
Chris Ferguson ist ein äußerst erfolgreicher Pokerprofi und eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Pokerwelt. Er gilt als sehr sympathischer und hilfsbereiter Spieler. Sein Spitzname ist Jesus aufgrund seiner langen braunen Haare und seines Bartes. Dieses Aussehen und die obligatorische Sonnenbrille machen ihn unverwechselbar.
Spätestens mit dem Gewinn der WSOP im Jahr 2000 wurde Ferguson ein in Pokerkreisen anerkannter Spieler.
Ferguson wurde 1963 in Los Angeles in eine Akademikerfamilie geboren. Seine Eltern sind beide Doktoren der Mathematik.
Auffallend ist, dass er schon sehr früh, in einem Alter unter 10 Jahren, mit dem Pokerspiel begann. Er zeichnete sich schon als Kind durch sein außergewöhnliches spielerisches und mathematisches Talent aus. Mittlerweile ist er nahezu perfekt darin, die Odds zu berechnen. Er sagt selbst von sich, dass er sich an keine Zeit in seinem Leben erinnern kann, wo er nicht Karten spielte.
Sein Spielstil lässt sich als sehr analytisch beschreiben, er sendet kaum einschüchternde Gesten aus, sondern beobachtet das Spiel seiner Gegner aber auch sein eigenes Vorgehen. Ferguson schrieb sich Mitte der 80er Jahre an der University of California ein und studierte Informatik.
Nach 5 Jahren erhielt er sein Diplom und blieb noch weitere 13 Jahre an der Universität. In dieser Zeit promovierte er in Informatik mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Bis 1999 beschäftigte er sich beruflich an der Universität mit Spieltheorie. Noch bevor es die heute beliebten Onlineseiten für Poker gab spielte Ferguson über einen Internet Relay Chat-Kanal und wurde dort schnell der erfolgreichste Turnierspieler.
Ab 1994 merkte er, dass seine Kenntnisse über Spieltheorie ihm äußerst nützlich sein könnten und er begann Turniere in Kalifornien zu besuchen. 1995 nahm er schließlich zum ersten Mal bei der WSOP teil. Die nächsten Jahre nahm er immer wieder an einzelnen Turnieren teil und musste 1999 widerstrebend die Universität verlassen. Er beschloss sich als Pokerprofi zu versuchen.
Der große Erfolg stellte sich bei der WSOP 2000 ein. Er besiegte T. J. Cloutier im Main Event und erhielt ein Preisgeld von 1.500.000 $. Daneben gewann bei dem Turnier sein zweites Bracelet im Seven Card Stud. In den nächsten Jahren folgten drei weitere Bracelets in unterschiedlichen Pokervarianten.
- 2000 2.500 $ Seven Card Stud 151.000
- 2000 10.000 $ No Limit Hold'em World Championship 1.500.000
- 2001 1.500 $ Omaha Hi-Lo Split Eight or Better 164.735
- 2003 2.000 $ Omaha Hi-Lo Split Eight or Better 123.680
- 2003 2.000 $ 1/2 Limit Hold'em - 1/2 Seven Card Stud 66.220
Ferguson ist einer von zwei Spielern, die mehrere Titel bei World Series of Poker Circuit-Turnieren gewonnen haben unter anderem in Los Angeles und San Diego. Fergusons Einnahmen bei offiziellen Pokerturnieren betragen bis heute etwa 5.900.000 $.
Gegenwärtig ist er nicht mehr so aktiv im Pokerzirkus engagiert. Er ist Mitglied des Designteams von Full Tilt Poker und tritt in diesem Zusammenhang vor allem bei größeren Buy-in-Turnieren auf. Daneben ist als Day Trader an der Börse engagiert.