…und hier beginnt schonmal ein Unterschied zu meiner Denke bzw. eine Parallele zur Vorgehensweise vieler, vieler Pokerspieler: anders als der Großteil der Pokerspieler, versuche ich mir regelmäßig etwas von meinem erpokerten Geld zu kaufen/leisten. In letzter Zeit sind es meistens nur Kleinigkeiten, die ich auch konsequent dann von meiner BR auscashe (EUR/USD-Kurs hin oder her), in 2008 waren es aber Dinge wie ein neuer LCD, ne PS3, ein Stockholm-Trip… Ich habe von viel zu vielen Spielern aus erster und zweiter Hand gehört, die Ihre Winnings (teilweise dicke fünfstellige USD-Beträge) wieder verloren haben, zeitweise aber berichten konnten, wie toll doch Ihre 50k BR auf Pokerstars aussieht. Gaaaanz tolllll!Ich pokere nun ja seit Oktober 2007, allerdings halt in diesem Zeitraum nur etwas über ein Jahr aktiv. Begonnen habe ich je mit 50€ einbezahlt respektive 50€ No Deposit. Dazu kamen noch ein paar 20$ (max 15.) Einzahlungen die ich für Bonis brauchte. Atm steh ich round about bei 18k, wobei 17,5k seit März stammen [Eigentlich ein Wunder so wie ich rumdonk]. Davon ausgegeben habe ich 600 für nen Monitor. Ich bin also durchaus bescheiden, und versuche wikrlich auf den Traum hinzuarbeiten. (Schwabe halt)
Mir gefallen Deine An- und Einsichten, jedoch bin ich mir nicht ganz so sicher, ob Du Dir der Risiken wirklich so im Klaren bist bzw. ob Du sie nicht unterschätzt. Lets have a look at the rest…Ich dachte nie, dass mir Geld verdienen jemals Spaß machen könnte, bis halt Poker daher kam, und ich anfing die Varianz zu akzeptieren (da besteht noch Bedarf) sowie die "Skillz" fürs Multitablen kamen. Somit ist der Traum Pro zu werden obv da. Allerdings bin ich mir auch der Risiken des Ganzen bewusst, weswegen ich das natürlich nur mache, wenn ich glaube Aussichten auf Erfolg zu haben. Ich brauch noch knapp 20 Monate um meinen Bachelor zu machen, wobei das halt Geisteswissenschaften sind. Also ich hatte es schon komplett abgeschrieben jemals gut Geld zu verdienen, bis halt die Bankroll explodierte, und die ersten Monate kamen, wo ich evtl mehr gemacht hab als mein Vater.
Hier gehts nun ans Eingemachte! Ich habe mir über die Zahlen im Vornherein noch keine Gedanken gemacht, werde also beim Schreiben versuchen, einen „Aha-Effekt“ zu erlangen – in die eine oder andere Richtung:Also is die Sache, dass ich atm versuche in den 20 Monaten bis zum Ende des Studium einen Mindestbetrag zu verdienen, mit dem man es riskieren kann Pro zu werden. (Werde davon nicht viel/nix ausgeben) Mein absoluter Mindestbetrag steht bei 75k Lifetimewinnings. Macht also knapp 3k/Monat. Evtl hab ich mir das so hingedreht, weil ich denke 3k/Monat schaffen zu können. Is das Ganze realistisch? Was für laufende Kosten bestehen für Altervorsorge und Krankenversicherung und Sonstiges? Evtl würd ich auch ins Ausland gehen.
