Moinz Leute,
Da ich jetzt schon öfters gemerkt habe, dass viele online Pokerspieler der Table-Selection zu wenig Beachtung schenken, dachte ich mir ich schreibe mal ein paar Zeilen darüber wie und warum wir uns gute Tische suchen sollten.
Warum?
Das Ziel fast jedes Pokerspieler ist es möglichst viel Gewinn zu machen. Viele pokern auchnur um Spaß zu haben oder um besser zu werden, aber kaum einer, der sich im Echtgeldbereich aufhält, würde nicht gerne Geld dabei verdienen.
Wieviel Gewinn wir in einer Session machen entscheidet sich aber schon zu einem großen Teil bevor wir überhaupt eine Hand gespielt haben. Wenn wir an profitablen Tischen sitzen, sind unsere Chancen auf hohe Gewinne insg. besser und die Chance, dass wir in den roten Bereich rutschen ist insg. geringer.
Das ist wahrscheinlich nichts Neues für die meisten von euch, aber viele denken während einer Session zu wenig darüber nach und sitzen an Tischen, die eigentlich nicht ihre Zeit wert ist.
Wie?
Jetzt kommen wir zu dem interessanteren Teil: Wie sorgen wir dafür, dass wir an möglichst guten Tischen sitzen? Darauf gibt es viele Antworten und die beste Möglichkeit muss jeder für sich selbst finden.
- Avg Potsize:
Die einfachste Möglichkeit gute Tische zu finden ist wahrscheinlich die Tische nach Average Potsize sortieren zu lassen und sich bei den Top-Tischen auf die Warteliste zu schreiben. Manche Leute lassen sich die Listen auch nach %Flop seen oder anderen Werten sortieren, aber damit habe keine Erfahrungen. Generell würde ich sagen, dass alle Tische mit >20 Big Blinds Avg. Potsize gut spielbar sind (Das variiert natürlich von Limit zu Limit).
Vorteile: Es geht schnell und man sitzt oft mit Leuten am Tisch, die mit Geld nur so um sich werfen.
Nachteile: Ein hoher Avg Potsize bedeutet nicht immer, dass die Tische fischig und profitabel sind, sondern vielleicht nur sehr agressiv (s. Highstakes games) + man muss sich erstmal durch wie Wartelisten arbeiten bis man loslegen kann.
- Table Scanner:
Die zweite Möglichkeit ist ein Programm zu nutzen, das alle Tische scannt und nach festen Kriterien bewertet. Solche Programme sind z.B. Spadeeye, Everesteye oder die Holdemmanager Variante. Bei diesen Programmen hat man meistens die Möglichkeit besonders schlechte Spieler, Tische mit hohem VPIP oder mit möglichst vielen loosing Players zu suchen.
Vorteile: Bessere Auswahlkriterien
Nachteile: Nicht kostenlos + gut gefüllte Datenbanken nötig + bei manchen Anbietern verboten!!!
- Try and Error (Mein Favorit):
Das Prinzip ist recht einfach. Man setzt sich zu Beginn einer Session an irgendwelche Tische. Hauptsache es ist noch ein Platz frei. Nach wenigen Händen/Runden (je nach Samplesize) stellt ihr euch die Frage 'Ist es profitabel für mich an diesem Tisch zu bleiben'. Ist die Antwort 'Ja', dann bleibt einfach solange sitzen, bis der Tisch unprofitabel wird. Ist die Antwort 'Nein', dann ersetzt einfach den Tisch durch irgendeinen anderen und prüft erneut.
Damit ihr nicht mehrmals den gleichen unprofitablen Tisch öffnet, kann es helfen ein Texteditor mit den Tischnummer/-namen zu füllen, die ihr nicht spielen wollt. Außerdem kann es recht hilfreich sein, die Spieler, wegen denen man an den Tischen sitzt (Fische), zu markieren, sodass man Tische, an denen eine oder mehrere Markierungen sind, nicht mehr auf ihren Nutzen prüfen muss.
Ab wann man einen Tisch als profitabel einstuft hängt immer davon ab, wieviele Tische verfügbar sind und wie viele Fische unterwergs sind. Ich persönlich gehe nach folgendem Schema vor:
- Fischmarkierungen: Wenn ich aus früheren Sessions bereits Spieler erkenne, die mit Geld nur so um sich werfen, wird der Tisch sofort als profitabel abgestempelt.
- VPIP / PFR / Went2SD und andere Stats:
Wenn ich sehe, dass nur Spieler mit 'normalen' Stats am Tisch sitzen, suche ich mir schnell einen anderen, da die wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass ich mich mit den Regulars rumprügeln muss. Selbst wenn es schlechte Regs sind, ist meine Winrate nicht so groß vgl. mit anderen Tischen.
Wenn ich 65/18'er oder ähnliche Werte sehe wird der Spieler markiert und der Tisch solange weiter gespielt bis sich seine Werte normalisieren oder der vermeintliche Fisch den Tisch verlässt.
- Position:
Wenn die Stats zwar leicht fischig sind z.B. 37/22, aber der 'Fisch' Position auf mich hat und mir mein Leben durch seines Overagression sehr schwer macht, kann es auch gut sein, dass ich den Tisch verlasse.
Würde er hingegen direkt an meiner rechten Seite sitzen, würde ich mich niemals vom Fleck bewegen.
- Stacks:
Wenn Shortstacks und Halfstacks am Tisch sitzen (besonders links von uns - In position), sollten wir die Hände die wir eröffnen möglichst auf hohe Karten und Pocket Pairs limitieren, um mittelstarke - starke Hände am Flop zu treffen oder ein Preflop All-in callen zu können. Das limitiert gerade an sehr tighten Tischen unsere Möglichkeiten die Blinds zu klauen oder mit weiten Handranges postflop weiter zu spielen und ist ein klarer Nachteil für uns. Doch nicht immer sind Tische mit kleinen Stacks unprofitabel. Solange sie keine professionellen Shortstacker sind, handelt es sich nämlich meistens um schlechte Spieler, die ihren kleinen Stack sehr oft verlieren. Wenn man sich also gut anpasst, kann es durchaus profitabel sein hier weiter zu spielen.
Vorteile: Wir sind schnell im Spiel und sehen im Gegensatz zu Tableselection-Tools auch wenn eigentlich solide Spieler tilten o.Ä.
Nachteile: -
Andere Meinungen, Ergänzungen und eigene Erfahrungen sind herzlich wilkommen!


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). Dann an den Tisch, nach 5-6 Händen weiß man tendenziell ob er sich die Stacks wirklich verdient hat oder ob man sie ihm schnell wieder abnehmen sollte.
Love you EVE!!!


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