Viva Las Vegas
KAPITEL I
Ok, dann erzähl ich mal. Weiß nicht in welches Forum ichs schreiben soll, ein Mod kann es ja ggf. verschieben.
Vorweg: Ich werde nicht alles chronologisch erzählen und ja, natürlich hab ich sehr viele Bilder, aber jedes Bild ist so um die 1,5 MB groß und ich hab keine Ahnung, wie ich die hoch laden kann.
Wenn mir jemand sagt wie, dann werde ich ein paar hochladen.
Wahrscheinlich werde ich auch einige Wortwiederholungen, Rechtschreib- und Grammatikfehler einbauen, aber ich schreib einfach drauf los und werde nicht danach noch Korrekturlesen.
Zur Vorgeschichte: Ich hab ein Semester in San Diego studiert, das in etwa 4-5h mit dem Auto von Las Vegas entfernt ist. Deswegen war ich zweimal auch dort, einmal für ein Wochenende und einmal für 4,5 Tage.
Am Morgen bin ich mit zwei weiteren Studenten losgefahren, so dass wir gegen 14:00 Uhr in Las Vegas da waren. Die Fahrt war schon mal sehr angenehm – die Straßen sind überbreit, es gibt Null Stress auf den Highways und um dich herum sind nur Berge, die Prärie und wahnsinnig viele geplatzte Autoreifen. Wir haben aber von Enterprise – Rent a car ein neueres Auto geliehen, weswegen die Befürchtungen, auf der Straße liegen zu bleiben, eher gering waren.
Auf der Mitte der Strecke ist ganz interessant, dass es 14 Meilen nur bergauf geht, so dass nach dem „Aufstieg“ ein vergleichbarer Druck auf den Ohren wie beim Fliegen entstand.
Auf 100 Meilen gab es keine Tankstelle, weswegen der Tank aufgefüllt sein sollte bevor man die letzte Stadt vor Las Vegas verlässt (hab den Namen vergessen).
Dazwischen kommt mal u.a. Ghost Town und andere Mini-Dörfer, die man aber lieber meiden sollte, wenn man wie ich zu viele Horrorfilme gesehen hat.
Ein Hotel wollten wir uns vor Ort suchen, da die Entscheidung nach Vegas zu fahren, recht kurzfristig entstand. Leider haben wir gar nicht erst bei den größeren Casinos angefragt, weil wir dachten, das wäre eh zu teuer. Ein Trugschluss wie sich später heraus stellte. Also haben wir im „Travelodge“ angefragt – das liegt relativ zentral auf dem Strip (dem schönsten Teil von Vegas) und genau zwischen Planet Hollywood und Balys. Wir haben 90$ für ein Zimmer gezahlt, dass aber wirklich hässlich war und auch nur mit zwei (sehr große) Betten ausgestattet war. Aber zum Schlafen waren wir ja eh nicht da.
Zu allererst wedeln dir auf dem Strip hunderte von Mexikanern mit kleinen Visitenkarten von Call-Girls und Stripclubs zu. Der Freund, mit dem ich auf dem 5-Tage-Trip dort war, hat alle gesammelt und ist so auf 200 verschiedene „Motive“ gekommen. Interessant ist, dass in Nevada Prostitution verboten ist. Aber wenn man die Mädels wohl ein Zimmer zum Strippen bestellen würde, bieten die dir das anscheinend „illegal“ an. Habs aber nicht ausprobiert – zu wenig Zeit gehabt ;-)
Zum Strip: Eine sehr sehr beeindruckende und schöne Straße. Die zudem sehr sauber ist – mal abgesehen von den Bauarbeiten an neuen Casinos, etc., die natürlich etwas Schmutz verursachen. Quasi alle Casinos stehen direkt nebeneinander und sind trotzdem übervoll. Und die versuchen sich natürlich an Prunk zu überbieten. Bellaggio mit seinen Wassershows, Mirage mit seinem Vulkanausbruch, etc. Das schönste Casino von innen war für mich das Caesars Palace. Da war alles sehr weitläufig, extra Raum für die Pokertische, riesige Hallen mit Römern, Trojanischem Pferd, etc.
Aber insgesamt ist es schwierig die Casinos so zu beschreiben, dass sie so rüberkommen wie sie sind: gigantisch groß und an Reichtum schwer zu beschreiben. Um im MGM, Bellagio, Caesars Palace, etc. alle Räume zu erkunden, braucht man schon ordentlich viel Zeit. Den Sushi-Laden im MGM zu finden, hat mich locker 15 Minuten gekostet…
Auch hatte ich in den insgesamt knapp 7 Tagen überhaupt nicht die Zeit, alle Casinos mir von innen anzuschauen. Ansonsten wären mir auch die Beine vor Schmerzen abgefallen
)
Von einem anderen habe ich z.B. später erfahren, dass er das Wynn für das schönste Casino hält und im Eingangsbereich vom Wynn gleich erstmal ein Ferrarri-Shop auf dich wartet…
Getränke, egal ob Longdrink oder nicht-alkoholisch gibt es übrigens in jedem Casino umsonst. Und es stört auch niemanden, ob du High Stackes Poker zockst oder nur 5-Cent-Automaten sitzt. Das Personal kommt überall vorbei und bringt dir dein gewünschtes Getränk. Nur wenn du kein Trinkgeld gibst, lassen sie sich weniger blicken (in der Regel ist das aber nie mehr als 1 $). Von daher kann man sich für lau ordentlich einen antrinken, wovon wir auch Gebrauch gemacht haben.
