Hier mal was rechtliches:
Von Daniel Puskepeleitis
Ziehen die Teilnehmer des ersten öffentlichen Poker-Turniers doch noch ein Ass aus dem Ärmel? Sie scheinen mit einem blauen Auge davon zu kommen, denn bislang hat die Polizei keine Ermittlungen gegen sie eingeleitet. Allerdings: Freunde packender Poker-Runden stehen unter verstärkter Beobachtung.
In Braunschweig haben Polizei und Staatsanwaltschaft das öffentliche Turnier gesprengt und Strafanzeigen gegen Veranstalter, Croupiers, Teilnehmer und den Kneipen-Wirt als Gastgeber eingeleitet (WN berichteten exklusiv). Dieselben Organisatoren hatten zuvor auch in Wolfsburg ins Sausalitos zum Bluffen eingeladen – und scheinen hier ohne Strafe davon zu kommen. "Es gibt keine Ermittlungen", erklärte Polizeisprecher Klaus-Dieter Stolzenburg.
Glück für die hiesigen Zocker, denn nach Ansicht von Staatsanwalt Klaus Ziehe verstößt die Turnierreihe durchaus gegen das Gesetz. "Öffentliches Glücksspiel um Geld ist immer illegal", erklärt er. Dabei sei die Öffentlichkeit hergestellt, wenn weitere Personen in die Poker-Runde einsteigen können. Das gelte auch für andere Spiele wie Skat – wenn um Geldbeträge gespielt wird. "Auszuschließen ist ein Straftatbestand nur bei privaten Poker-Runden", erläutert Ziehe.
Weshalb die Teilnehmer in Braunschweig nun mit einer Anzeige rechnen müssen, die Wolfsburger Poker-Spieler indes nicht, bleibt unklar. Sicher aber ist: Die Organisatoren hatten versucht, sich rechtlich abzusichern. "Es gab eine Anfrage der Veranstalter. Das Ordnungsamt hat keine Einwände erhoben", erklärt Stadt-Sprecher Christian Cauers. Ähnlich sieht es nun die Wolfsburger Polizei.
Wer auch in größerer Runde pokern möchte, muss nicht zwangsläufig darauf verzichten. "Veranstalter, die Ähnliches planen, sollten sich in der Verwaltung im Vorfeld rückversichern", rät Cauers.
Dienstag, 24.04.2007
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