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  #21 (permalink)  
Alt 07.12.2009, 22:00
Benutzerbild von Gambit
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Zitat:
Ich pokere nun ja seit Oktober 2007, allerdings halt in diesem Zeitraum nur etwas über ein Jahr aktiv. Begonnen habe ich je mit 50€ einbezahlt respektive 50€ No Deposit. Dazu kamen noch ein paar 20$ (max 15.) Einzahlungen die ich für Bonis brauchte. Atm steh ich round about bei 18k, wobei 17,5k seit März stammen [Eigentlich ein Wunder so wie ich rumdonk]. Davon ausgegeben habe ich 600 für nen Monitor. Ich bin also durchaus bescheiden, und versuche wikrlich auf den Traum hinzuarbeiten. (Schwabe halt)
…und hier beginnt schonmal ein Unterschied zu meiner Denke bzw. eine Parallele zur Vorgehensweise vieler, vieler Pokerspieler: anders als der Großteil der Pokerspieler, versuche ich mir regelmäßig etwas von meinem erpokerten Geld zu kaufen/leisten. In letzter Zeit sind es meistens nur Kleinigkeiten, die ich auch konsequent dann von meiner BR auscashe (EUR/USD-Kurs hin oder her), in 2008 waren es aber Dinge wie ein neuer LCD, ne PS3, ein Stockholm-Trip… Ich habe von viel zu vielen Spielern aus erster und zweiter Hand gehört, die Ihre Winnings (teilweise dicke fünfstellige USD-Beträge) wieder verloren haben, zeitweise aber berichten konnten, wie toll doch Ihre 50k BR auf Pokerstars aussieht. Gaaaanz tolllll!

Zitat:
Ich dachte nie, dass mir Geld verdienen jemals Spaß machen könnte, bis halt Poker daher kam, und ich anfing die Varianz zu akzeptieren (da besteht noch Bedarf) sowie die "Skillz" fürs Multitablen kamen. Somit ist der Traum Pro zu werden obv da. Allerdings bin ich mir auch der Risiken des Ganzen bewusst, weswegen ich das natürlich nur mache, wenn ich glaube Aussichten auf Erfolg zu haben. Ich brauch noch knapp 20 Monate um meinen Bachelor zu machen, wobei das halt Geisteswissenschaften sind. Also ich hatte es schon komplett abgeschrieben jemals gut Geld zu verdienen, bis halt die Bankroll explodierte, und die ersten Monate kamen, wo ich evtl mehr gemacht hab als mein Vater.
Mir gefallen Deine An- und Einsichten, jedoch bin ich mir nicht ganz so sicher, ob Du Dir der Risiken wirklich so im Klaren bist bzw. ob Du sie nicht unterschätzt. Lets have a look at the rest…

Zitat:
Also is die Sache, dass ich atm versuche in den 20 Monaten bis zum Ende des Studium einen Mindestbetrag zu verdienen, mit dem man es riskieren kann Pro zu werden. (Werde davon nicht viel/nix ausgeben) Mein absoluter Mindestbetrag steht bei 75k Lifetimewinnings. Macht also knapp 3k/Monat. Evtl hab ich mir das so hingedreht, weil ich denke 3k/Monat schaffen zu können. Is das Ganze realistisch? Was für laufende Kosten bestehen für Altervorsorge und Krankenversicherung und Sonstiges? Evtl würd ich auch ins Ausland gehen.
Hier gehts nun ans Eingemachte! Ich habe mir über die Zahlen im Vornherein noch keine Gedanken gemacht, werde also beim Schreiben versuchen, einen „Aha-Effekt“ zu erlangen – in die eine oder andere Richtung:

Dein Ziel: 3k USD / pro Monat für die nächsten 20 Monate
Wieviele Hände spielt man als Cashgamer pro Monat, wenn man nicht gerade Pokern als Haupttätigkeit hat? 30k? 45k? Ich will in meiner Rechnung mal von 30k Händen ausgehen. Um realitätsnähere Zahlen zu erhalten, kann man das Ergebnis 30k mit einem entsprechenden Faktor belegen. Spielst Du also 20k, ziehste halt ein Drittel ab, spielste eher 40k rechnest Du ein Drittel hinzu usw. … Leider kenne ich Dein bevorzugtes Limit nicht, stecke Dich aber einfach mal in NL200 – 3k USD mit 30k Händen auf NL200 bedeutet 5BB/100 Hände. Das scheint mir auf längere Sicht eine realistische Größe zu sein, mittel- und vor allem kurzfristig kann es aber auch schon mal zu deutlich niedrigeren Werten kommen (wie wir alle schmerzhaft in Erfahrung gebracht haben). Ich lass Dich mal ein mMn sehr konservatives BRM spielen und gebe Dir 75 Buyins auf NL200 als feste BR. Somit bleiben Dir von Deinen ursprünglichen 75k USD noch 60k USD oder aber 40k EUR.

