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Alt 23.04.2008, 02:43
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Standard Chris Moneymaker




Chris Moneymaker oder „Money“, wie ihn Freunde nennen,ist der Mann, der 2003 mit dem Gewinn der WSOP, Poker in eine neue Dimension schoss, was schließlich zu einem bis heute andauernden Pokerboom geführt hat.

Er steht faktisch als Symbol dafür, dass das Zeitalter des Internet-Poker angebrochen ist und man als Online-Spieler ein Weltklasseniveau im Poker erreichen kann.



Lustig ist, dass die meisten zunächst dachten Moneymaker wäre ein Künstler- oder Spitzname, dem ist jedoch nicht so, es ist sein wirklicher Name. Sein Leben vor dem Pokerruhm verlief ziemlich unspektakulär.

Moneymaker wurde 1975 in Atlanta, Georgia geboren. In seiner Kindheit, die er in einer friedlichen Vorstadtsiedlung verbrachte, spielte er gern Bridge mit seiner Großmutter oder später auch Blackjack mit seinem Vater. Nach der High-School studierte er an der University of Tennessee und beendete das Studium mit einem Master in Accounting.

Er arbeitete anschließend als Buchhalter in Tennessee und hatte noch einen weiteren Job, um seine Frau und Tochter versorgen zu können. Sein weiterer Werdegang liest sich jedoch beinahe wie das Drehbuch eines Hollywood-Films.

Ein einschneidendes Erlebnis hinsichtlich des Pokers war der Poker-Film Rounders von 1998, wie bei tausenden anderen Pokeranfängern auch, weckte der Film bei Moneymaker das Interesse für die Welt des Texas Holdem. Bald reichte es ihm nicht mehr, nur mit seinen Freunden zu spielen, deshalb suchte er einen Pokerroom. Das Problem bestand jedoch darin, dass der nächste legale Pokerroom etwa vier Autofahrstunden entfernt lag.

Aus diesem Grund begann er sich dem Online-Poker zuzuwenden.



Alles begann damit, dass er mit 39 $ Einsatz ein Qualifikationsturnier bei pokerstars.com mit 18 Teilnehmern gewonnen hat, was wiederum die Eintrittskarte für ein Satelliten-Turnier war, bei dem es ein Ticket für die WSOP im Wert von 10.000 $ zu gewinnen gab.

Moneymaker setzte sich auch hier gegen 60 Spieler durch und hatte somit die Zulassung für die Teilnahme an der WSOP 2003. Nun konnte er sich mit erfahrenen und hartgesottenen Las-Vegas-Profis messen. Es wurde eine der größten Überraschungen in der Geschichte des Pokers.

Um an dem großen Event WSOP bei Binion`s teilnehmen zu können, lieh er sich für ein Flugticket und die Hotelkosten gegen eine Gewinnbeteiligung Geld von seinem Vater und dem Freund David Gamble. Chris hatte bereits 3 Jahre Poker gespielt, jedoch noch nie ein Live-Turnier. Es war überhaupt das erste mal, dass er in einem normalen Casino war. Zunächst versuchte er nur den ersten Turniertag zu überleben. Am ersten Tag saßen Johnny Chan und Phil Ivy neben ihm.

Moneymaker beschloss sich nicht einschüchtern zu lassen und spielte unbeirrt sein Spiel. Und er schlug sich sehr gut, spielte ein schönes Poker und sein Chip-Stack stieg. Im Laufe des Turniers gab es einige erwähnenswerte Hände, die er spielte und mit denen er gewann. So zum Beispiel gegen Humberto Brenes. Moneymacker spielte mit einem unterlegenen Paar Achten gegen ein Ass-Paar von Brenes. Mit einem Drilling schoss Chris Moneymaker schließlich Brenes aus dem Rennen. Eine weitere entscheidende Hand spielte er gegen Russ Boyd.


Moneymaker hatte ein Paar Dreien gegen König und Dame bei Boyd. Der Flop zeigte 9-2-5 und Chris setzte $100.000 in den Pot. Boyd wähnte einen Bluff und ging All-in. Nach einer langen Denkpause callte Moneymaker. Er gewann einen Riesen-Pot und erreichte mit vielen Chips den Finaltisch. Moneymaker ging als Chipleader an den final table und lieferte sich dort weitere intensive Duelle. Am Ende blieben nur noch zwei übrig: Moneymaker und Sam Farha aus Houston. Moneymaker gewann schließlich das Heads-up mit einer denkwürdigen Hand. Chris floppt mit seinen verdeckten Karten 4 und 5 in zwei Farben, gleich 2 Paare. Der Flop kam mit 4-4-J und Farha traf das Top-Paar, den Buben. Moneymaker checkt zu Farha und als dieser setzt, erhöht er. Farha geht darauf All-in und Moneymaker macht den Call. Der Turn bringt eine 8, keine Hilfe für Farha. Auf dem River kommt schlussendlich noch eine weitere 4 und Chris Moneymaker gewinnt mit einem Fullhouse. Das Preisgeld für den Gewinn der WSOP betrug satte 2,5 Millionen $. Nach dem Gewinn der World Series of Poker war er seine finanziellen Sorgen los, er kündigte seinen Job, um als Sprecher für Harrah's Entertainment und PokerStars zu arbeiten.



25.000 $ seines Preisgeldes spendete Moneymaker der Krebsforschung. Rückblickend kann man sagen, dass sein Sieg dem Poker einen neuen Markt öffnete und das Internet-Poker noch stärker zu boomen begann. Gegenwärtig nimmt er auch weiterhin an größeren Pokerturnieren teil. Das er nicht nur eine Eintagsfliege ist, zeigte er unter anderem beim WPT-Finaltunier in Foxwoods, dem PokerStars Caribbean Adventure, dem Bay 101 Shooting Stars Turnier und dem EPT-Finalturnier in Monte Carlo.



Um die Welt an der Geschichte teilhaben zu lassen, wie ein Pokeramateur die Pokerweltmeisterschaft gewinnen konnte, brachte Moneymaker 2005 die Autobiografie Moneymaker: How an Amateur Poker Player Turned $40 into $2.5 Million at the World Series of Poker, heraus.



Bis heute hat Moneymaker nicht viel mehr grissen. Er ist somit eine Legende, die nach seinem Ruhm den Glanz verlor. Momentan (April 2008) hat er ein neues Buch veröffentlicht, das eine nur sehr geringe Leserschaft gefunden hat.
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