Ich fange mal an.
Ich habe durch einen Zufall "Harrington on Hold'em" Band 1: Strategisches Spiel vor einigen Monaten erhalten.
Geschrieben wurde das Buch von Dan Harrington (recht bekannter Turnierspieler und Weltmeister 1995, ausserdem war er im Jahr 2003 und 2004 am Final Table) und Bill Robertie (zweifacher Backgammon-Weltmeister).
Das Buch kostet 29,90 € (unverbl. Preisempfehlung), für mich war es kostenlos.
Das Buch bezieht sich ausschließlich auf No-Limit Hold'em Turniere.
Der erste Band hat folgende Kapitel:
1. Das Spiel No-Limit Hold'em
2. Spielstile und Eröffnungsanforderungen
3. Lesen des Tisches
4. Pot Odds und Handanalyse
5. Setzen vor dem Flop
6. Setzen nach dem Flop
7. Setzen auf Turn und River
Insgesamt hat das Buch 367 Seiten und ist komplett in Deutsch, wobei die Übersetzung meiner Meinung nach hervorragend gelungen ist. Selbstverständlich bleiben die fürs Poker notwendigen Begriffe (Blinds, Pot-Odds, Implied-Odds, etc.) auf Englisch. Da Harrigton in praktisch jede Hand seine eigenen Gedankengänge mit einbezieht, kann man die (in seinen Augen) in dieser Situation richtige Spielweise sehr einfach nachvollziehen. Das Buch enthält auch einige Beispiele, in denen der "Spieler" anders handelt, als Harrington es in dieser Situation vorschlagen würde (z. B. checkt der Spieler, anstatt zu setzen, was in der jeweiligen Situation die richtige Entscheidung wäre) und aufgrund dessen verliert der Spieler die Hand und Harrington führt nochmal die einzelnen Fehlentscheidungen, die zum Verlust der Hand geführt haben, nachvollziehbar auf. Andererseits zeigt Harrington allerdings auch auf, dass man zwar die richtige Entscheidung treffen kann, aber dies trotzdem den Verlust der Hand bedeuten kann, eben weil der imaginäre Gegner seine Hand gut spielt und die richtigen Karten bekommt. Es kommt niemals das Gefühl auf, dass Harrington denkt, dass er in jeder Hand immer die richtige Entscheidung fällt und er unfehlbar sei. Dies macht ihn doch recht sympatisch. Er berichtet, neben erfundenen Handsituationen auch über einige Hände, die er bei der WSOP (u.a. am Finaltisch, mit anderen Pokergrößen wie z.B. Sammy Farha) live erlebt hat und erklärt, warum er und die anderen Spieler in dieser Situation so gehandelt haben (könnten). Dann zeigt er auch nochmal auf, was passiert wäre, wenn er oder einer der anderen Spieler anders gehandelt hätten.
In den Beispielhänden befasst er sich mit allen möglichen Situationen (Anfängerspieler, tighte Spieler, früh oder spät im Turnier, als Chipleader oder Small-Stack) und zeigt jeweils die Unterschiede in diesen Situationen auf und erklärt, welche Auswirkungen diese Unterschiede auf die Spielweise haben sollten.
Alles in Alllem bin ich ziemlich begeistert von diesem Buch. Es ist mein erstes Buch und ich hatte eigentlich nicht vor mir überhaupt ein Buch zu kaufen, weil ich der Meinung war, dass man durch Spielpraxis und Pokersendungen genug oder sogar besser lernen könne. Allerdings bin ich jetzt der Überzeugung, dass ein gutes Pokerbuch wesentlich hilfreicher sein kann, als ich es bisher für möglich gehalten hab. Deshalb werde ich mir auch in Zukunft weitere Pokerbücher holen und darüber berichten.
Geändert von Matt255 (28.03.2008 um 17:03 Uhr).
Grund: Offensichtliche Fehler überarbeitet
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