Moin Moin!
Meine Erfahrungen zum Thema beziehen sich auf 0.5/1 und 1/2 Dollar auf Everest und Stars.
Kleine Pocketpairs:
In EP und frühen MP tendenziell weg damit. Bei FL leben diese Hände ganz klar von gefloppten Sets und die kommen nur in 11 % aller Fälle, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Problem ist, wenn ich die in EP spiele und nach mir alle folden, spiele ich womöglich mit dem BB alleine um einen kleinen Pot und der mögliche Gewinn steht außer Verhältnis zur geringen Chance, ein Set zu bekommen. Wenn ich aber im CO oder BU sitze und vor mit 5 oder 6 Leute gelimpt haben, dann raise/limpe ich abwechselnd. Raisen am BU macht meiner Ansicht nach einfach Sinn, weil Du einen Pot mit 6-7 Leuten hast und Du bei einem gefloppten Set davon ausgehen kannst, eine schöne Auszahlung zu bekommen. In EP können kleine PP natürlich gespielt werden, wenn Du an einem Tisch sitzt, der sehr loose ist und an dem sowieso massenhaft Leute reinlimpen.
Suited Connectors:
Raise ich häufig, auch aus EP, weil das ein super Bluff ist. Der Flop muss aber super sein, also mindestens TwoPair, OESD oder FD oder am Besten alles zusammen.

Ich persönlich coldcalle mit SCs auch gerne, wenn EP raist und vielleicht sogar noch reraist wird, weil ich die Gegner beim FL dann häufig auf hohe PP bzw. AK eingrenzen kann und am Flop genau sehen kann, ob ich die wegbuste oder nicht. Meine größten Pötte beim FL sind durch solche Aktionen zustande gekommen. Geht aber nur, wenn man bereit ist, sich am Flop direkt wieder von der Hand zu trennen.
Habe hier mal ein schönes Beispiel angehängt, wobei von denen halt keiner mit T9 gerechnet hat. War PF sicherlich schon grenzwertig, aber ich kannte halt die Gegner und wusste, OK, wenn die PF diese Show abziehen, haben die alle mehr oder wenig hohe PP und so war es dann auch, vor allem das AA war am Turn klar:
X is at seat 0 with $47.25.
X is at seat 1 with $53.25.
Oberdonk is at seat 4 with $8.
X is at seat 5 with $87.12.
X is at seat 6 with $26.
X is at seat 7 with $79.
Hero is at seat 8 with $74.
Ass-Opfer is at seat 9 with $19.50.
The dealer is seat 8.
Ass-Opfer posts a blind of $.50.
X posts a blind of $1.
(Hero is dealt

.)
Pre-flop:
X folds.
Oberdonk raises $1.
X calls for $2.
X folds.
X folds.
Hero calls for $2.
Ass-Opfer raises $1.
X folds.
Oberdonk raises $1.
X calls for $2.
Hero calls for $2.
Ass-Opfer raises $1.
Oberdonk calls for $1.
X calls for $1.
Hero calls for $1.
The flop comes

.
Ass-Opfer bets $1.
Oberdonk calls for $1.
X calls for $1.
Hero calls for $1.
The turn comes

.
Ass-Opfer bets $2.
Oberdonk goes all-in for $2.
X folds.
Hero raises $2.
Ass-Opfer raises $2.
Hero raises $2.
Ass-Opfer raises $2.
Hero raises $2.
Ass-Opfer goes all-in for $3.50.
Hero raises $2.
$2 is pushed back to Hero.
Showdown:
Ass-Opfer shows:

Three Aces
Oberdonk shows:

A pair of Tens
Hero shows:

Straight, Queen high
The river comes

.
Hero shows:

Straight, Queen high
Ass-Opfer shows:

Three Aces
Oberdonk shows:

A pair of Tens
Hero wins pot ($31).
Hero wins pot ($22).
Fazit:
Wenn, dann spiele ich SCs eher aggro und kleine PP eher defensiv und beides eigentlich nur, wenn ich davon ausgehe, dass ich sowieso einen dicken Pot mit vielen Leuten habe. Falls kein Set, gehen die PPs am Flop weg. Für SCs muss der Flop extrem gut oder zumindest mit super Draws fallen, falls nicht, weg damit.
Generell finde ich, ist bei Limit das Postflopspiel viel entscheidender, als die Frage, ob man nun ein oder zwei Hände Preflop mehr spielt. Musst halt auch bereit sein, den Flop direkt zu folden.
berlinX