Hi!
Also ich hab eigentlich meistens "Angst" wenn ich unter meine beiden hole-cards schaue und mich 2 Asse anblinzeln...egal ob online, live, slow oder agressive gespielt, ich verliere fast jede 3. Hand mit Assen, die einen Showdown hat! Ziemlich nah an der Statitik eben... :-)
Ich glaube für mich liegt da ein kleiner Fluch auf den ominösen pocket-rockets...aber dass man fast jede 3. Hand verliert bedeutet ja im Umkehrschluss dass ich die anderen beiden jeweils gewinne, was wieder ein wenig mehr "Mut" macht! ;-)
Von einer besonders schönen Hand, die ich mit![]()
gewonnen hatte, möchte ich euch gerne erzählen und eure Meinung dazu hören, da ich finde, dass ich sie eigentlich komplett richtig gespielt hatte.
Wenn ihr noch anregungen habt, was man hätte noch anders/besser machen können, wäre es nett, wenn ihr euer Wissen mit mir teilen würdet! :-)
Wir spielten ein Freezeout, ich saß an einem long-hand-table mit 8 Spielern im BB.
Keiner der anderen machte irgendwelche Action, insgesamt limpten 3 andere Spieler ein und der SB machte einen Raise auf den 3-fachen BB, so dass ich reagieren konnte. Ich flippte meine hole-cards und da waren sie, die Airlines, das Hopp oder Topp eines unvorsichtigen Pokerspielers.
Der SB war meiner Meinung nach und wie ich den Spieler aus anderen Spielen schon kannte ein sehr guter Spieler, der an diesem Tisch mein größter Konkurrent war. Taktisch klug spielend und gefährlich. Schwer in ein Schema einzuordnen und, wie es mir schien, wechselte er oftmals in einem Spiel seine Spielweisen, tight, loose, sehr aggressive aber immer im Stande, bei einer scheinbar verlorene Secon-Best-Hand einen Fold hinzulegen. In Chips waren wir ca. gleich auf.
Ich zog ein reraise auf den 1 1/2 - fachen Raise seiner Wette einem call vor, um möglichst viele andere limper rauszukicken und so meinen vermeintlich stärksten Konkurrenten zu isolieren, was mir auch gelang. Ihm musste klar werden, dass er es evtl. mit einem Monster zu tun haben könnte, ich wollte dass er meine Hand respektiert um Kontrolle zu bekommen um bei einem möglichen verpassten Flop entsprechend agieren zu können. Er callte meinen reraise, so dass ich ihn auch auf eine ziemlich starke hand setzte, jedoch irgendwie nicht auf ein pp, sondern auf hohe Connectors, da ich in diesem Fall ein rereraise von ihm erwartet hätte um zu schauen wie monströs das Monster ist! :-)
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war der Flop.
Er checkte und wollte anscheinend meine Reaktion testen. Durch seine zurückhaltede Art kam ich leicht ins Grübeln, da ich aus dem Check Stärke in Form eines sets oder sogar schon eines gefloppten FH annahm und Angst hatte in eine Falle zu laufen. Aber eine freie Karte wollte ich ihm natürlich keines Falls bieten, denn das hätte seine Taktik gewesen sein können. Ich demonstrierte Stärke, indem ich scheinbar ohne größeres Zögern den halben Pott setzte. Er callte nach reiflicher Überlegung wiederum nur, was mich in meiner Annahme hoher Connectors bestärkte, und eine 3. Dame traute ich ihm aufgrund eines fehlenden reraise nicht mehr richtig zu. Auch an einem FH hegte ich regere Zweifel. Ich setzte ihn nunmehr auf etwas wie AK AJ AT, da ich von ihm weiss, dass er sehr gerne Ax, jedoch fast kein Kx spielt. Er war durch den Flop und den gecallten Raise meiner Meinung nach also entweder hinter der Straight her oder auf two-pair-Kurs.
kam im Turn.
Mein FH war gebaut und bezogen und ich fühlte mich auf der Siegerseite. Nun war mir auch egal, ob ich ihn hätte doch auf die 3. Dame setzen solle oder ob er vielleicht doch ein Straßenbauer war. Ich wünschte mir sogar, dass er jetzt entweder entgegen meiner Gedankenzüge doch KT gespielt hat, oder eben sein 2-pair mit AJ oder im Idealfall auch ein FH mit AQ oder vorher schon mit JJ getroffen hatte. Er checkte jedoch wieder, was ich diesmal als eindeutige Falle interpretierte. Nun konnte mich nur noch ein Vierling schlagen, was ich aber von der Hand wies und ignorierte. Vielleicht ein Fehler, denn so unwahrscheinlich es ist, möglich ist alles.
Wieder setzte ich den halben Pot und war mir sicher, dass mir im Gegenzug ein All-In um die Ohren gehauen werden würde. Er reraiste mich aber lediglich, was mich verwunderte, er war sich seiner Hand anscheinend doch nicht so sicher oder wähnte sich so in Sicherheit, dass er mir den Vortritt lassen wollte. Also gab ich ein rereraise ALL-In aus. Ich dachte mir, entweder er legt jetzt hin und ich gewinne eben nicht seinen gesamten Stake oder er callt und ich nehme meinen größten Widersacher vom Tisch. Zu meinem Glück callte er und mir lief aufgrund der unbedachten pocket-Q nochmals ein kurzer Adrenalinstoß durch den Körper.
Als er mir dann jedoch wie angenommen AJ zeigte, freute ich mich riesig, ich hatte ihn gut eingeschätzt und aufs richtige Pferd gesetzt. Da er auch nicht mehr zum Flush zog, war das Spiel gelaufen, im River kam nur noch eine unbedeutende 2. Er hatte sich klar im Vorteil gesehen, wie er mir später erzählte, da er mich absolut auf KK oder TT setzte, in keinem Fall AA, da er von mir mit AA spätestens pre-Flop ALL-In erwartet hätte.
Letztendlich hatte ich eine Handvoll mehr Chips übrig gehabt als er, womit mein Kontrahent aus dem Turnier ausschied und ich zum Chipleader wurde.
Letztendlich hat mich nur gewundert, dass ein so guter Spieler, der er zweifelsohne ist, mir in dieser Situation gänzlich den drilling oder das FH abspricht, was jedoch zeigt, dass man sich in seiner Gegner-Analyse auch leicht täuschen kann und es besser sein kann, seinen Gegner nicht nur komplett auf eine Schiene zu setzen.
Ich denke immer wieder gerne an diese Hand zurück, da es echt eine klasse Situation war, die für beide im Turnier richtungsweisend war. Diese Hand verkörpert für mich fast alles was ich mit Poker verbinde: Spiel, Logik, Psychologie, absolutes Hochgefühl und das unvermeidliche Magen-zusammenziehen, wenn man einen hohen Pot verliert und die Größe, die man bei Sieg oder Niederlage zeigen kann, und sich so auch als Mensch weiterentwickeln kann.
So, ich hoffe, ihr hattet Spaß beim lesen und freue mich gerne über konstruktive Spielkritik sowie andere Spielansätze!


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war der Flop.
kam im Turn.
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