Mit 40k EUR liegst Du irgendwo unter dem Bruttodurchschnittseinkommen eines Vollzeitbeschäftigten in Deutschland (2004 waren es ca. 39.800 EUR). Weiterhin im Durchschnitt gesprochen, könntest Du also unter Berücksichtigung eines normalen Lebensstils, ein Jahr lang von Deiner Reserve leben, vorsorgen, sparen, verreisen usw. (halt alles was der Durchschnitt so im Jahr macht) ohne auf neue Winnings angewiesen zu sein. Hierbei solltest Du jedoch berücksichtigen, dass die von Dir aufgebrachten Vorsorgezahlungen ohne eventuelle Förderungen von Arbeitgeberseite gestärkt werden, was bei einem Otto-Normal-Arbeitnehmer der Fall wäre. Hier hast Du also einen gewissen Fehlbetrag - Höhe ungewiss…

Mit dem besagten Sicherheitspolster könntest Du Dich rein theoretisch dann voll aufs Pokern konzentrieren und müsstest mit der gleichen Anzahl Hände pro Monat entweder 8,33BB/100 Hände schaffen oder aber zwei Drittel mehr Hände spielen (--> 50k Hände als Fulltime-Player absolut realistisch), um wieder durchschnittlich zu verdienen. Natürlich ist auch der Aufstieg in ein höheres Limit eine Alternative, für die Betrachtung lass ich das jedoch außen vor. Genauso außen vor sind Sondereinflüße wie Boni, Rakeback oder andere Arten von Promos, beispielsweise könnte man mit den erspielten Punkten die ein oder andere Annehmlichkeit über den entsprechenden Punkteshop kaufen, die dann nicht zu Lasten der Savings oder Winnings fallen würde.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dir mit meinen laut mitgeteilten Gedanken helfen konnte. Für mein Empfinden, wäre das Polster, ein komplettes Jahr auffangen zu können, ausreichend. Nichts desto trotz würde ich für mir nicht das Bruttodurchschnittseinkommen als Zielmarke für meine laufenden Winnings setzen. Wenn ich schon den durchaus anstrengen Job eines Fulltime-Pokerspielers wählen würde, müssten es höhere Winnings als nur der Durchschnitt der deutschen Staatsbürger sein. Natürlich ist man als Online-Pro größtenteils unabhängig von seinem Standort und kann da eine Menge hinsichtlich der Ausgaben optimieren. Für meinen Geschmack sollte dies aber nicht am Anfang einer Karriere stehen, denn wenn der Plan und alle Rechnungen nicht aufgehen, hat man die Kosten des Umzugs hin und wieder zurück an der Backe (und das nachdem der Traum geplatzt ist, also `ne gewisse Summe Cash nicht mehr vorhanden ist).

So, nachdem ich meinem Arbeitskollegen erklärt habe, welchen langen Roman ich über ein Word-Dokument zu welchem Thema schreibe und er noch x-Nachfragen hatte, will ich mich mal langsam auf den Heimweg machen. Hoffe geholfen zu haben…
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Folgender Pokerfreund bedanken sich bei Gambit für diesen Beitrag:
Dweg85 (08.01.2010)
  #22 (permalink)  
Alt 07.12.2009, 22:44
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ich möchte eurem traum von zinsgewinnen leben zu können ja keinen abbruch schaffen, aber in der realität decken termingeldzinsen nichtmal den inflationsverlust. auf diese nichtmal inflationsverlust ausgleichenden zinsen kommt dann noch abgeltungssteuer
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  #23 (permalink)  
Alt 08.12.2009, 04:45
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@Phigo: Ich brauche keine 3k pro Monat, sondern nichtmal 1k€. Ich will die Kohle nur verdienen, weil sonst is es sinnbefreit Pro zu werden wenn ich net mehr mach als 3k/Monat.

@Gambit: Ja danke für den Beitrag. Besonders das mit dem Durchschnittseinkommen wusst ich net. Bei Brutto kommen wir aber in Richtung Netto, was die Sache mit dem: "Ich wäre auch bereit ins Ausland zu gehen" meinte. Also falls ich das durchziehe, und sich unser deutscher Staat überlegt Pokergewinne zu versteuern, müsste ich versuchen in Länder zu gehen, wo es keine Steuern drauf gibt. Gibraltar klingt ja bespielsweiße ganz nett.
Über Swings bin ich mir im Klaren, und die sind auch neine Hauptsorge. Denke mal als Pro würd ich so min 80k Hände/Monat kalkulieren. Ich hab ka wieviele Hände ich bislang im Schnitt hatte, aber das sollte ich schaffen. Ansonsten bin ich relativ optimistisch, dass ich meinen Skill noch steigern kann. Nach einem Jahr Poker is man sicher nicht am Maximimum.
Zwecks den restlichen Befürchtungen: We´ll c. Deswegen ja auch erstmal ne zweijährige Zweittätigkeitschallange, bevor ich das gleich mach.

