortlichen hatten ihn damals gebeten das Unternehmen nicht zu verlassen, damit die Zahlungen an die Geschädigten nicht gefährdet werden. Aus der Aufnahme geht nun hervor, dass er für die Zwecke der Betrüger benutzt wurde und er die Verantwortlichen völlig falsch eingeschätzt habe. Für diese Fehleinschätzung entschuldigt sich Hellmuth.

dukeDuke war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Wer hätte hier auch etwas anderes erwartet?

In Anbetracht dieser Meldungen ist sehr verwunderlich, dass das erste legale Online-Pokerangebot auf dem US-Markt ausgerechnet unter dem Namen Ultimate Poker an den Start geht. Neben der Namensähnlichkeit zum unrühmlichen Ex-Anbieter gibt es nämlich weitere Gemeinsamkeiten. So wird die Alters-Verifizierung von Ultimate Poker durch ein Unternehmen (Iovation Inc) durchgeführt, dessen Geschäftsführer Greg Pierson kein Unbekannter (sh. oben) ist.  Iovation Inc war Software-Provider von Ultimate Bet und hat damit einen großen Anteil am Skandal. Solch ein Geschäftspartner ist für einen Neustart in Sachen Online-Poker mehr als unangebracht.

Montag, 13. Mai 2013 um 16:51 Uhr

steveDer Amerikaner O'Dwyer begann den extrem hochkarätig besetzten Finaltisch als Chipleader und durfte sich am Ende über die Siegprämie in Höhe von 1,2 Millionen Euro freuen.

Mit Jake Cody, Daniel Negreanu, Johnny Lodden, Noah Schwartz und Jason Mercier waren Promis am Start denen auch mit kleinem Stack alles zuzutrauen war. Umso imposanter ist der Erfolg vom in Las Vegas lebenden O'Dwyer.

Betrachtet man noch die Namen, die kurz vor dem Finaltisch ausschieden (Freddy Deeb 9. Platz , John Juanda 11. Platz, Victor Ramdin 13. Platz, Andrew Lichtenberger 14. Platz), können einem die teilnehmenden Amateure noch im Nachhinein leidtun :-) In diesem Turnier wurden definitiv keine Chips verschenkt sondern hart erkämpft.

Und die Namen bürgten auch in diesem Fall für Qualität. Die Action war fantastisch und jeder Spieler konnte mit großen Pötten punkten und sorgte damit für einen spannenden Pokertag.

Für Jason Mercier lief nicht viel zusammen und auf Platz 7 war Feierabend. Negreanu nahm in einem Streich Jake Cody und Noah Schwartz vom Tisch. Kid Poker konnte diese Serie aber nicht fortsetzen und räumte stattdessen selber seinen Stuhl nach verlorenem Coinflip. Negreanu muss seine Triple-Crown Ambitionen also in die nächste EPT-Saison verschieben und wird dieses Ziel sicherlich ganz oben in die "To-Do-Liste" einreihen.

Nachdem - der lange im Turnier dominierende - Johnny Lodden auf Platz 3 ausschied, begann der Chipleader vom Tag 4 - Andrew Pantling - mit einem knappen Vorsprung das Heads-Up. Beide Kontrahenten spielten konzentriert und effektiv. Die Führung wechselte mehrfach  aber ein größerer Vorsprung ließ sich von keinem der Beiden erarbeiten. Nach der "Dinner-Break" kam Pantling etwas übermotiviert zurück an den Tisch, er überspielte eine Hand und damit konnte O'Dwyer einen großen Pot gewinnen und den Gegner massiv unter Druck setzen. O'Dwyer hatte in der Pause offenbar die richtigen Berater gesprochen. Er agierte sehr cool und spielte seine Führung souverän ...  Pantling versuchte mit einem Flush-Draw wieder ins Spiel zu kommen, schob die Chips in die Mitte, traf nicht und verpasste den Titel knapp. O'Dwyer hatte ein Set 8er gefloppt und hatte einen leichten Call. Er bekam auf dem Turn sogar noch Quads serviert und stand damit als glücklicher Sieger fest - Für Pantling gab es für den zweiten Platz beachtliche € 842,000 Trostpreis.

Hier das Ergebnis im Überblick:

  1. Steve O'Dwyer - €1,224,000
  2. Andrew Pantling - €842,000
  3. Johnny Lodden - €467,000
  4. Daniel Negreanu - €321,000
  5. Jake Cody - €251,000
  6. Noah Schwartz - €189,000
  7. Jason Mercier - €137,000
  8. Grant Levy - €103,000

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