Dein Ziel: 3k USD / pro Monat für die nächsten 20 Monate
Wieviele Hände spielt man als Cashgamer pro Monat, wenn man nicht gerade Pokern als Haupttätigkeit hat? 30k? 45k? Ich will in meiner Rechnung mal von 30k Händen ausgehen. Um realitätsnähere Zahlen zu erhalten, kann man das Ergebnis 30k mit einem entsprechenden Faktor belegen. Spielst Du also 20k, ziehste halt ein Drittel ab, spielste eher 40k rechnest Du ein Drittel hinzu usw. … Leider kenne ich Dein bevorzugtes Limit nicht, stecke Dich aber einfach mal in NL200 – 3k USD mit 30k Händen auf NL200 bedeutet 5BB/100 Hände. Das scheint mir auf längere Sicht eine realistische Größe zu sein, mittel- und vor allem kurzfristig kann es aber auch schon mal zu deutlich niedrigeren Werten kommen (wie wir alle schmerzhaft in Erfahrung gebracht haben). Ich lass Dich mal ein mMn sehr konservatives BRM spielen und gebe Dir 75 Buyins auf NL200 als feste BR. Somit bleiben Dir von Deinen ursprünglichen 75k USD noch 60k USD oder aber 40k EUR.
Mit 40k EUR liegst Du irgendwo unter dem Bruttodurchschnittseinkommen eines Vollzeitbeschäftigten in Deutschland (2004 waren es ca. 39.800 EUR). Weiterhin im Durchschnitt gesprochen, könntest Du also unter Berücksichtigung eines normalen Lebensstils, ein Jahr lang von Deiner Reserve leben, vorsorgen, sparen, verreisen usw. (halt alles was der Durchschnitt so im Jahr macht) ohne auf neue Winnings angewiesen zu sein. Hierbei solltest Du jedoch berücksichtigen, dass die von Dir aufgebrachten Vorsorgezahlungen ohne eventuelle Förderungen von Arbeitgeberseite gestärkt werden, was bei einem Otto-Normal-Arbeitnehmer der Fall wäre. Hier hast Du also einen gewissen Fehlbetrag - Höhe ungewiss…
Mit dem besagten Sicherheitspolster könntest Du Dich rein theoretisch dann voll aufs Pokern konzentrieren und müsstest mit der gleichen Anzahl Hände pro Monat entweder 8,33BB/100 Hände schaffen oder aber zwei Drittel mehr Hände spielen (--> 50k Hände als Fulltime-Player absolut realistisch), um wieder durchschnittlich zu verdienen. Natürlich ist auch der Aufstieg in ein höheres Limit eine Alternative, für die Betrachtung lass ich das jedoch außen vor. Genauso außen vor sind Sondereinflüße wie Boni, Rakeback oder andere Arten von Promos, beispielsweise könnte man mit den erspielten Punkten die ein oder andere Annehmlichkeit über den entsprechenden Punkteshop kaufen, die dann nicht zu Lasten der Savings oder Winnings fallen würde.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dir mit meinen laut mitgeteilten Gedanken helfen konnte. Für mein Empfinden, wäre das Polster, ein komplettes Jahr auffangen zu können, ausreichend. Nichts desto trotz würde ich für mir nicht das Bruttodurchschnittseinkommen als Zielmarke für meine laufenden Winnings setzen. Wenn ich schon den durchaus anstrengen Job eines Fulltime-Pokerspielers wählen würde, müssten es höhere Winnings als nur der Durchschnitt der deutschen Staatsbürger sein. Natürlich ist man als Online-Pro größtenteils unabhängig von seinem Standort und kann da eine Menge hinsichtlich der Ausgaben optimieren. Für meinen Geschmack sollte dies aber nicht am Anfang einer Karriere stehen, denn wenn der Plan und alle Rechnungen nicht aufgehen, hat man die Kosten des Umzugs hin und wieder zurück an der Backe (und das nachdem der Traum geplatzt ist, also `ne gewisse Summe Cash nicht mehr vorhanden ist).
So, nachdem ich meinem Arbeitskollegen erklärt habe, welchen langen Roman ich über ein Word-Dokument zu welchem Thema schreibe und er noch x-Nachfragen hatte, will ich mich mal langsam auf den Heimweg machen. Hoffe geholfen zu haben…


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wollte da bei gelegenheit eh mal nen beitrag aufmachen...




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