
Greg Raymer ist ein äußerst erfolgreicher Pokerprofi und dafür bekannt, während der Spiele eine undurchsichtige holographische Sonnenbrille mit Reptilaugen in den Gläsern zu tragen.
Er ist
der zweite Spieler, welcher aufgrund einer Online-Qualifikation die WSOP gewinnen konnte. Raymers Spitzname ist
Fossilman. Diesen Namen hat er, weil er Versteinerungen sammelt und diese gern um sich herum auf dem Pokertisch drapiert.
Raymers Motto ist:
„Ich sehe nur so verrückt aus. In Wirklichkeit bin ich viel schlimmer …“.
Geboren wurde Raymer 1964 als Kind eines Luftwaffenangehörigen in Minot, North Dakota. Einige Monate später beendete sein Vater den Militärdienst und ging mit der Familie in seine Heimat nach Lansing, Michigan.
Im Alter von 11 Jahren zog Greg mit seiner Familie nach Florida. Einige Jahre später ging die Familie in die Nähe von St. Louis, wo Greg seine restlichen High-School- Jahre verbrachte. Nach Beendigung der High-School studierte Greg Chemie an der University of Missouri, was er mit dem Bachelor abschloss. Seine akademische Ausbildung erweiterte er schließlich an der University of Minnesota mit einem Master in Biochemie und Recht. 1992 im Alter von 28 Jahren begann er für 3 Jahre seinen ersten dauerhaften Job als Patentanwalt in Chicago. Er merkte, dass Rechtsstreitangelegenheiten nicht das richtige für ihn sind und nahm einen neuen Job in San Diego als Anwalt für Biotechnologiepatente an.
Nach einigen Jahren beendete er, aufgrund des hohen Arbeitspensums von 60-80 Stunden in der Woche, endgültig seine Tätigkeit als Anwalt in einer Anwaltskanzlei und ging zu
Pfizer, dem größten Pharmazieunternehmen der Welt und arbeitete als Patentanwalt in der Forschungsabteilung in Groton, Conneticut. Er zog in nach Stonington und blieb bei der Firma bis kurz nach seinem WSOP-Titel im Jahre 2004.
Während seiner Schulzeit in Minnesota verdiente sich Raymer Extrageld als Kartenzähler und spielte Blackjack in diversen indianischen Casinos. Als er seinen ersten Job in Chicago annahm, gab es keine vernünftigen Orte und Möglichkeiten Blackjack zu spielen, also probierte Raymer zum Spaß Poker aus. Die Grundlagen des Pokers kannte er bereits aus der Schule und der Universität. In der Universität war er Mitglied der Studentenvereinigung Kappa Sigma – sie spielten kleine Vierteldollar-Runden, jedoch keiner seiner Freunde und Raymer selbst zeigten ein besonderes Talent und Können für das Spiel. Bei seinen ersten Ausflügen ins Casino zahlte er noch Lehrgeld.
Sobald er $3/$6 Limit Poker in Chicago zu spielen begann, wollte er lernen gut zu spielen und kaufte sich mehrere Pokerbücher, um sich weiterzubilden. Als er nach Kalifornien ging erweiterte er nach und nach sein Pokerkönnen und konzentrierte sich stärker auf $10/$20 und $20/$40 Limit Poker. Nachdem er 1998 nach Stonington gezogen war, begann er im
Foxwoods Resort Casino $150/$300 Limit Poker zu spielen und seine Strategien weiter zu professionalisieren.
2001 nahm Raymer zum ersten Mal bei der WSOP teil und schaffte es dort mit dem 12. Platz in die Preisränge des
1.500 $ Omaha Hi-Lo Split 8 Or Better-Turniers.
Wie auch Chris Moneymaker 2003 gewann Raymer seinen Sitz bei der WSOP 2004 bei
PokerStars und zwar durch ein $160 Double-Shootout Turnier. Bei der WSOP schlug Raymer ein Feld von 2576 Spielern und gewann ein
Preisgeld von 5 Millionen Dollar, bis dahin die höchste Summe, die je in einem Turnier ausgezahlt wurde.
Nach Steuerabzug blieben ihm schließlich „nur“ 1,7 Millionen Dollar !!!!
Raymer kam mit seiner riskanten und aggressiven Spielweise schließlich mit einem Chipvorteil an den
final table. Im Heads-up stand er David Williams mit einem Chipverhältnis von 2 zu 1 gegenüber. In der finalen Hand hatte Raymer ein Paar Achten, das
board ergab 5-4-2-2-2. Raymer ging daraufhin All-in und Williams callte mit A-4. Raymer gewann das Turnier mit seinem Full House. Er selbst sagte danach, dass er bei diesem Turnier sein bisher bestes Poker spielte aber auch jede Menge Glück hatte.
Der Sieg als Amateur in der weltweit wichtigsten Pokerveranstaltung machte Raymer in der boomenden Pokerszene über Nacht berühmt. Er gab seinen Job auf und wurde professioneller Pokerspieler. In Pokerkreisen hat er sich mittlerweile ein Renomee als freundlicher Gesprächspartner und solider Spieler aufgebaut.
Bei der WSOP 2005 wurde Raymer 25. bei einer Teilnehmerzahl von unglaublichen 5619. Diesen Platz erreicht zu haben brachte ihm von seinen Pokerkollegen viel Respekt ein. Raymer ist heute wie Chris Moneymaker und dem Sieger der WSOP 2005, Joe Hachem Repräsentant von
PokerStars. Da er sich verstärkt um seine Familie kümmern möchte spielt er nur relativ wenige Turniere.
2006 erreichte er bei 1500 Teilnehmern beim
Sunday Million-Turnier auf
PokerStars den 2. Platz.
Es wird geschätzt, dass Raymer bisher etwa 6 Millionen Dollar bei offiziellen Pokerturnieren eingenommen hat.