@Donbibo: OK, das war evtl missverständlich. Ich habe das als Endziel betrachtet, dass ich wohl nie erreiche. Desweiteren legt man ja nicht nur aufs Sparbuch, und man kann ein Vermögen ja irgendwann auch aufbrauchen. Altersvorsorge würde ich von Anfang an groß schreiben, und das bringt viel bei der Altersvorsorge.

Geändert von Dweg85 (08.12.2009 um 04:53 Uhr)
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  #24 (permalink)  
Alt 08.12.2009, 08:51
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Zitat:
Zitat von donbilbo Beitrag anzeigen
ich möchte eurem traum von zinsgewinnen leben zu können ja keinen abbruch schaffen, aber in der realität decken termingeldzinsen nichtmal den inflationsverlust. auf diese nichtmal inflationsverlust ausgleichenden zinsen kommt dann noch abgeltungssteuer
ich hab ja die theorie, daß jeder, der ein guter pokerspieler ist, auch gut anlegen kann wollte da bei gelegenheit eh mal nen beitrag aufmachen...
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  #25 (permalink)  
Alt 08.12.2009, 08:57
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Zitat:
Zitat von Thrym Beitrag anzeigen
wollte da bei gelegenheit eh mal nen beitrag aufmachen...
ich freu mich drauf!
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  #26 (permalink)  
Alt 08.12.2009, 09:04
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Zitat:
Zitat von donbilbo Beitrag anzeigen
kommt dann noch abgeltungssteuer
die spielt keine so große rolle.
ich kann mich irren, aber bei festgeldanlagen in dieser größenordnung gibt es schon zinssätze im bereich von 5%.
und du musst auch bedenken, dass der anleger nur einen zeitlich begrenzten anspruch vorzuweisen hat.
ergo müssen die zinsgewinne die durch den eigenbedarf inanspruch genommene vermögensminderung nur bedingt kompensieren können.

Geändert von Holdemplayer (08.12.2009 um 11:32 Uhr)
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  #27 (permalink)  
Alt 08.12.2009, 18:57
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ich kann mich irren, aber bei festgeldanlagen in dieser größenordnung gibt es schon zinssätze im bereich von 5%.


da irrst du in der tat. der historische durchschnittszins liegt bei 3,5%. das return ohne erwerbseinkommen als solches angerechnet wird, versteht sich von selbst.
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  #28 (permalink)  
Alt 09.12.2009, 01:38
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Zitat:
Zitat von Holdemplayer Beitrag anzeigen
die spielt keine so große rolle.
ich kann mich irren, aber bei festgeldanlagen in dieser größenordnung gibt es schon zinssätze im bereich von 5%.
und du musst auch bedenken, dass der anleger nur einen zeitlich begrenzten anspruch vorzuweisen hat.
ergo müssen die zinsgewinne die durch den eigenbedarf inanspruch genommene vermögensminderung nur bedingt kompensieren können.
Häh? Versteh irgendwie die Hälfte des Postings nicht...
5% Tagesgeldzinssätze? Definitiv nein... Selbst wenn es die annähernd geben sollte, ist es keine risikolose Anlage, was viele direkt denken! Die letzte (große) Bank, die deutlich über dem Marktniveau liegende Tages- bzw. kurzfristige Termingeldsätze im EUR-Raum angeboten hat, hat ne Pleite gemacht. Na, wer weiss welche Bank ich meine?
Zeitlicher begrenzter Anspruch? Kannste das mal erklären...
Und: leider spielt die Abgeltungssteuer eine Rolle, denn aus angenommenen 5 % wird nach Abgeltungssteuer 3,75 %... meiner Meinung nach eine sehr deutliche Beeinflussung und in keinster Weise zu unterschätzen...
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  #29 (permalink)  
Alt 09.12.2009, 06:11
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Zitat:
Zitat von Gambit Beitrag anzeigen
Häh? Versteh irgendwie die Hälfte des Postings nicht...
5% Tagesgeldzinssätze?
hab nicht von tagesgeldzinssätzen geredet.

Zitat:
Zitat von Gambit Beitrag anzeigen
Zeitlicher begrenzter Anspruch?
die lebensdauer des anlegers ist begrenzt.
wenn er sein ziel mit 35 erreichen sollte, dann muss er nur knapp 30 jahre lang von dem geld leben können*.
und wenn wir davon ausgehen, dass er 30k im jahr verbraucht, dann wird er (ohne werteverfall) in dem zeitraum selbst bei einem effektiven zinssatz von 2.5% (16k per anno) noch davon leben können.

* (->rente, wobei dies wieder ein thema für sich ist^^)

Geändert von Holdemplayer (09.12.2009 um 07:23 Uhr)
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  #30 (permalink)  
Alt 09.12.2009, 19:05
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OK, jetzt habe ich es verstanden.
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