Dass von den Pötten, die ich online spiele, so einiges in die Taschen der Pokerraum- Betreiber fliesst, war mir ja immer klar. Aber irgendwie war mir nicht so ganz richtig bewusst, wie viel das tatsächlich ist.
Ich hab diesen Monat bis jetzt etwas über 6000 Hände gespielt. Nicht wahnsinnig viel also, durchschnittlich wohl etwas mehr als 1 Stunde pro Tag... Dafür bezahle ich sage und schreibe etwas mehr als $700! Das ist mir gerade jetzt erst zum ersten Mal richtig ins Auge gestochen in Pokertracker. Da ich einen eher harten Monat hatte, bin ich momentan etwa $600 im Minus. Sprich: Ohne Rake wäre ich "eigentlich" im Plus. (Alles NL200)
So, nun möchte ich keineswegs behaupten, dass die Pokerräume für ihre Leistung nicht entlöhnt werden sollen. Aber habe ich eine Leistung erhalten, die 700 satte Dollars wert ist? Sicher nicht, nie und nimmer!!
Überlegen wir uns mal, was die Pokerbetreiber alles leisten:
1. Sie entwickeln und und unterhalten eine Software (auch das nicht alle, nur die "selbständigen" Räume).
2. Sie stellen Hardware/Server zur Verfügung inkl. Sicherheitsvorkehrungen
3. Sie bieten Support
4. Sie nehmen bei Tournieren eine Garantiefunktion für das minimale Preisgeld wahr.
5. Werbung
Um zu überlegen, was diese Leistung wert ist, erlaube ich mir, zum Vergleich World of Warcraft oder auch andere MMORPGs zu nehmen. Auch diese Projekte entwickeln Software, nur ist diese ungleich komplizierter und somit kostspieliger als die simple Pokersoftware. Auch hier muss Hardware/Traffic etc. bezahlt werden. Die Sicherheitsaspekte sind sicher unproblematischer, da nicht das Geld der Kunden auf dem Spiel steht, dafür fallen wesentlich mehr Traffic und Performance- hungrigere Applikationen ins Gewicht. Support bieten sie ebenfalls, mindestens gleich gut oder besser als ein Pokeranbieter. Punkt 4 fällt weg, allerdings ist dieser Punkt in grossen Räumen eher theoretisch und für mich als Cashgame- Spieler eigentlich nicht vorhanden. Punkt 5 ist ziemlich identisch.
Somit ziehe ich den Schluss, dass ein MMORPG mir in etwa dieselbe Dienstleistung bringt wie ein Pokerraum, wenn auch auf einem anderen Gebiet.
So ein Spiel kostet monatlich unter 50 Euro Abo- Gebühren.
Also frage ich mich schon, wie diese enorme Summe gerechtfertigt werden kann. Man muss sich ja auch klar machen, dass die Einnahmen aus dem Rake mit jedem Spieler kontinuierlich steigern, während die Leistungen des Anbieters pro Spieler mit ansteigender Spielerzahl billiger und billiger wird (Synergie- Effekt).
Ich bin der Meinung, dass die Preise für online- Poker somit völlig überrissen sind. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass online Poker zwar billiger ist als live zu spielen, aber niemals so viel billiger, wie es der Einsparung des Betreibers entspricht, wenn man sich mal überlegt, was ein Casino so für Auslagen hat. Rake ist die eigentliche Riggedness!
Ebenfalls finde ich die Struktur "% des Pots" unfair. Weshalb soll jemand, der viel spielt so viel mehr bezahlen als ein Wenigspieler? Ist das Betreiben höherer Limits teurer? Sicher nicht, hier wird ganz einfach die Zuhälter- Schiene gefahren: "Gib mir Prozente Deines Profits! Warum? Weil ich es mir nehmen kann!"
Ich denke, mit einem Fortschreiten des Pokerbooms wird die Konkurrenz (hoffentlich) härter und mit dem Aufkommen des ersten Preisbrechers werden die Preise purzeln. Zum Beispiel eine Flatrate im Sinne eines monatlichen Fixbetrages könnte ich mir vorstellen.
Wie seht ihr das? Findet Ihr Abrechnungsmodus und Höhe des Rakes in Ordnung?


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