Poker hab ich an diesem Wochenende nur einmal gespielt und zwar aus dem Grund, da ich nicht wollte, gleich zuviel Geld zu verlieren und dann an meinem längeren, geplanten Trip kein Geld mehr dafür übrig zu haben.
Also hab ich mich an den niedrigsten No-Limit-Tisch im MGM gesetzt, 1 / 2 $ No-Limit. Mein Arsch ist ordentlich auf Grundeis gelaufen, ich war sehr nervös und war dankbar, dass meine beiden Sitznachbarn sehr nette Leute waren. Der eine, ein etwas älterer Texaner mit Hut und Zahnstocher im Mund (um die 60), der andere ein sehr dicker Schwarzer, der in etwa den gleichen Stil wie ich gespielt hat: Pussy-Style. Bloß nur nicht mit marginalen Händen in den Pot einsteigen und bloß nix zu verlieren. Der Texaner (rechts von mir) hat das krass ausgenutzt und immer meinen Blind angegriffen, wirklich immer. Hab dann auch irgendwann nur noch gelacht, bevor er am Button dran war.
Nach einer Stunde bekomme ich dann mal 33 und floppe das Set und kann gegen den einzigen Proleten am Tisch ordentlich Chips gewinnen, der mich am Flop sowie Turn und River rausbluffen wollte. Für ihn kam leider hinzu, dass ich am Turn das Full House bekommen habe. Sein möglicher Flush, sein WSOP-Pulli und Pornobrille konnten mich nicht aus der Hand rauskriegen und ein 150$ Pot gehörte mir.
Jetzt ging alles natürlich viel leichter. Hände wie KJs hab ich nun auch in Late Position geraised und konnte ein paar kleinere Hände gewinnen. Mit einer gefloppten Straße habe ich leider gegen ein Full House verloren, aber da sich das Board schon am Turn gepaired hat und er so was komisch rumgeflucht hat, war ich schon misstrauisch und hab nicht viel verloren. Den gleichen Betrag hab ich danach mit meinen Assen gewonnen, die auf einem Board 34J56 zum Glück gg einen Gegner gehalten haben.
Schließlich kam die „Alptraum-Hand“. Ich bin im Big Blind mit Qs4s. Ein Call in Middle Position, der Texaner macht seinen Standardraise auf 10$. Ich calle und nehme mir fest vor, auch den Flop zu check-raisen, egal was kommt. Der Flop ist KdJd6s. Ich checke, MP checkt, Texaner raist um 20$. Ich reraise auf 44$. MP called, Texaner geht raus und schüttelt den Kopf. Am Turn kommt die Qd. Ich checke und versuche einen Bluff zu induzieren, dass ich quasi den Flush bekommen hab. MP checked. Am River raise ich weitere 40$ (eine Art Value-Bet, denke ich mir). MP geht all-in.
Damit es nicht ganz so lächerlich aussieht, überlege ich nun lange, bis ich endlich mich von den Karten trennen kann. MP zeigt mir netterweise seine Karten und Raunen macht sich am Tisch breit: Royal Flush.
War insgesamt also ne ordentliche scheiß Idee ausgerechnet gegen einen Royal Flush meine einzig, gebluffte Hand zu spielen. Aber als der Texaner dem Tisch sagt: „Man, that`s crazy. This guy [also ich] had something serious.“
Stolz, dass mein Plan also doch aufgegangen war, war mir das verlorene Geld egal.
Meine letzte gespielte Hand war dann AT in Late Position. Ich treffe auf dem Flop das Ass. Raise Half-Pot-Size, der andere geht all-in. Ich muss noch in etwa 25$ draufzahlen. Er dreht QQ um. Am River kommt die Zehn, die mir zu Two-Pair verhilft, ihm aber zum Flush (4-Herz aufm Board).
Hatte mich mit 200$ an den Tisch gesetzt und ihn nach 2-3h mit 205$ verlassen. Dafür aber unzählige Wodka-Energy-Drink-Mischungen und andere Sodas.
Also insgesamt waren die Stunden eine superspaßige Erfahrung.
Am nächsten Tag sind wir in einen Club gegangen, der mich etwas an das Format „Girls gone wild“ erinnerte und schließlich nach San Diego zurück. Das Wochenende war zu Ende.
Geändert von BigSmooth (14.05.2008 um 15:08 Uhr)
It`s not about sex, Gary. It`s about trust!
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